Oberliga 01

„Hektisch, wild“ und ohne Rhythmus – aber: Paloma macht Hamm nass!

27. Januar 2022, 09:34 Uhr

Der USC Paloma bejubelt einen 5:2-Auswärtssieg bei Hamm United und springt wieder auf den dritten Tabellenplatz. Archivfoto: noveski.com

Beide Mannschaften blicken auf eine äußerst zähe Vorbereitung zurück: Während sich der USC Paloma nach Testspielen gegen die TuS Dassendorf (1:4) und Eintracht Lokstedt (2:1) aufgrund positiver Corona-Fälle in die Quarantäne begab, konnte der Hamm United FC vor dem Pflichtspielstart am vergangenen Freitag bei Concordia Hamburg (1:6) nicht ein einziges Testspiel bestreiten. Am Mittwochabend kreuzten die „Geächteten“ und die „Tauben“ im Oberliga-Nachholspiel an der Snitgerreihe die Klingen…

Per Doppelpack stellte Jassin Zabihi die Weichen schon früh auf Sieg. Archivfoto: noveski.com

„Es war ein hektischer Start von beiden Mannschaften“, konstatierte Marius Nitsch. Dabei wusste der Paloma-Coach genau, dass nach der selbst verordneten Pause längst noch nicht alle Abläufe wieder sitzen können. Hamm kam zu einigen Standardsituationen aus dem Halbfeld, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um einen Fuß in die Partie zu bekommen“, so Nitsch. „Sicherlich hat das Fehlen von zehn Spielern hinsichtlich der Eingespieltheit und der bekannten Abläufe den schwierigen Spielstart begünstigt.“

Aufgrund der dünnen Personaldecke mussten die Uhlenhorster den Kader mit fünf Mann aus der eigenen U23 auffüllen. Doch auch Hamm hatte zu kämpfen. Erst recht, nachdem den Gästen ein Handelfmeter zugesprochen wurde, den Jassi Zabihi zur Führung verwandelte (11.). Anschließend habe seine Elf „kontrolliertere Ballbesitzphasen“ gehabt, so Nitsch, der wenig später das 2:0 bejubeln durfte. Wieder war es Zabihi, der nach einem frühen Ballgewinn im Angriffspressing aus 13 Metern Hamm-Keeper Victor Medaiyese überwand (22.). Aber: Der HUFC steckte nicht auf, kam nach ruhenden Bällen immer wieder zu Halbchancen.

"Ein überragender Konter" bringt Vorentscheidung

Auch Tom Wohlers glänzte mit einem Doppelpack für die "Tauben". Archivfoto: noveski.com

Das 0:3 unmittelbar vor dem Pausenpfiff zog den Hausherren jedoch den Stecker. „Ein überragender Konter“, strahlte Nitsch nach einer Balleroberung im Mittelfeld von Christian Merkle. Dessen Pass steckte Zabihi durch zu Tom Wohlers, der aus vollem Lauf heraus und aus 22 Metern per Schlenzer in den rechten Knick traf – ein herrliches Tor (44.)! Hamm-Trainer Sidnei Marschall reagierte auf das Ergebnis und wechselte zur Halbzeit fünffach – auch auf der Torhüter-Position! Das Spiel blieb weiter „in vielen Phasen recht hektisch und wild“, so Nitsch. „Da ist es uns heute zu wenig gelungen, die Balance zwischen kontrolliertem Spielaufbau und schnellem Spiel in die Tiefe zu finden.“

Nach Anschluss: Paloma macht den Sack zu

Hamm-Coach Sidnei Marschall reagierte zur Pause mit einem Fünffach-Wechsel. Archivfoto: noveski.com

Stattdessen meldete sich Hamm zurück: Nach einem Pfostenschuss war Eliakim Kukanda zur Stelle und verkürzte (52.). „Da haben wir den zweiten Ball schlecht verteidigt“, bemängelte der USC-Dompteur, der kurz darauf aber schon wieder aufatmen konnte. Aus 20 Metern zirkelte Soleiman Kazizada das Spielgerät formschön zum 4:1 in die Maschen (60.). „Danach vergeben wir einige Hochkaräter“, sprach Nitsch unter anderem auf die Chance von Wohlers an, der am Pfosten scheiterte. Zehn Minuten vor Ultimo war es aber so weit: Nach einem tollen Flügeldurchbruch von Malik Kramer, der noch keine 120 Sekunden auf dem Platz war, und gezieltem Querpass grätschte Wohlers das Runde ins Eckige (80.). Die Marschall-Mannen kamen nach einem Freistoß aus dem Halbfeld per Kopfball von Marco Panata nur noch zum Ehrentreffer (83.).

"Man hat uns den fehlenden Spielrhythmus angemerkt"

„Insgesamt ein verdienter Sieg für uns“, bilanzierte Nitsch, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass man seinen Palomaten „den fehlenden Spielrhythmus angemerkt“ habe. „Positiv vor allem das Spiel im letzten Drittel. Hier konnten wir mit unserer offensiv gewählten Herangehensweise den Gegner häufig vor schwierige Aufgaben stellen. Im Spielaufbau war aber noch deutlich Luft nach oben.“

Autor: Dennis Kormanjos

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