11.07.2019

Hathat führt BU ins Halbfinale, „Taktgeber“ und Torschütze Kocin zieht mit Cordi nach

Türkiye bricht nach der Pause ein, TuRa-Trainer Schwarzer wird deutlich

Umut Kocin (li.) brauchte nur 19 Minuten für seinen ersten Torerfolg im Cordi-Dress - standesgemäß per Freistoß - und führte die „Bekkampler“ ins Halbfinale. Foto: Küch

Während der VfL Lohbrügge und der Niendorfer TSV bereits am Vortag den Halbfinaleinzug buchten, zogen am Mittwochabend der HSV Barmbek-Uhlenhorst und Concordia beim „PREY Getränke Cup 2019“ des SC Condor nach und in die Vorschlussrunde ein. Damit kommt es am Freitag ab 18 Uhr am Berner Heerweg zum Aufeinandertreffen der beiden Oberligisten, die sich in ihren letzten Gruppenspielen – trotz zwischenzeitlicher Rückschläge – keine Blöße gaben. BU machte einen 0:2-Pausenrückstand gegen Türkiye wett und siegte schlussendlich souverän mit 5:2. Bei Cordi feierte hingegen der von Sportchef Matthias Stuhlmacher als „Königstransfer“ gepriesene Umut Kocin einen „Parade-Einstand“, wie Co-Trainer Jens Schadewaldt, der den urlaubenden Frank Pieper vertrat, befand.

TuRa-Kapitän Nassim Saleh (Mi.) konnte sich nicht entscheidend in Szene setzen. Foto: Küch

Unter der Leitung von Neucoach Jörn Großkopf wusste der FC Türkiye in den ersten 45 Minuten gegen BU zu gefallen. Auch dem Trainer gefiel die Darbietung seiner neuen Schützlinge: „In der ersten Halbzeit war ich mit der gesamten Präsenz zufrieden. Das war sehr gut. Wir haben viele Sachen spielerisch gelöst und auch nicht so unverdient mit 2:0 geführt“, so Großkopf, der die Treffer von Serdar Aydin, der den Ball im dritten Anlauf – nachdem Hasan Karaca zuvor an Stephan Hölscher gescheitert war – im Barmbeker Gehäuse unterbrachte, und Habib Zagre, der von Aydin auf die Reise geschickt wurde, bejubeln durfte. Bei BU machte sich hingegen einmal mehr die mangelnde Chancenverwertung bemerkbar. So vergab Jon Hoeft gleich zweimal freistehend einen möglichen Torerfolg. Nach der Pause habe BU „nochmal ein paar Jungs eingewechselt, die ein bisschen was verändert haben“, sprach Großkopf vor allem auf Abdel Hathat an. Der quirlige Flügelflitzer war an vier der fünf Barmbeker Buden direkt beteiligt.

Hathat zieht auf - Stier: „Wichtig war, dass sich keiner verletzt hat“

Abou Fofana (li.) verletzte sich nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Teamkollegen am Kiefer und konnte die Partie nicht beenden. Foto: Küch

Zunächst war es jedoch Samuel Hosseini, der einen 20-Meter-Freistoß in den Giebel schlenzte. In der Folge zog Hathat auf, bereitete erst den 2:2-Ausgleich durch einen Kopfball von Dominik Ulrich per Flanke mustergültig vor, ehe er die Kugel in den Lauf von Tim Jeske passte. Dieser behielt den Kopf oben und legte uneigennützig für Marten Köhler quer, der keine Mühe mehr hatte. Kurz darauf bediente Hosseini abermals Hathat, der mit dem ersten Kontakt den startenden Jeske in Szene setzte – 4:2 BU. Zu guter Letzt war Hathat vom Punkt aus höchstselbst erfolgreich – nachdem Fatih Umurhan von Kevin Son gefoult wurde und Zakaria Chergui nur noch die Fingerspitzen ans Spielgerät bekam, den Einschlag aber nicht mehr verhindern konnte. „In der zweiten Halbzeit sind wir total eingebrochen – aber wir haben gestern unglaublich viele Belastungsläufe gemacht. Deshalb war mir das ganz klar, dass am Ende die Kraft völlig weg sein wird“, erklärte Großkopf – und gab abschließend zu Protokoll: „Insgesamt bin ich jedoch total zufrieden mit dem, wie wir als Mannschaft auftreten. Das finde ich gut.“ Marco Stier, der auf zehn Spieler verzichten musste und auf drei Akteure aus der Zweiten zurückgriff, bilanzierte unterdessen: „Wir haben die potentiellen Stammspieler alle geschont. Dementsprechend lief es nicht rund. Aber letztendlich haben wir in der zweiten Halbzeit ein bisschen hochgefahren und ein anderes Spiel aufs Parkett gebracht. Das war in Ordnung. Wichtig war, dass sich keiner verletzt.“

„Taktgeber“ Kocin trifft bei Debüt

Cordis Chris Heuermann (Mi.) wird von der TuRa-Defensive in die Mangel genommen. Foto: Küch

In der zweiten Begegnung kam es zum Debüt von Umut Kocin im Cordi-Dress. Der frisch aus der Türkei in die Hansestadt zurückgekehrte Linksfuß übernahm gegen TuRa Harksheide auf Anhieb eine tragende Rolle und „hat sofort den Takt und Verantwortung übernommen“, so Schadewaldt. Mehr noch. Es dauerte nämlich keine 19 Minuten, bis sich Kocin mit einem 17-Meter-Freistoß gleich mal gebührend einfügte und die „Bekkampler“ in Führung brachte. Nach dem zwischenzeitlichen TuRa-Ausgleich durch Lukas Raphael, der einen von Necati Agdan an Kjell Brumshagen verursachten Strafstoß verwandelte, war es erneut Kocin, dessen ruhender Ball aus halblinker Position nur unzureichend geklärt werden konnte, so dass Agdan aus 13 Metern zum 2:1 für Cordi einschoss. Den 3:1-Endstand besorgte Steven Lindener, der davon profitierte, dass Harksheide-Keeper Abou Fofana vom eigenen Mann über den Haufen gelaufen wurde. Nutznießer war Jeremy Baur, der für Lindener ablegte. „Mit dem Spiel nach vorne bin ich eigentlich zufrieden. Wir waren auch sehr aktiv in den Bewegungen und haben den Ball laufen lassen, weil der Gegner sehr tief stand und wir gegen ein Bollwerk angelaufen sind“, befand Schadewaldt. „Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg.“ Gehapert habe es nur an „kleinen Abstimmungen in der Defensive, wo wir in der Rückwärtsbewegung aus dem Mittelfeld heraus falsch gelaufen sind. Aber die Jungs sind auch ein Stück weit müde, weil wir seit Donnerstag voll im Training sind und so langsam die Phase einsetzt, in der man in so ein kleines Loch fällt.“

„Einige haben noch nicht ganz kapiert, um was es geht“

Der aus der A-Jugend von Eintracht Norderstedt gekommene Falk Schmidt (re.) heimste sich ein Sonderlob ein. Foto: Küch

Weniger einverstanden war unterdessen TuRa-Übungsleiter Jörg Schwarzer mit dem Auftreten – auch wenn er meinte: „Es ist schon so, dass uns über die Hälfte der Spieler seit anderthalb Wochen nicht zur Verfügung steht und wir gerade mal zwölf, 13 Spieler hatten, die am Wochenende beide Spiele durchspielen mussten. Gestern haben wir hart trainiert, die Woche davor auch. Wir gehen so ein bisschen auf dem Zahnfleisch, was ich aber nicht ganz so akzeptiere. Ich habe Verständnis dafür, dass man konditionell am Ende ist und Flüchtigkeitsfehler macht, weil die Konzentration nicht ganz so stark ist, aber wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt keine Zweikämpfe geführt, gar keinen Willen entwickelt, auch in zentralen Positionen dagegen anzugehen. Da hätte ich mir erwartet.“ In der zweiten Halbzeit sei es „ein Stück weit besser“ gewesen, so Schwarzer, „was aber auch daran liegen mag, dass Concordia geführt und uns ein bisschen Luft gegeben hat“. Mit dem letzten Platz in der Gruppe sei man „knallhart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt“ worden. „Einige werden es vielleicht noch nicht ganz kapiert haben, um was es geht. Es werden sich am ersten Spieltag einige Spieler wundern, warum sie nicht spielen. Aber dann hat es nicht an mir gelegen, sondern an den Spielern.“ Ausnahme: Jungspund Falk Schmidt, der einen überaus beherzten Auftritt an den Tag legte, mit hoher Intensität spielte und „einen Willen zeigte, Zweikämpfe zu führen und auch für sich zu entscheiden“, was nicht nur Schwarzer positiv hervorhob.

Autor: Dennis Kormanjos

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