2. Bundesliga/Oberliga

Harnik und „Dasse“? „Alles kann, nichts muss“

08. Januar 2020, 10:59 Uhr

Kumpels, Ex-Teamkollegen – und irgendwann Coach und Spieler? Dassendorf-Trainer Jean-Pierre Richter (li.) und HSV-Profi Martin Harnik. Foto: KBS-Picture.de

Dass er Jean-Pierre Richter, den Coach der TuS Dassendorf, seit gemeinsamen Tagen in Nachwuchs des SC Vier- und Marschlande kennt, ist hinlänglich bekannt. Auch, dass Martin Harnik im Raum Reinbek baut, ist für den einen oder anderen nichts Neues. Gleiches gilt dafür, dass Harniks Schwager in Dassendorf spielt. Und ebenso verhält es sich mit der Aussage des HSV-Profis, dass er zum Ende seiner Karriere vielleicht gerne einmal für die TuS, den aktuellen Oberliga-Spitzenreiter und Hamburger Serienmeister, auflaufen will. Zuletzt hatte Harnik dies in einem Video-Interview des Social Media-Formats „RautenPost“ verkündet, nun hat die „Bergedorfer Zeitung“ ein weiteres Interview geführt, in dem Harnik unter anderem über dieses Thema spricht. 

„Ich habe immer mal Spiele in Dassendorf verfolgt. Das ist ein gutes Niveau und es sind richtig gute Jungs, die zum Teil höher gespielt haben“, sagt Harnik in diesem Gespräch, schränkt jedoch auch ein: „Alles kann, nichts muss.“ Aktuell denke er „noch nicht so sehr über mein Karriereende nach“, erklärt Harnik in der „Bergedorfer Zeitung“, „ich möchte so lange Fußball spielen, wie ich Spaß daran habe. Wenn der Körper nicht mehr will, macht es auch keinen Spaß mehr.“ Der Spaß stehe „über allem. Zur Zeit bin ich aber fit, habe Spaß und will mit dem HSV unser gemeinsames Ziel erreichen“, so Harnik, der am vergangenen Wochenende Gast beim Hallenturnier des SC Vier- und Marschlande um den „Team-Sped-Cup“ war.

„Das ist ein gutes Niveau und es sind richtig gute Jungs“

Vorm dem Tor: HSV-Stürmer Martin Harnik im Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Foto: KBS-Picture.de

Nach seinem Wechsel auf Leihbasis zum HSV, den Harnik vor rund vier Monaten vollzog, habe er sich „schnell wohlgefühlt. Ich musste natürlich erstmal den Verein kennenlernen, die Mannschaft und die Mitarbeiter. Das braucht seine Zeit – wie in jedem Job. Aber in Hamburg kenne ich mich ja aus. Deswegen fiel mir die Eingewöhnung nicht schwer.“ Dass er jetzt für den HSV spiele „ist mir erst vor meinem ersten Heimspiel so richtig bewusst geworden. Ich stand in der Startelf und durfte vor unseren Fans auflaufen. Das war ein sehr schöner Moment.“ Bereits zuvor hatte der 32-Jährige beim Auswärts-Derby gegen den FC St. Pauli seine Debüt für die „Rothosen“ gegeben: „Wir lagen 0:2 zurück, als ich eingewechselt wurde. Da hatte ich keine Zeit, zu genießen oder zu reflektieren, sondern habe nochmal alles versucht, um das Spiel zu drehen.“ Sein persönliches Fazit der bisherigen HSV-Zeit fällt eher durchwachsen aus, verrät Harnik im Interview der „Bergedorfer Zeitung.“

Es sei für ihn „zuletzt nicht so gut gelaufen“, befindet der Stürmer, „ich hatte einige Torchancen, konnte diese aber aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzen. Ich habe falsche Entscheidungen getroffen, hatte Alu-Pech, der Ball wurde auf der Linie weggeschlagen oder der Torwart hat gehalten. Das war bezeichnend für die letzten beiden Monate. Die zwei Monate zuvor war ich zufrieden mit meiner Leistung.“ Insgesamt, so analysiert Harnik, „sind wir auf einem direkten Aufstiegsplatz und haben es selbst in der Hand. Natürlich ist es an der Tabellenspitze eng, aber ich bin überzeugt von unserer Mannschaft.“ Er habe „keine Mannschaft gesehen, die uns klar überlegen ist. Wir sind oft an uns selbst gescheitert“, sagt Harnik, dessen Vertrag beim HSV sich nur im Aufstiegsfall verlängert: „Wir haben einen klaren sportlichen Auftrag, den wir erfüllen möchten. Über etwas anderes mache ich mir zum jetzigen Zeitpunkt keine Gedanken.“

Jan Knötzsch

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