Regionalliga Nord

Gute Phase reicht nicht: „Wenn vier oder fünf Spieler nicht ihre Form erreichen, wird’s schwer“

Altona hadert beim 2:6 gegen Oldenburg mit Resultat und ungünstigen Vorzeichen

20. Oktober 2019, 19:24 Uhr

Hängende Köpfe an der Griegstraße: William Wachowski sah bei der 2:6-Niederlage des AFC kurz vorm Ende Gelb-Rot. Foto: KBS-Picture.de

Es lief die offiziell vorletzte Minute des Spiels zwichen Altona 93 und dem VfB Oldenburg und als ob es das Ergebnis nicht schon hart genug mit den Gastgebern gemeint hätte, gab es noch einen weiteren negativen Moment obendrauf: William Wachowski, der bereits mit „Gelb“ vorbelastet war, verstieß nach Ansicht des Referees ein zweites Mal zu sehr gegen die Regeln und musste mit der „Ampelkarte“ noch vor allen anderen Akteuren vom Feld. Eine Szene, wie sie aus Altonaer Sicht irgendwie zu diesem Nachmittag passte. Und nicht nur zu diesem Nachmittag, wie Berkan Algan nach dem Spiel auf der Pressekonferenz verriet: „Das heute war ein rabenschwarzer Tag und das davor eine Woche zum Abgewöhnen“, sagte der AFC-Trainer.

„Es war schwierig, wenn man so eine Woche hinter sich hat wie wir und dann noch Situationen wie heute dazu kommen, die nicht gut waren“, holte der AFC-Übungsleiter aus und erklärte: „Wir mussten Ersen Asani ersetzen, der wegen einer Mittelohrentzündung fehlt. Dann haben wir die ganze Woche auf Tobias Grubba gehofft, der wegen einer Magen-Darm-Grippe bis zum letzten Training ausgefallen ist. Und heute hat Erdogan Pini dann auf dem Weg zum Spiel noch einen Autounfall, wegen dem er deutlich zu spät zum Treffpunkt kommt. Aber das sind alles keine Entschuldigungen für das, was wir in einige Situationen gezeigt haben.“   

„Wir haben gravierende Fehler gemacht, die die Spieler in dieser Form eigentlich nicht machen“

Maximilian Dagott (vo.) traf zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Sicht von Altona 93. Foto: KBS-Picture.de

Denn, so Algan weiter, „wir haben gravierende Fehler gemacht, die die Spieler in dieser Form eigentlich nicht machen.“ Bestes Beispiel: das 0:1 durch Kevin Kalinowski. „Die Standardsituation ist eigentlich ungefährlich, dann kommt der Ball zurück, es wird sehr gefährlich und wir kassieren das Tor“, ärgerte sich der AFC-Übungsleiter über den frühen Rückstand aus der sechsten Minute. Ibrahim Temin (13.) baute den Oldenburger Vorsprung dann aus, ehe Maximilian Dagott auf 1:2 verkürzte (14.). Doch der VfB schlug zurück: Enis Bytyqi (18.) und Maik Lukowicz (26.) sorgten für den 4:1-Zwischenstand zugunsten der Gäste. Bujar Sejdija gelang zwar noch vor der Pause das 2:4 (29.), im zweiten Durchgang aber machten dann Bytyqi (47.) und Temin (70.) mit ihrem jeweils zweiten Treffer den Sieg der Gäste klar.

„Aus unserer Sicht ist das ein sehr schöner Nachmittag mit sechs Toren und dem zweiten Sieg in Folge. Wir sind sehr zufreiden. Vor allem, weil wir im Vorfeld das eine oder andere Problem hatten. Wir wussten, dass wir auf einen kampfstarken Gegner treffen, der alles dafür tun wird, die Klasse zu halten“ konstatierte Alexander Kiene. „Wir sind überragend ins Spiel reingekommen, waren in der ersten Hölfte sehr effizient, haben früh die Weichen auf Sieg gestellt und uns auch nicht vom ersten Anschlusstreffer schocken lassen. Der zweite Gegentreffer ärgert mich, weil wir da vorher nicht den Zugriff im Zentrum hatten und Altona so zurückkommen lassen. Nach dem 2:4 gab es eine Phase, in der sie gedrückt haben. In der zweiten Hälfte haben wir es dann strukturiert und gut zu Ende gebracht“, sagte der VfB-Coach.

„Die Mannschaft hat schon oft bewiesen, dass sie die Qualität hat“

So zufrieden der Übungsleiter der Gäste war, so sehr ärgerte sich Berkan Algan. „Wir haben schon zwei, drei Geschenke verteilt, wobei man sagen muss: Oldenburg hat schon eine sehr starke Mannschaft. Wenn man aber vier bis fünf Spieler hat, die nicht ihre Form erreichen, dann wird es schwer. Trotzdem hatten wir zwischenzeitlich eine gute Phase, aber das ist zu wenig, um gegen den VfB zu bestehen“, gab der AFC-Coach zu Protokoll und fügte hinzu: „Wir müssen diese Niederlage jetzt schnell abschütteln und versuchen, am Freitag beim HSV II zu bestehen. Ich hatte mal einen guten Trainer, der gesagt hat: 'Immer mit 0:1 zu verlieren, ist nicht gut, da verliere ich lieber einmal richtig, damit es im Karton scheppert'. So ein 2:6 ist ein Ergebnis, wo es mal im Karton scheppert.“ Aber, so Algans Schlusswort: „Die Mannschaft hat schon oft beweisen, dass sie die Qualität für die Regionalliga hat.“

Jan Knötzsch

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