05.03.2019

Mazzagatti: „Eine komplette Lappalie“

Gümüs verbal attackiert? T05-Vize-Präsident bezieht Stellung

Entkräftet zum Großteil die Vorwürfe von Gümüs: Teutonias Vize-Präsident Liborio Mazzagatti. Archivfoto: noveski.com

Am Sonntagvormittag wohnte er als Liga-Manager dem 3:0-Sieg seines ETV beim SC Condor II bei – direkt im Anschluss machte sich Koray Gümüs auf den Weg an die Kreuzkirche, wo die Zweitvertretung der Eimsbütteler, wo Gümüs als Trainer fungiert, den Tabellenführer der Kreisliga 2, den FC Teutonia 05 II, empfing. 90 Minuten lang führte der ETV auf des Gegners Platz mit 1:0 – doch in der Nachspielzeit gelang dem Primus noch der Ausgleich. „Ein gerechtes Ergebnis“, so Gümüs. Allerdings geriet das Sportliche im Anschluss an die Partie komplett in den Hintergrund!

„Das, was ich heute erlebt habe, habe ich in 14 Jahren als Funktionär (Trainer, Manager oder Spieler) noch nie erlebt“, zeigte sich Gümüs schockiert, ehe er erklärend ausführte: „In keinem unserer Heimspiele in der Kreisliga 2 werden Eintrittsgelder genommen – auch nicht am 26.08.18 gegen Teutonia 05 II. Dafür werden die vollen Schiedsrichterkosten von unserem Verein übernommen, weil uns der Sport verbindet und Geld nicht immer eine Rolle spielen muss.“ Und weiter: „Was aber heute passiert ist im Gastspiel bei Teutonia 05 II, meinem Heimatverein, der immer noch meint, für das Wort ‚Integration‘ zu stehen und wo ich mit meinen damaligen Mitstreitern einen großen Anteil daran habe, das wir 2011 den DFB-Integrationspreis in Höhe von 10.000 Euro gewonnen haben, damals sogar ein Kurzfilm gedreht wurde, wo ich meine damaligen Verein repräsentiert habe, das kann ich so nicht akzeptieren“, ließ er in einem veröffentlichten Statement verlauten.

"Wurden mit den Worten 'Hier muss jeder zahlen' empfangen"

„Ich kam genau um 13:30 Uhr – nach dem Spiel unserer Liga-Mannschaft bei Condor II – zusammen mit zwei Spielern am Platz an der ‚Kreuze‘ an. Voll mit Winterjacken und -decken in der Hand, voll im Stress und unter Zeitdruck. Hallo, heute spielen wir gegen den Tabellenführer. Motiviert bis in die Haarspitzen. Am Eingang wurden wir vom Zweiten Vorsitzenden des FC Teutonia 05 (Liborio Mazzagatti; Anm. d. Red.) mit den Worten ‚Hier muss jeder zahlen‘ empfangen. Kein ‚Guten Tag‘ oder ‚Viel Erfolg‘.“ Gümüs‘ Reaktion darauf: „Ich zahle nicht! Erstens stehe ich auf dem Spielbericht und zweitens haben wir damals auch keinen Eintritt von Teutonia-Anhängern und Spielern genommen, also wieso sollten wir nun Eintritt zahlen?!“ Unter Zeitdruck und da keine Lust auf Diskussionen“, so Gümüs weiter, „bin ich zur unserer Bank gegangen. Das Spiel: Nebensache. Wer mich kennt: Vor und nach dem Spiel bin ich ein guter und ehrlicher Sportsmann, aber im Spiel stehe ich brutal unter Strom und gebe alles für meine Jungs, um sie positiv zu pushen.“

"Der Stachel sitzt noch immer sehr tief"

Wurde nach eigener Aussage vom Zweiten Vorsitzenden des FC Teutonia 05 verbal beleidigt: ETV-Manager Koray Gümüs. Archivfoto: noveski.com

In der Halbzeit kam es dann, Gümüs‘ Beschreibung zu Folge, zum Eklat: „Ich gehe gerade von der Gastronomie zu unserer Kabine und auf einmal springt der Zweite Vorsitzende von Teutonia 05 vor mir auf und fordert mich mit einem aggressiven Ton auf, den Eintritt meiner Spieler zu bezahlen. Ich wollte nur in die Kabine zu meinen Jungs, um sie auf die zweite Halbzeit einzustimmen.“ Doch es ging noch weiter: „Der Zweite Vorsitzende des Heimvereines beleidigte mich mit den Worten: ‚Du scheiß Wichser‘ und ‚Du Spasti‘. Diese Worte haben viele Neutrale mitbekommen und können es auch bestätigen.“ Der 27-Jährige zeigte sich „geschockt und sehr verwirrt, wie ich auf sowas reagieren sollte.“ Deshalb sei er „sehr stolz“ auf sich, „dass ich gar nicht darauf reagiert, mich umgedreht, und nicht auf das Niveau herabgelassen habe, sondern zur meiner Mannschaft gegangen bin.“ Abschließend schrieb Gümüs: „Ich muss gestehen, dass der Stachel nach weiteren Stunden noch immer sehr tief sitzt. Kein Mensch der Welt, egal wie viele Fehler er begangen hat in der Vergangenheit, hat es verdient, in der Öffentlichkeit so verbal beleidigt zu werden. Diese Situation wird mich wohl noch lange begleiten. Schade, dass Menschen nicht aus anderen Geschehnissen lernen und mit ihren Mitmenschen respektvoll umgehen. Ich werde meinen Weg gehen und wünsche allen anderen sportlichen Erfolg.“

"Das ist deren Vereinspolitik, aber nicht unsere"

Eine Reaktion, die nun den Zweiten Vorsitzenden der Ottensener, Liborio Mazzagatti, auf den Plan ruft, seine Sicht der Dinge darzustellen. Unter anderem zu folgendem Punkt: „In keinem unserer Heimspiele in der Kreisliga 2 werden Eintrittsgelder genommen – auch nicht am 26.08.18 im Hinspiel gegen Teutonia 05 II.“ Mazzagatti dazu: „Das ist schön und gut, aber deren Vereinspolitik. Das hat nichts mit unserer zu tun.“ Und weiter: „Bei uns kauft man sich als Zuschauer für ein Pflichtspiel unserer Kreisliga-Mannschaft eine Eintrittskarte. Das ist auch in anderen Vereinen so und eigentlich selbstverständlich und nicht diskussionswürdig!“


Zu den von Gümüs erhobenen Vorwürfen der verbalen Entgleisung entgegnet Mazzagatti: „Das Wort ‚Spasti‘ habe ich nicht gesagt. Wenn er das Wort ‚Wichser‘ gehört hat, dann bitte ich um Entschuldigung. Das gehört sich einfach nicht. Trotzdem hätte er es auch nach dem Spiel mit mir klären können, ohne gleich ein Fass aufzumachen. Dafür kennt man sich auch schon zu viele Jahre.“

"Das hat rein gar nichts mit Gewalt zu tun"

Auch auf das Thema der Forderung von Eintrittsgeldern ging Mazzagatti ein: „Sie standen nachweislich mit vielen Leuten hinter der Bank. Alle haben gesagt, dass sie Betreuer sind, eine Eintrittskarte haben sich die meisten vor Spielbeginn aber vorbildlich geholt.“ Den Vorwurf, er habe auch von Gümüs selbst Eintritt gefordert, bestreitet er derweil vehement: „Wir haben nur von ihm verlangt, dass die zwei Spieler, die er im Schlepptau hatte, auch ganz normal – wie jeder andere Besucher, der nicht auf dem offiziellen Spielberichtsbogen stand – Eintritt bezahlt. Daraufhin hat er gesagt: ‚Ich zahle nachher für die Spieler. ‘“ Dies sei jedoch nicht geschehen. Mazzagatti betont, dass es „nicht um die paar Euros, sondern nur ums Prinzip“ gehe – und meint: „Für mich ist das eine totale Lappalie und hat rein gar nichts mit Gewalt oder sonstigem zu tun. Und wenn er schon das Wort Gewalt verwendet, dann ging es von seiner Seite aus, da er schließlich mit den beiden Herren einfach ohne den Kauf der beiden Eintrittskarten durchgegangen ist und auch nicht "nachher" zahlte“, entkräftet er Gümüs‘ Vorwurf, ehe er betont: „Ich weiß nicht, woran es liegt. Aber das, was er sich uns gegenüber leistet, geht gar nicht. Er versucht auf unsere Kosten Aufmerksamkeit zu erregen und den Verein schlecht zu machen. Das ist nicht das erste Mal und an die Presse sind wir auch nicht gleich herangetreten. Das sollte er bitte in Zukunft unterlassen und sich lieber um seine eigenen Sachen kümmern“ Die sportliche Leistung des Gegners erkannte er unterdessen nahtlos an: „Dazu kann man ihnen und dem Trainer, Herrn Gümüs, nur gratulieren. Das war eine wirklich tolle Mannschaftsleistung.“

Abschließend schiebt der Vize-Präsident noch einen süffisanten Kommentar in Richtung ETV-Manager: „Es scheint so schlimm gewesen zu sein, dass er nach dem Spiel noch eine halbe Stunde lang bei uns im Vereinsheim saß. Ich hoffe, das Getränk hat geschmeckt.“

Kommentieren

Mehr zum Thema