09.09.2018

Geschenke genutzt: Erman und Müller schmecken Sasel nicht

Spitzenreiter kassiert beim 0:4 gegen Teutonia die erste Saisonniederlage

Jubeltraube: Die Spieler des FC Teutonia 05 feiern einen ihrer vier Treffer gegen den TSV Sasel. Foto: Genat

Wortspiele sind bei Journalisten immer wieder gerne genommen. Nach dem heutigen Spiel zwischen dem FC Teutonia 05 und dem TSV Sasel hätte man es ohne weiteres in Anlehnung an den Slogan eines Molkerei-Herstellers abgewandelt mit dem Satz „Erman, keiner macht mich mehr an“ probieren können. Oder aber – auch hier lässt die Molkerei-Branche grüßen – mit „Alles Müller, oder was!? Denn eines war nach dem Gastspiel des Spitzenreiters beim Zweiten des Klassements klar: Erman und Müller schmeckten der Mannschaft von Danny Zankl nicht, selbige verschluckte sich eher an den beiden Doppeltorschützen, die den 4:0-Erfolg für „T05“ herausschossen (Hier gibt’s den Live-Ticker des Spiels zum Nachlesen).

Doch nicht nur das: Irgendwie war der TSV an seiner ersten Saisonniederlage auch selbst schuld. „Wir haben uns zwar nicht selbst geschlagen, aber eingeleitet, dass wir geschlagen werden. Wir haben das Spiel 20 Minuten unter Kontrolle, spielen ganz klar den besseren Fußball. Wir kontrollieren das Spiel nicht nur, wir haben auch die Momente nach vorne, Teutonia hatte Respekt vor uns, das hat man gemerkt. Dann haben wir sie mit zwei individuellen Fehlern eingeladen“, bilanzierte Tabellenführer-Trainer Zankl, „danach wurde es wirklich schwer.“ Dem Sieg der „Parkwegler“ stand in jenen zwei Szenen, die Zankl ansprach, Keeper Lasse Erichsen im Weg, der – sinnbildlich gesprochen – eben beide Male nicht gut genug den Teutonen im Weg gestanden hatte.

Titze: „Wenn man wenig Chancen zulässt und vier Tore macht, gewinnt man zurecht“

Einen Schritt schneller: Sasels Timo Adomat (li.) kann sich gegen Furkan Aydin durchsetzen. Foto: Genat

Das Dilemma begann damit, dass Erichsen – er stand anstelle des verletzten Todd Tuffour zwischen den Pfosten – beim 1:0 einen Abschlag produzierte, der bei Teutonias Davidson Eden landete. Dessen Schuss klatschte der Keeper dann nach vorn ab, wo Erman stand und vollendete. Beim 0:2 aus Saseler Sicht zielte Müller aus spitzem Winkel ins lange Eck. Erichsen blieb stehen, statt abzutauchen und den Ball so möglicherweise zu stoppen. So trudelte die Kugel an den Pfosten und über die Linie, wo Erichsen dann zu spät zur Rettung ansetzte. „Wir selbst schicken Teutonia mit einer komfortablen Führung in die Halbzeitause“, ärgerte sich Zankl, der mit Blick auf ein wiederholtes Foul von Teutonias bereits verwarntem Dino Fazlic noch vorm Seitenwechsel feststellte: „Ich glaube, wir hätten gegen zehn Mann weiterspielen müssen. Dass Teutonia den Spieler dann rausnimmt, war überfällig. Das erste Foul ist dunkel-gelb, dann kommen zwei hinterher und für das vierte bekommt er kein Gelb-Rot – da muss der Schiri mutig sein.“

Mit numerischer Gleichzahl ging es also in den zweiten Durchgang, in dem Sasel laut Zankl „das 1:2 machen kann. Danach sind wir dann naiv. Es gab eine Phase, wo wir zehn bis 15 Minuten den Ball haben, aber dachten, wir können es nicht mehr drehen.“ Dementsprechend sei sein Team „unsauber geworden. Die Wechsel haben nicht gegriffen, wir haben viele Bälle zu schnell verloren. Die Gegentore sind mega bitter“, so Zankl, der mitansehen musste, wie Müller nach 74 Minuten zunächst auf 3:0 erhöhte, ehe Ermann elf Minuten vor dem Ende den 4:0-Endstand besorgte. „Das Spiel war viel enger, als es das Ergebnis aussagt. Wir haben es versäumt, die richtigen Akzente zu setzen und haben dem Gegner in die Karten gespielt“, sagte Zankl, dessen verletzter Keeper Tuffour draußen auf der Bank Glück hatte, dass Schiri Janik Möller (SV Lieth) nach einem Griff Tuffuors in das Gesicht von Teutonia-Abwehrspieler Niklas Holz und einem damit verbundenen Schubser nur „Gelb“ zog.

Zankl: „Wir hatten ein paar Spieler auf dem Platz, die ihren Job nicht richtig gemacht haben“

Sasels Yannis Büge treibt den ball nach vorn, Teutonias Dino Fazlic (hi.) kann nur zusehen. Foto: Genat

„Wir hatten ein paar Spieler auf dem Platz, die ihren Job nicht richtig gemacht haben – das muss man bei den individuellen Fehlern ganz klar anmerken. Wir waren anscheinend nicht bereit für dieses Spiel, aber wir waren nicht die schlechtere Truppe. Wir können und dürfen verlieren, aber die Niederlage tut richtig weh“, bilanzierte Zankl und ergänzte: „Wir müssen daraus lernen und einige Spieler müssen sich reflektieren, jeder einzelne kann noch besser werden in dieser Saison. Wir sind im Training vom Niveau noch nicht an dem Punkt, dass wir uns stabil entwickeln. Wir haben individuelle Fehler gemacht, ansonsten wäre das eine ganz enge Kiste geworden. So müssen wir die Niederlage schlucken und unsere Lehren daraus ziehen. Aber es ist nicht so, dass wir jetzt aus allen Wolken fallen.“

Auf der anderen Seite bekannte Sören Titze, er sei „mächtig stolz“ auf seine Mannschaft. „Wir haben in den ersten zehn Minuten nicht ganz so griffig ins Spiel gefunden, wie ich mir das vorgestellt habe. Sasels Chance aus der zehnten Minute war der Weckruf. Danach haben wir das hinbekommen, Wir hatten einen Matchplan mit unserer Dreierkette, wollten Ballverluste provozieren und schnell über die Außen nach vorne spielen. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben diszipliniert gespielt, waren gierig und hatten Lust. Jeder ist für den anderen mitgelaufen“, erklärte der Teutonia-Trainer und fügte hinzu: „Ich denke, dass es ein in der Höhe gerechtes Ergebnis ist, weil wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zugelassen haben. Dass wir über das ganze Spiel hinweg so viele Chancen bekommen würden, hätte ich nicht gedacht. Wenn man wenig Chancen zulässt und vier Tore macht, gewinnt man zurecht.“

Jan Knötzsch

Fotogalerie

Kommentieren