01.06.2018

Gerke: „Favoritenrolle liegt bei Condor II – aber der größere Druck auch“

FC Alsterbrüder II und SCC-Reserve bestreiten Samstag HOLSTEN-Pokalfinale

Zuletzt feierte die Reserve der Alsterbrüder den Aufstieg und die Meisterschaft in der Kreisklasse 7. Foto: FCA

Seit dem letzten „großen“ Spiel an der Hoheluft ist kaum Zeit vergangen: Am 21. Mai ermittelten die TuS Dassendorf und der Niendorfer TSV – bekanntlich mit dem besseren Ende für „Dasse“ – den ODDSET-Pokal-Sieger der Saison 2017/2018. Danach war der Kunstrasenplatz Schauspiel des Kicks zwischen der „Zweiten“ von Holstein Kiel und dem VfL Oldenburg am zweiten Spieltag der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord. Am Samstag nun stehen sich ab 16.30 Uhr dort der FC Alsterbrüder II und die Reserve des SC Condor gegenüber – und es geht um nichts Geringeres als den Titel des HOLSTEN-Pokal-Siegers.

Die Vorzeichen könnten vor dem Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten nicht unterschiedlicher sein: Der SC Condor II geht ein letztes Mal als Landesligist an den Start – und hat die schwere Bürde eines Abstiegs in die Bezirksliga im Gepäck. Die „Zweite“ der Alsterbrüder steht letztmalig als Kreisklassist auf dem Feld – und geht mit der Motivation ins Spiel, gerade nach dem Aufstieg in die Kreisliga auch noch den Meistertitel in der Kreisklasse 7 errungen zu haben. Entsprechend ist man beim Widersacher vom Berner Heerweg gerüstet: Das Trainerteam um Chefcoach Fabian Facklam, für den es das letzte Match in verantwortlicher Position ist, ehe er dem SC Condor II und Deutschland den Rücken kehrt und nach Mexiko übersiedelt, nahm den Kontrahenten am vergangenen Sonntagvormittag noch einmal unter die Lupe und machte sich ein Bild vom Gegner.

Gerke: „So ein Finale ist nochmal was anderes als ein Liga-Spiel – wir wollen es genießen“

Dürfen sich die FCA II-Kicker auch am Samstag zum Siegerbild bereitstellen? Foto: FCA

Ganz anders die FCA-Zweitvertretung. „Wir tun ganz gut daran, wenn wir uns auf uns und auf den Titel, den es zu holen gibt, konzentrieren. Das haben wir die gesamte Saison über immer so gemacht“, verrät Trainer Martin Gerke, dass er auf eine Spionage-Tour zu einer Begegnung der „Raubvögelchen“ bewusst verzichtet hat. Etwas anderes als ein „normaler“ Auftritt in der Liga ist das Spiel dann aber sowohl für Gerke als auch seine Jungs dennoch: „Das ist für jeden ein Spiel, das er nicht so oft erleben wird. So oft erreicht man so ein Finale ja nun auch wieder nicht“, sagt der FCA II-Trainer, der auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung aus der Alsterbrüder-Anhängerschaft an der Hoheluft hofft, wo der Übungsleiter sein Team so spielen lassen will „wie wir es die gesamte Saison über getan haben.“ In der hatte die „Zweite“ der Alsterbrüder genügend Erfolg: „Kurz vor Schluss standen wir als Aufsteiger fest, am letzten Spieltag haben wir uns sogar noch den Meistertitel geholt. Das war die Belohnung für ein starkes Jahr“, konstatiert Gerke.


Dass seine Schützlinge nun auch noch im Endspiel um den Pokal stehen, sei „ein Erfolg, den sich die Jungs hart erkämpft habe, der aber während der Saison nicht die oberste Priorität hatte“, befindet der Coach, der das Ganze dadurch aber nicht schmälern will: „Im HOLSTEN-Pokal-Wettbewerb sind 140 Teams dabei, beide Mannschaften stehen nicht nur durch Glück im Endspiel“, sagt Gerke und ergänzt: „Wir haben in diesem Wettbewerb 27:12-Tore erzielt, Condor II hat unter anderem den HSV III rausgeworfen. Ich hoffe auf ein spannendes Spiel. Auf beiden Seiten wird die Spannung hoch sein. Man hat ja schon bei manchem Bundesligisten im Duell mit einem unterklassigen Club gesehen, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Die Ligazugehörigkeit würde ich da außer Acht lassen“, urteilt Gerke, der dennoch weiß: „Die Favoritenrolle liegt bei Condor II.“ Der „größere Druck aber auch“, fügt der FCA II-Trainer an und erklärt: „Wir wollen das Finale genießen. Die Jungs sind heiß.“

König: „Wir sind heiß und uns der sehr kniffligen Aufgabe bewusst“

Dennis König (re.) und der SC Condor II wissen um die Schwere der Aufgabe. Foto: timelash.de

„Wir sind heiß und uns der sehr kniffligen Aufgabe bewusst. Wir wollen das Ding unbedingt holen“, sagt Spieler Dennis König stellvertretend für die Zweitvertretung der Condoraner, die schon zu Wochenbeginn auf ihrer Facebook-Seite mit einem ähnlichen Wortlaut auf die Partie am Samstag vorausblickten: „Man kommt nicht umsonst ins Pokalfinale und hat auf dem Weg schon mehrere Spiele erfolgreich gestaltet, deswegen werden wir niemandem den Gefallen tun und den Gegner unterschätzen. Das dürften wir, die eine solche Saison gespielt haben, auch niemals und unter keinen Umständen tun“, hieß es dort. Von daher wurde unter der Woche hart gearbeitet: „Wir trainieren drei Mal – und das ist richtig intensiv“, ließ SC II-Akteur Kevin Weber schon am Anfang der Woche verlauten und erklärte: „Wir wollen den Titel mehr denn je!“


Denn für die Condor- „Zweite“ ist es noch aus einem ganz anderen Grund ein besonderes Match: Die Equipe vom Berner Heerweg wird nach diesem Spiel und der anschließenden Team-Fahrt nach Mallorca auseinander brechen. Nur drei Akteure des jetzigen Kaders bleiben, alle anderen Spieler wechseln den Verein. „Wir sind heiß auf das Finale & hoffen auf möglichst viele Zuschauer an der Hohenluft“, möchten die „Raubvögelchen“ sich im Idealfall mit dem Gewinn des HOLSTEN-Pokals, dem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro und den zusätzlich ausgelobten elf Kisten Holsten für den Sieger verabschieden. Auf den Zweitplatzierten warten fünf Kästen sowie eine Prämie von 500 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben übrigens freien Eintritt zum Finale.

Jan Knötzsch

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