11.07.2019

„Gerade jetzt am Anfang ist es eine unglaubliche Puzzle-Arbeit“

SCVM-Trainer Thorsten Beyer im Interview

Im Kader stehen viele junge Spieler. Wer soll Führungsaufgaben übernehmen?

In Neuzugang Hauke Harrsen sieht Beyer einen spielenden Co-Trainer auf dem Feld. Foto: Bode

Beyer: Ich habe das letztens einmal durchgerechnet. Da haben wir mit einem Altersschnitt von 21,7 Jahren auf dem Platz gestanden. Wir haben das Glück, dass wir mit Hauke Harrsen einen Spieler haben, der nicht nur sportliche Qualitäten und Fähigkeiten hat, obwohl er ein Jahr pausiert hat. Er denkt nicht nur wie ein Spieler, sondern auch wie ein Trainer, weil er zuletzt selbst die U16 des USC Paloma gecoacht hat. So gesehen ist er so etwas wie ein Spielertrainer auf dem Platz. Oder ein spielender Co-Trainer – wie auch immer man das bezeichnen möchte. Mit Anil Demir haben wir einen Spieler dazubekommen, der für die Motivation und Ansprache sehr wichtig ist. Er peitscht und pusht die Mannschaft positiv. Und mit Tobias Kehr haben wir jemanden, der auf dem Platz ein klarer Leader ist, weil er auch schon eine fußballerische Vergangenheit hat, die die Mitspieler in der Gegenwart beeindruckt.

Wie sieht es entsprechend des jungen Teams in Sachen Saisonziel aus? Backt ihr kleine Brötchen, Stichwort Klassenerhalt, oder könnt ihr überraschen?

Beyer: Wir werden am Wochenende ins Trainingslager nach Mölln fahren. Dort ist auch die Frage nach dem Ziel ein Teil des Programms. Ich als Trainer habe ein persönliches Ziel für mich: Dass die Mannschaft am Ende besser ist als jetzt am Anfang. Deutlich besser. Wir wollen als Team versuchen, das zu erreichen. Was eine Platzierung angeht, würde ich gerne deutlich über dem Strich stehen, wenn die Saison beendet ist. 

In der Vorbereitung gab es eine 0:9- und eine 0:7-Niederlage. In wie weit macht dir das Angst für die kommende Spielzeit?

Beyer: Nein, das macht mir keine Angst. Wie ich bereits erwähnt habe: Wir waren auf dem Stand einer Kreisliga-Mannschaft. Gerade auch in diesen beiden Spielen, in denen es die deutlichen Niederlagen gab. Das ist der momentane Bestand. Das und die Ergebnisse zeigen uns: Wir können uns in der Vorbereitung noch verbessern. Die Ansätze sind vorhanden, aber so etwas geht nicht so schnell, wie manche sich das vielleicht als Außenstehende vorstellen. Wir müssen jede Möglichkeit nutzen, Selbstvertrauen zu sammeln und es uns nicht zu zerstören. Deswegen haben wir zum Beispiel auch ein weiteres Testspiel gegen einen höherklassigen Gegner abgesagt.

Abschließend: Welche Überschrift soll am Ende der Saison 2019/2020 über der Spielzeit des SCVM stehen, wenn du es dir wünschen könntest?

Nick Schneider (re.) ist einer der jungen Spieler im Kader der Beyer-Equipe. Foto: Bode

Beyer: Der Verein ist näher zusammengewachsen.

Warum genau diese Überschrift?

Beyer: Wir fahren am Wochenende gemeinsam mit der „Zweiten“ ins Trainingslager und wollen darüber hinaus auch mit unserer „Dritten“ sowie der U19, die in der Landesliga spielt, und der U18, die in der Oberliga zuhause ist, in Zukunft viel enger zusammenarbeiten. Ich habe diese Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaften in meiner Zeit beim ETV kennengelernt. So gesehen ist das die Blaupause, wie wir es jetzt beim SC Vier- und Marschlande auch machen wollen. Das Motto kann nur lauten „Gemeinsam sind wir stärker“. Diese Gemeinsamkeit bringt auch dem Verein viel. 


Interview: Jan Knötzsch

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