24.03.2019

„Ganz großes Kino"

ASV Hamburg unterstreicht Heimstärke im Spitzenspiel

Kollektiver Jubel: Der ASV Hamburg konnte sich gegen den SV Börnsen mit 4:1 durchsetzen Foto: timelash.de

Am 23. Spieltag der Bezirksliga Ost begrüßte der ASV Hamburg den SV Börnsen an der heimischen Snitgerreihe. Das Spitzenspiel des Tabellenzweiten gegen den Tabellendritten sahen insgesamt rund 50 Zuschauer. Es sollte eine Begegnung mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten werden. ASV-Coach und Geburtstagskind Mo Wadhwa (alles Gute an dieser Stelle!) konnte vor allem mit der zweiten Halbzeit seines Teams sehr zufrieden sein. Bei Börnsen herrscht nach dem Leistungsabfall im zweiten Abschnitt dagegen Tristesse. 

Die Gäste aus Börnsen begannen couragiert und wirkten taktisch hervorragend eingestellt. Nach fünf Minuten bereits die erste Chance - Kleinerts Volley hatte allerdings nicht genügend Präzisison, um Ahmadi zu überwinden. Der erste Torschuss der Hausherren war dagegen drin: Nach einem katastrophalen Fehlpass im Aufbauspiel der Gäste und dem dementsprechenden Ballgewinn des ASV, kam Timo Aschenbrenner an die Kugel. Die Sturmkante zögerte nicht lange und schweißte den Ball aus rund 18 Metern zur 1:0-Führung in die Maschen. Doch auch das Tor verschaffte der Mannschaft um Kapitän Mike Appiah keinen wirklichen Zugriff auf das Spiel. Die Antwort des SVB ließ nicht lange auf sich warten. Alexander Tamm veredelte einen ansehnlich vorgetragen Konter zum 1:1-Ausgleich (16.). Im Anschluss versuchte der ASV zwar, die Defensive des Gegners zu durchbrechen, gelingen sollte es allerdings nicht. Börnsen stand stabil und hatte hin und wieder gute Kontergelegenheiten. In der 42. Minute ging aber zur Verwunderung aller Beteiligten der MSV erneut in Führung, auch diesmal wieder so ziemlich aus dem Nichts: Nach einer diagonalen Verlagerung in Richtung Al Radi und dessen Flanke auf Farahi, stand es plötzlich 2:1. Die Nummer Zehn des ASV vollendete die Hereingabe seines Teamkollegen sehenswert per Direktabnahme. Die Halbzeitführung der Gastgeber war zu diesem Zeitpunkt durchaus glücklich. „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht und wenig zugelassen. Der ASV schießt zweimal auf unser Tor und beide Schüsse sind drin. Dass du mit der Leistung zurückliegst, ist definitiv ärgerlich“, so Börnsens Cheftrainer Dennis Tesch. 

Wadhwas Kabinenansprache fruchtet

Nach dem Seitenwechsel ein völlig verändertes Bild: Der Tabellenzweite agierte jetzt deutlich aggressiver und zielstrebiger. Al Radi scheiterte kurz nach Wiederanpfiff freistehend per Lupfer (49.). Fünf Minuten später erhöhte Aschenbrenner zum 3:1. Bitter für die Gäste: Sekunden vor dem Tor stand ASV-Keeper Ahmadi infolge einer Rettungsaktion vermutlich außerhalb des Sechzehners und hielt währenddessen das Leder fest in beiden Händen. Ein Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Aus seinem Abwurf resultierte wenige Momente später das Tor: Aschenbrenner umkurvte Stephan, dem in dieser Szene jegliche Orientierung fehlte und schob außerhalb des Strafraums ins leere Tor ein. Der Genickbruch dann in der 67. Spielminute: Den Schleswig-Holsteinern flog eine eigene Ecke um die Ohren! Der ASV konterte blitzschnell über die Stationen Farahi und Fernandes Arguelho. Letzterer drückte den Ball am Ende aus kurzer Distanz über die Linie. „Dieser Konter war natürlich ganz großes Kino“, attestierte Wadhwa seiner Offensive. Erst in der Schlussphase konnte Börnsen an die Stabilität der ersten Halbzeit anknüpfen und selbst nochmal gefährlich werden. Die Doppelchance von Tamm und Hamester vereitelte Ahmadi jedoch zweimal glänzend. 

Die Trainerstimmen zum Spiel

Wadhwas Halbzeitansprache zeigte Wirkung Foto: timelash.de

Mo Wadhwa: „Börnsen stand in der ersten Halbzeit dicht und wollte uns mit langen Bällen und Kontern weh tun. Das ist aus unserer Sicht glücklicherweise gut gegangen, auch wenn wir zu dem Zeitpunkt sicherlich keine Feldvorteile hatten. In der zweiten Halbzeit war für uns klar, dass Börnsen aufgrund des Rückstandes offensiver werden muss. Die Räume, die für uns dadurch frei geworden sind, haben wir natürlich brutal ausgenutzt. Der Sieg geht für uns aufgrund der zweiten Halbzeit absolut in Ordnung. Bislang sind die drei Punkte das schönste Geburtstagsgeschenk heute. Ich weiß aber noch nicht, was meine Frau mir gleich schenkt.“ 

Dennis Tesch: „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit viel vorgenommen und wollten hier definitiv noch etwas mitnehmen. Mit Wiederanpfiff verlieren wir dann komischerweise etwas die Struktur. Durch verlorene Zweikämpfe und Ungenauigkeiten entstanden dann leider einige Räume für den Gegner, der solche Fehler eiskalt bestraft. In Umschaltsituationen ist der ASV eben bärenstark. Wenn man sich unsere Leistung in der zweiten Halbzeit anschaut, ist es eine verdiente Niederlage. Aufgrund der ersten Halbzeit ist es für uns aber auch mehr als schade, hier ohne Punkte nach Hause zu fahren.“ 

Autor: Philipp Hinze

Kommentieren