Testspiel

Flügellahme „Raubvögel“ niedergestreckt: BU „stehend K.o.“ – aber mit Fortune und weiter mit Lux!

11. Juli 2021, 12:54 Uhr

Während Condor-Kapitän Ken Niederstadt (re.) konsterniert drein blickt, bejubelt Matthias Sesselmann (4. v. re.) seinen Treffer zum 3:0. Foto: noveski.com

Mit Maximilian Richter und Yannick Jonas musste Condor-Coach Ralph Kainzberger nicht nur auf zwei Torhüter, sondern auch auf Leistungsträger wie Michael Sara, Hamid Zazai oder Georgios Cholevas verzichten. Dennoch: Als alleinige Entschuldigung für den – vor allem im ersten Abschnitt – desaströsen Auftritt der „Raubvögel“ beim neuformierten HSV Barmbek-Uhlenhorst dürfte das nicht reichen (Highlights im LIVE-Ticker). Immerhin verfolgen die Farmsener ehrgeizige Ziele. Ziele, denen der SCC im Testkick an der Dieselstraße zu keinem Zeitpunkt gerecht werden konnte...

Aristene Akamé (li.) setzte den Schlusspunkt, vergab aber auch noch einen Hundertprozenter. Foto: noveski.com

Wenn er „die ganze Woche berücksichtige“, dann sei er „im Großen und Ganzen zufrieden“, bilanzierte Jan Haimerl. Der „Headcoach“ von BU sprach damit auf die intensive Trainingswoche mit vier Einheiten und dem Spiel gegen den klassentieferen SC Condor an. „Man konnte schon sehen, dass viele der Jungs in der ersten Halbzeit nach gut 25 Minuten auf waren. In der zweiten Halbzeit waren wir stehend K.o.“, befand Haimerl. Doch das reichte aus, um den Gegner in den ersten 45 Minuten mit ganz einfachen Mitteln immer wieder in arge Bedrängnis zu bringen. Die Hintermannschaft des SCC agierte zuweilen offen wie ein Scheunentor – nahezu jeder Angriff der Hausherren war gefährlich.

Schnelle 3:0-Führung für BU

Bibie Njie (li.) feierte nach Verletzungspause sein Debüt für BU. Foto: noveski.com

Bereits nach 35 Minuten hieß es 3:0 für den Oberligisten. Und schon der Beginn war irgendwie bezeichnend: Rene Jozic manövrierte eine flache Hereingabe von Maurizio Carta in die eigenen Maschen (4.). Condor defensiv komplett konfus, BU zunächst eiskalt: Eine Stafette über Matthias Sesselmann und Sören Borchert schloss Moritz Erichsen zum 2:0 ab (12.), ehe ein langer Chip-Ball von Julian Pötzinger ausreichte, um die Defensive der Gäste komplett auszuhebeln. Sesselmann, der weitere Chancen liegen ließ, blieb diesmal eiskalt und bestrafte das schlafmützige Verhalten der Kainzberger-Kicker mit dem 3:0 (35.).

Akamé setzt Schlusspunkt - zwei neue Testspieler

Pedram Rostami (re., ehemals HSV III) mischte als Testspieler bei BU mit und packte eine starke Grätsche am eigenen Sechzehner aus. Foto: noveski.com

Mit dem Resultat waren die Mannen vom Berner Heerweg noch gut bedient. Apropos gut bedient: „Es wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen, wenn wir nach einer halben Stunde vier oder fünf Dinger gemacht hätten“, sah auch Haimerl eine noch deutliche Führung absolut im Bereich des Möglichen. Stattdessen fing sich seine Elf „ein katastrophales Gegentor“, als ein Einwurf über Umwege bei Condor-Captain Ken Niederstadt landete und dieser mit links ins lange Eck abschloss (38.). Ergebniskosmetik für den Landesligisten, der aber auch nach der Pause kein Kapital aus den müden Beinen der Barmbeker schlagen konnte. Im Gegenteil. Den Schlussakkord zum 4:1-Endstand setzte Youngster Aristene Akamé nach einem herrlichen Doppelpass mit Bibie Njie (85.).

BU-Trainer Haimerl konnte sich nicht nur über den gelungenen Test, sondern auch darüber freuen, „dass wir die Truppe jetzt überwiegend zusammen haben“. Mit Pedram Rostami (ehemals HSV III) und Baran Musa Kocuk (Concordia A-Jugend) mischten noch zwei Testspieler mit. Der erfahrene Rostami sei seit gut einer Woche im Training, klärte Haimerl auf. „Ich kenne ihn noch aus der 'Zweiten' und inzwischen schon seit 2012/13. Die Tür ging vor zwei Wochen zufälligerweise auf.“

Vize-Kapitän bleibt an der Dieselstraße

Eine Geste sagt mehr als tausend Worte: Condor-Coach Ralph Kainzberger schlägt seine Hände vors Gesicht. Foto: noveski.com

Die eine Tür ging auf, eine andere Baustelle wurde geschlossen: „Unser Vize-Kapitän bleibt“, strahlte Haimerl und übermittelte uns die frohe Kunde, dass Yannik Lux dem Verein ebenfalls erhalten bleiben wird. Getreu dem Motto: „So gehe ich nicht!“ Dementsprechend groß war die Freude bei Haimerl, „weil wir viele intensive Gespräche geführt haben und er sich auch viel mit den Jungs ausgetauscht hat. Die Jungs haben sich sehr gefreut, als er es der Mannschaft mitgeteilt hat“, spendete die Mannschaft ihrem Abwehrchef in jenem Moment sogar Beifall. „Das ist für uns ganz wichtig! Denn er ist nicht nur als Fußballer, sondern auch für die Kabine ein unfassbar wichtiger Charakter und Typ. Er vertritt die Mannschaft uns gegenüber, spricht aber auch gewisse Dinge innerhalb der Mannschaft an“, hebt Haimerl die Bedeutung des 30-Jährigen für das Team hervor.

Autor: Dennis Kormanjos

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