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Fast vergessene Fußballhochburgen: BU heute Abend in der „Sportclub Story“ im NDR

01. März 2020, 13:00 Uhr

Der BU-Aufstieg im Jahr 1966. Foto: Screenshot NDR

Aktuell kämpft der HSV Barmbek-Uhlenhorst in der Oberliga um Tore und Punkte – so wie am heutigen Sonntag im Auswärtsspiel beim TSV Sasel. Doch jeder, der sich ein bisschen mit dem Hamburger Amateurfußball beschäftigt und sich in der Szene auskennt, weiß: Hinter dem Club, der aktuell im Stadion an der Dieselstraße beheimetet ist, liegt eine ebenso ruhmreiche wie spannende Vergangenheit – und die ist heute Abend in der „Sportclub Story“ im NDR-Fernsehen ab 23.45 Uhr Bestandteil des Films „Fast vergessene Fußballhochburgen“ von NDR-Journalistin Inka Blumensaat, in deren 30-minütigen Beitrag es um insgesamt drei norddeutsche Vereine geht. 

Der VfV Hildesheim schaffte es 1962 in den Europapokal und verlor in der Intertoto-Runde schließlich in Mostar. „Der Mittelstürmer von Mostar hat barfuß gespielt, trotzdem hat er uns drei eingeschenkt“, sagt Wolfgang „Röhre“ Träger. Göttingen 05 stieg in seiner Vereinsgeschichte beinahe in die Bundesliga auf, der Verein engagierte schon 1968 einen Teampsychologen. „Winkelmann, ein ganz Verrückter – der wollte aus uns Weltklasseathleten machen. Aber sein Wundermittel, das habe ich nicht genommen“, erzählt Spielmacher "Kurtchen" Krauß im Film. Der dritte Club im Bunde ist dann eben der HSV Barmbek-Uhlenhorst.

Brehme, Müller und Matz blicken zurück

Foto: Screenshot NDR

Finanziell unterstützt von „Altpapier-Baron“ Hermann Sanne konnte der Club vom Ende der 1960er-Jahre an etliche ehemalige HSV-Spieler wie Willi Giesemann und Harry Bähre verpflichten. Der Königstransfer gelang 1973, als Stürmer Charly Dörfel nach Barmbek wechselte. „Das waren die letzten Tage von Pompeji. Bei BU habe ich meine Karriere praktisch austrudeln lassen", erzählt der elfmalige Nationalspieler. Ein Jahr blieb Dörfel, das Abenteuer Zweite Liga machte er nicht mehr mit. Für die Barmbeker entwickelte es sich ganz anders als erhofft: Sportlich konnten die Feierabendkicker nicht mithalten, dazu kamen bald große finanzielle Sorgen. Mäzen Sanne zog sich zurück, BU stand mit 500.000 D-Mark in den Miesen.

Eine groß angelegte Solidarisierungswelle verhinderte die Insolvenz. NDR-Journalist Gerd Ribatis konnte Heino, Tony, Cindy und Bert, Costa Cordalis und Roberto Blanco für eine Schallplatte mit dem Titel „Stars singen für BU“ gewinnen. Zehntausend verkaufte Exemplare spülten Geld in die Kassen. Den sportlichen Niedergang konnten die Schlagersänger allerdings nicht verhindern – zwischenzeitlich stiegen die Barmbeker bekanntlich sogar in die Bezirksliga ab. Über BU sprechen im Film Bernd Brehme, Klaus-Hinrich Müller (Torhüter zwischen 1971 und 1977) und der ehemalige BU-Jugendspieler und spätere Abendblatt-Journalist Dieter Matz. Mit ihnen blickt Autorin Inka Blumensaat gemeinsam auf die BU-Geschichte von 1966 bis 1975 zurück.

Der Film ist anschließend bei YouTube und in der Mediathek abrufbar.

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