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Falke-Sturzflug hält an: „Gott sei Dank ist jetzt Winterpause“

09. Dezember 2019, 17:01 Uhr

Nach dem neuerlichen Rückschlag freut sich Falke-Coach Dirk Hellmann auf die Winterpause. Foto: Bode

„Gott sei Dank ist jetzt Winterpause“, hatte Dirk Hellmann nach der 1:2-Pleite beim Glashütter SV genug vom runden Leder. „Wir müssen jetzt extrem Wunden lecken“, gestand der Coach des HFC Falke, ehe er konstatierte: „Das reicht einfach nicht, um den Bock umzustoßen.“ Zwar habe er von seiner Mannschaft „eine gute erste Halbzeit“ gesehen, „zumindest dafür, wie es momentan bei uns läuft“, aber es ziehe sich durch die letzten Spiele hindurch, „dass wir im letzten Drittel oft zu harmlos sind, keine Durchschlagskraft haben und uns so ein bisschen die Inspiration fehlt, die richtigen Entscheidungen zu treffen. So war es diesmal eigentlich auch.“

Mehr Ballbesitz, „bis zum Sechzehner immer mal wieder gefällig gespielt“, aber eben „nicht konsequent genug“: So könnte man das Auftreten des HFC Falke in den ersten 45 Minuten zusammenfassen. „Sei es der erste Kontakt, der letzte Pass, der zu ungenau ist, oder dass wir uns mal nicht durchsetzen im Zweikampf – da kommt dann irgendwie alles zusammen“, so Hellmann, dessen Mannen kurz vor der Pause in Rückstand gerieten, als sich ein eigener Eckball zum Boomerang entwickelte. Den langen Befreiungsschlag der Gäste wähnte Denys Karmazyn im Seitenaus, ehe er die Felle davon schwimmen sah, nachsetzte, aber das taktische Foul verpasste. Daraus resultierte ein Eckstoß, der nur unzureichend geklärt werden konnte. Jonatan Spincke brachte die Kugel aus 14 Metern aufs Tor, Finn-Ole Elsner staubte ab (40.). Der GSV führte am Steinwiesenweg – aber nur kurz. Denn nahezu im direkten Gegenzug spielte „Unglücksrabe“ Karmazyn auf der linken Seite Shahin Taheri frei. Dieser drang mit Tempo in den Sechzehner ein und wurde unsanft gestoppt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte selbst zum Ausgleich (41.).

"Was wir für Gegentore gefangen haben, darüber könnte man ein Buch schreiben"

Auch ansonsten hätte der HFC „gute Momente“ gehabt, „wo der letzte Pass oder eben der Abschluss fehlte“, befand Hellmann. „Das begleitet uns die letzten Spiele extrem. Fußballerisch kann ich der Mannschaft nicht viel vorwerfen gegen eine tief stehende Mannschaft.“ Doch im Umschaltverhalten leisteten sich die „Hellmänner“ immer wieder eklatante Fehler – wie beim 1:2: „Wir sind bei einem Einwurf fast auf Höhe der Mittellinie viel zu passiv und lassen unseren Gegenspieler laufen.“ Jan Maier war derjenige, der rechts durchbrach und unbedrängt flanken durfte. Von einem HFC-Kopf tropfte das Leder Spincke auf den Schlappen und der vollendete formschön per „Bogenlampen-Rückzieher“ in den Knick (52.)! „Was wir für Tore in dieser Halbserie gefangen haben, da kann man ein ganzes Buch drüber schreiben“, verlor selbst Hellmann ein Stück weit den Glauben.

"In der zweiten Halbzeit war es auch fußballerisch nicht mehr gut"

Nach dem neuerlichen Rückstand hätten Finn Hanke (70.) oder auch Henrik Petersen (79.) die Falken noch einmal zurückbringen können. Die besseren Chancen hatten jedoch die zweikampfstärkeren Gäste in ihren Kontersituationen. Beispielsweise Mustafa Ulas, der nur knapp verzog. „In der zweiten Halbzeit war es auch fußballerisch nicht mehr gut“, gab Hellmann zu. „Ich kann total nachvollziehen, dass sich Glashütte als verdienter Sieger fühlt. Um so ein Spiel zu gewinnen, musst du defensiv so dermaßen aufgeräumt sein, dass du dir keine Gegentore fängst – und dann mal mit einem 1:0 rausgehst. So aber geht es in Ordnung und passt zu den Spielen, die wir zuletzt hatten – Paloma mal ausgenommen“, resümierte der Falke-Coach.

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