Bezirksliga Nord

Falke mit Bruchlandung: „Aus 25 Standards und 60 Prozent Ballbesitz nichts gemacht“

HFC muss sich kämpferischen Hoisbüttelern mit 0:1 geschlagen geben

02. November 2019, 00:56 Uhr

HFC-Trainer Dirk Hellmann konnte mit dem Auftritt seiner Elf nicht zufrieden sein. Foto: Bode

Manchmal merkt man schon im Vorfeld, dass es vielleicht einer dieser gern zitierten „gebrauchten Tage“ wird. Weil die Vorzeichen einfach nicht gut stehen. So wie beim HFC Falke vor dem Auswärtsspiel beim Hoisbütteler SV. Gerade mal zwölf Spieler aus dem Liga-Kader standen Coach Dirk Hellmann zur Verfügung, so dass neben einem Akteur aus der „Zweiten“ auch Ligamanager Christopher Dobirr und „Helle“ selbst als Ersatzspieler auf der Bank Platz nahmen. Doch die personelle Misere aoll „keine Ausrede sein, Zwölf Mann aus dem Liga-Kader müssen in der Lage sein, in Hoisbüttel drei Punkte zu holen.“ Waren sie aber nicht. „Weil wir eine Standard kassieren und vorne die Chancen nicht besser ausgespielt haben“, wie Hellmann feststellte.

„Wir haben aus 25 Standards und 60 Prozent Ballbesitz nichts gemacht. Dann verlierst du eben plötzlich mal 0:1. Wenn man sich die letzten drei Spiele gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel ansieht, dann haben wir es gegen GW Eimsbüttel und Hoisbüttel nicht geschafft, ein einziges Tor zu erzielen. Das ist einfach nicht ausreichend, um im oberen Bereich mitzuspielen“, fand Hellmann nach dem Match klare Worte. „Es kommt im Moment“, so der Übungsleiter der „Falken“ weiter, „einfach sehr viel zusammen. Die Zahl der Verletzten und Urlauber trifft uns brutal. Das können wir scheinbar nicht auffangen, weil die Intensität im Trainung wohl nicht hoch genug ist, damit jeder auf einem Niveau abliefern kann. Es gibt Jungs, die in der Formkrise stecken, die aber Wochenende für Wochenende spielen, weil es keine Alternativen gibt. Dann kommt das zustande, was im Oktober jetzt passiert ist.“

„Wir sollten im Moment nicht nach oben gucken, das haben wir definitiv nicht verdient“

Kalte Dusche: Sebastian Gonzales (li.) und Alexander Briegert mussten mit ihren Teamkollegen ohne Punkte die Heimreise antreten. Foto: Bode

Beim Gastspiel auf dem Kay-Weber-Platz brauchte der HFC einige Zeit, um richtig ins Spiel zu finden. Und so ging der HSV dann auch nach 19 Minuten in Führung, nachdem die Gäste zunächst nach 14 Minuten eine eigentlich gute Szene hatten – doch Sebastian Gonzales schoss das Leder nach einer Ecke freistehend ins Seitenaus. Hoisbüttel machte es hingegen besser – allerdings mit Unterstützung des Gegners: Ein langer Ball flog auf die rechte Verteidigerposition des HFC Falke. Denys Karmazyn „schätzt den Ball völlig falsch ein und unterläuft ihn. Der Außenspieler von Hoisbüttel kommt an den Ball. Karmazyn läuft mit allem, was er hat, hinterher und dann wird ein Foul gepfiffen. Der Ball kommt aus dem Halbfeld rein und wird lang und länger. Unser Keeper Benjamin Ernst schätzt ihn nicht optimal ein, will ihn raus wischen, wischt ihn aber an den Pfosten“, ließ Hellmann die Szene noch einmal vor seinem geistigen Auge Revue passieren. Vom Pfosten prallte die Kugel dann zu Daniel Sousa, der einköpfte.

„Wir haben lange gebraucht, um uns davon zu erholen“, musste „Helle“ konstatieren, sah aber immerhin noch die größte Chance seiner Elf vor der Pause, als Alexander Briegert auf rechts durch war und Shahin Taheri bediente. Der aber schoss nach 36 Minuten freistehend über das Tor. Der HSV hingegen brachte außer einem Schuss in der 40 Minute nichts mehr zustande. Nach dem Seitenwechsel wurde es dann wilder, die Menge der Zweikämpfe nahm zu und der bereits verwarnte Sousa hatte nach knapp 55 Minuten Glück, dass er nach einem neuerlichen Foul einer „Ampelkarte“ entging. Kurz darauf wurde er ausgewechselt. „Hoibsüttel war kämpferisch stark. Deren Torhüter musste nicht einmal eine extreme Parade zeigen. Wir müssen uns an die eigene Nase packen und sollten im Moment nicht nach oben gucken. Das haben wir definitiv nicht verdient“, beschied Hellmann, dessen Elf auf Platz drei steht, und stellte abschließend fest: „Wir müssen unsere Wunden lecken, aus dem Loch rauskommen und schauen, dass wir den Spaß am Fußball zurückgewinnen, der gerade abhanden kommt.“

Jan Knötzsch

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