Regionalliga-Meisterrunde

Etienne schockt Bremen: „Es gibt kaum etwas Schöneres, als gegen die andere Raute zu gewinnen!“

29. April 2022, 17:07 Uhr

Robin Velasco im Jubelrausch: Der Angreifer brachte die "Rothöschen" in Front. Archivfoto: KBS-Picture.de

Erster Gratulant war Bryan Hein, dann eilten Robin Velasco und der für ihn kurz zuvor ausgewechselte Moses Otuali von der Ersatzbank herbei und herzten Etienne Sohn. Dem 18-jährigen Angreifer wollte das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen. Kein Wunder, schließlich sorgte der Youngster durch seinen Treffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit (alle Highlights im LIVE-Ticker) für den viel umjubelten „zweiten Derbysieg innerhalb von fünf Wochen, der uns hoffentlich nochmal Auftrieb und Schwung für die verbleibenden drei Spiele geben wird“, strahlte auch Sohn-Coach Pit Reimers – und sprach zugleich auf den 2:1-Sieg des Hamburger SV II beim SV Werder Bremen II am 20. März an.

Bryan Hein (re.) - hier im Austausch mit Horst Hrubesch - zeigte eine starke Leistung und war an beiden Toren beteiligt. Archivfoto: KBS-Picture.de

„Es war auf keinen Fall so, dass wir Zeit von der Uhr nehmen wollten. Ganz im Gegenteil. ‚Eti‘ (Etienne Sohn, Anm. d. Red.) ist immer für ein Tor gut. Und Moses (Otuali) hat in den 90 Minuten zuvor alles investiert, ist viel gesprintet und war einfach ein bisschen müde“, begründete „Rothöschen“-Chefcoach Reimers seinen vollzogenen Wechsel in der Schlussminute. „Wir wussten, dass noch ein bisschen Nachspielzeit sein und er vielleicht diese eine Aktion haben wird. Die hatte er – und deshalb freuen wir uns, dass er das Ding gemacht hat!“

"Die Mannschaft hat wieder ein anderes Gesicht gezeigt"

In dem Moment, als alles danach aussah, dass sich die beiden Nachwuchsteams mit einem schiedlich-friedlichen Unentschieden trennen würden, bediente Bryan Hein auf dem linken Flügel den gut postierten Jonah Fabisch. Dieser machte noch einen Schlenker nach innen, legte sich den Ball auf den rechten Fuß und flankte scharf auf den ersten Pfosten, wo „Joker“ Etienne Sohn die Fußspitze reinhielt und ins kurze Eck traf (90. +2)! „Ich bin natürlich froh, dass wir am Ende noch den ‚Lucky Punch‘ setzen konnten durch ‚Eti‘, der einmal goldrichtig stand. Gerade nach den beiden letzten Spielen gegen Hannover und Hildesheim hat man der Mannschaft heute angemerkt, dass sie wieder ein anderes Gesicht gezeigt hat. Eigentlich das, was uns auszeichnet und unsere Identität sein soll. Deshalb freuen wir uns riesig über den Derbysieg“, bilanzierte Reimers.

Velasco trifft zur Führung, Werder antwortet prompt

Daumen hoch: "Rothöschen"-Coach Pit Reimers freute sich über den Last-Minute-Derbysieg. Archivfoto: KBS-Picture.de

In einer torlosen ersten Halbzeit „hatte Bremen mehr vom Spiel und war die dominantere Mannschaft, allerdings ohne aus dem Spiel heraus wirklich gefährlich zu werden. Ich finde, wir standen defensiv gut. Wir wussten aber, dass Werder bei Standards brandgefährlich ist. Das haben sie heute auch unter Beweis gestellt“, befand Reimers – und sah nach Wiederanpfiff „ein offeneres Spiel. Wir haben ein bisschen mehr den Weg nach vorne gesucht. Dadurch ergaben sich auch hinten größere Lücken. Aber es gab Chancen auf beiden Seiten.“

Die erste Möglichkeit des zweiten Abschnitts nutzte Robin Velasco nach perfekter Hereingabe von Hein zur Führung (52.), die allerdings keine 180 Sekunden Bestand hatte. Denn die Gäste von der Weser antworteten prompt: Tim van de Schepop nickte eine zunächst abgewehrte Ecke im zweiten Anlauf nach Flanke von Min-woo Kim per Aufsetzer ins lange Eck (55.). Letztgenannter hatte dann sogar das 2:1 für die Bremer U23 auf dem Fuß, schob die Kugel aber freistehend an Leo Oppermann und auch am Tor vorbei (63.). Besser machte es Etienne Sohn in der Nachspielzeit – als er noch keine zwei Zeigerumdrehungen auf dem Platz stand.

"Wir sind alle HSVer - da gibt es kaum etwas Schöneres"

Auf die Frage, ob sich ein Derbysieg gegen Werder Bremen noch schöner anfühlt als andere Sieg, entgegnete Reimers ganz ehrlich: „Definitiv! Wir sind alle HSVer, haben die Raute auf der Brust – und da gibt es kaum etwas Schöneres, als gegen die andere Raute zu gewinnen!“

Autor: Dennis Kormanjos

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