Landesliga 02

„Es wäre absolut blauäugig, nach vier Spielen zu sagen: Uns hält keiner auf“

23. September 2021, 22:54 Uhr

Für Daniel Sager und seinen Klub Kosova läuft es in der Liga mehr als nur nach Plan: Vier Spiele, vier Siege. Foto: Olaf Both

Nach dem Pokal-Aus gegen den klassentieferen SV Wilhelmsburg sprach Kosova-Coach Daniel Sager noch von einer „nicht optimalen Vorbereitung“ und drückte sich damit recht verhalten aus. Aufgrund vieler Urlauber musste Sager auf diverse Stammkräfte verzichten und warnte davor, „schon jetzt Riesensprünge zu erwarten, das wäre verfrüht“. Er hoffte und baute „so ein bisschen auf die Pause nach den ersten beiden Spielen“, verriet er uns Anfang August.

Freudensprünge beim "KK": Albin Bektesi (Mi.) bejubelt seinen zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 1:1. Foto: Olaf Both

Und nun? Vier Spiele hat der Klub Kosova in der Landesliga 02 absolviert – und alle vier gewonnen! Die Sager-Schützlinge stehen an der Spitze des Tableaus – und untermauerten ihre Ambitionen mit dem hart erkämpften 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen den SV Altengamme. „Dass wir gut sind und die Mannschaft richtig Qualität hat, das wusste ich von vornherein. Aber in der kurzen Vorbereitung haben uns viele Spieler einfach gar nicht begleitet, so dass wir nicht wussten, wo wir stehen“, berichtet Sager heute. Der „glückliche“ Auftaktsieg in Ohe (2:1) habe den nötigen „Schwung für die kommenden Wochen gegeben“, so der KK-Trainer, der auch nach dem Last-Minute-Triumph gegen den SVA die Trauben noch nicht allzu hoch hängen wollte. „Es war erst das vierte Spiel. Ob man da schon von einem Spitzenspiel reden kann, ist fraglich“, beschwichtigte er.

"Das darf so nicht passieren"

Mit dem Regional- und Oberliga-erfahrenen Benjamin Bambur (Mi.) ist Kosova ein echter "Königstransfer" gelungen. Foto: Olaf Both

Dennoch: Kosova scheint in der aktuellen Form und Phase auch Rückschläge spielend wegzustecken. Gegen Altengamme sei man „dominant“ aufgetreten und habe auch in Person von Top-Transfer Benjamin Bambur die Chance zur Führung gehabt. Stattdessen geriet man in Rückstand, weil „die Balance“, die Sager bereits vor Wochen als Manko ausmachte, nicht stimmte und „ein Ballverlust in der offenen Bewegung“ zum 0:1 führte. Lasse Voigt schloss den Konter ab (26.). „Das darf nicht passieren, nach eigenem Ballverlust so offen dazustehen“, befand Sager, dessen Equipe trotz dessen weiter „mutig und zuversichtlich“ blieb.

Sagers "Glücksgriff" sorgt für Druck und Wende

In der Nachspielzeit am vergangenen Wochenende erzielte Bambur (re.) den Luckypunch zum 3:2-Sieg. Foto: Olaf Both

Nach der Pause gelang der Ausgleich durch Albin Bektesi, der nach Querpass von Bambur zur Stelle war (50.), ehe Jonas Buck die postwendende Antwort gab (51.). Altengamme war wieder vorn! „Dann muss man den Hut vor der Mannschaft ziehen, dass sie auch das weggesteckt hat und weiter angelaufen ist“, lobte Sager sein Team – und sah nun ein „offenes Spiel“. Kosova musste mehr riskieren, Altengamme spielte weiter mit. In der 64. Minute brachte Sager mit Omar Salama einen gelernten Stürmer als Linksverteidiger. „Wir wollten damit ein bisschen mehr Druck von hinten kriegen“, begründete er die Entscheidung, die sich als absoluter „Glücksgriff“ erwies. Denn: Salama bediente neun Zeigerumdrehungen vor Ultimo Kosova-Stürmer Mou-Inzou Bachir, der nur durch ein Foulspiel zu stoppen war und den fälligen Strafstoß selbst verwandelte – 2:2.

Bambur macht's - aber Sager warnt: "In vielen Spielen entscheidet die Tagesform"

Nach dem Siegtreffer in der Schlussminute drehte Bambur (Mi.) zum Jubel ab. Foto: Olaf Both

Als bereits die Nachspielzeit lief, war es erneut Salama, der vom Flügel einen scharfen Ball in den Sechzehner spielte. Bambur sprang rein und markierte tatsächlich noch den 3:2-Siegtreffer (90. +1)! „Eine Willensleistung“, attestierte Sager seinem Schützen und seiner Mannschaft, die mittlerweile „im dritten Jahr fast in der gleichen Konstellation mit punktuellen Verstärkungen“ zusammen ist. In jener Zeit habe man „einen Prozess durchgemacht“ und sei „reifer geworden. Die Jungs bleiben ruhig und versuchen, der Linie treu zu bleiben. Auch wenn mal Negativ-Erlebnisse da sind, gehen alle weiter in eine Richtung“, betont der Übungsleiter.

Obwohl man bis dato noch verlustpunktfrei den Platz an der Sonne einnimmt, könne „noch so viel passieren“, weiß Sager genau, wovon er spricht. „Man muss immer konzentriert arbeiten. In vielen Spielen entscheidet die Tagesform“, womit er unter anderem auf die Konkurrenz aus „Düneberg“ und vom „FC Türkiye“ anspricht. „Beide sind nicht weit weg. Beide schätze ich sehr stark ein. Es wäre absolut blauäugig, nach vier Spielen und zwölf Punkten zu sagen, uns hält keiner auf. Wir müssen konzentriert bleiben und von Spieltag zu Spieltag arbeiten“, so Sager abschließend.

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren