16.05.2019

„Es ist grundsätzlich falsch, zu behaupten, das Präsidium will nicht“

Buxtehudes Präsident kann Enttäuschung des Teams nachvollziehen

Beim Buxtehuder SV ist die Zukunft der Ligamannschaft wieder eine ungeklärte Frage. Foto: KBS-Picture.de

Am gestrigen Mittwoch platzte die sprichwörtliche Bombe: Der Buxtehuder SV wird zu seinem Landesliga Hansa-Auswärtsspiel beim SV Nettelnburg-Allermöhe nicht antreten, Trainer „Momo“ Tan hat seine Schlüssel abgegeben und die eigentlich schon gesicherte Zukunft der Mannschaft in der kommenden Saison ist wieder hinfällig (wir berichteten exklusiv). Nachdem Coach Tan gestern im Gespräch mit uns Klartext redete, gibt’s nun auch Aussagen von der anderen Seite zur Thematik.

Buxtehudes Präsident Wolfgang Watzulik, der in den vergangenen Wochen und Monaten derjenige war, der als „Boss“ des Gesamtvereins die Gespräche mit den Fußballern über ihren Fortbestand und die Ausgliederung in eine eigenständige GmbH führte, meldete sich gegenüber dem „Stader Tageblatt“ zu Wort. Erinnern wir uns: Angedacht war, nachdem es wiederholte Male Streitigkeiten gegeben hatte und die komplette Mannschaft zwischenzeitlich bereits ihre Kündigung zum Saisonende eingereicht hatte, dass der Fußball als GmbH ausgegliedert wird, eigenständig arbeitet und die Mannschaften aber weiterhin unter dem „Label“ Buxtehuder SV antreten.

„Wir haben es nicht zeitgerecht hinbekommen, eine Lösung zu finden“

René Klawon hatte bis zuletzt an einer Lösung mitgearbeitet - auch seine Nerven waren in den letzten Wochen arg strapaziert worden. Foto: KBS-Picture.de

Das Problem: Die Ausgliederung in dieser Form hätte der Hamburger Fußballverband (HFV) laut „Stader Tageblatt“ nicht anerkannt, möglich wäre aber eine andere Form wie zum Beispiel die einer Vermarktungs-GmbH gewesen. Als der frühere Trainer und Manager René Klawon 2009 die sportliche Leitung übernommen hatte, hatte die Fußball-Abteilung eine eigene Marketing-Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Diese wurde vom Verein dann 2015 untersagt. Über die Version einer neuen hätte der Verein nun am 27. Mai noch einmal debattieren wollen – aus Sicht der Fußball-Abteilung viel zu spät, um überhaupt noch eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, die in irgendeiner Art schlagkräftig und konkurrenzfähig ist. 

„Wir haben es nicht zeitgerecht hinbekommen, eine Lösung für den Ligabetrieb zu finden“, gibt BSV-Präsident Watzulik zu und erklärt, dass zu lange „in falsche Richtungen geforscht wurde“ – weil man fehlinformiert gewesen sei. Wie das „Stader Tageblatt“ Watzulik weiter zitiert, hätten Gespräche mit andren Vereinen ergeben, dass es auf eine Vermarktungs-GmbH hinauslaufen müsse. Diese bekäme die generierten Sponsorengelder. Der BSV würde den Ligabetrieb bezahlen und mit der GmbH aushandeln, wie viel Geld sie zusteuert. „Es ist grundsätzlich falsch, zu behaupten, das Präsidium will nicht“, sagt Watzulik, der nachvollziehen kann, dass die Fußballer dem Verein vorwerfen, er habe zu lange gebraucht. Und: auch die „Enttäuschung nach der abermaligen Vertröstung kann ich nachvollziehen.“ Beim BSV aber müssen solche Entscheidungen den Gang durch die Gremien gehen. Dazu hätte die erweiterte Vorstandssitzung eben am 27. Mai tagen sollen – zu spät für die Fußballer, die nun ihre Konsequenzen gezogen haben. 

Jan Knötzsch

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften