01.12.2018

„Es bleibt ein fader Beigeschmack“: Bramfeld hadert mit der Schlussminute

BSV und Altengamme trennen sich 2:2 – Aberkannter Abseitstreffer und zwei Fouls sorgen für Ärger

Lange Gesichter nach dem nicht gegebenen Treffer in der Schlussminute: Die BSV-Trainer Carsten Henning (li.) und Mirko Schulz. Foto: Bode

So ganz hatte Mirko Schulz seinen Humor nach dem 2:2-Remis gegen den SV Altengamme nicht verloren. „Das war ein historisch schweres Auswärtsspiel, wie wir es aus dem ODDSET-Pokal in dieser Saison und den Ligaspielen in den Jahren davor schon kannten. Deswegen sind wir gar nicht so unzufrieden mit dem einen Punkt“, konstatierte die eine Hälfte des Trainerteams des Bramfelder SV. Und das, obwohl es in Schulz doch mächtig gebrodelt haben dürfte. Schuld aus Sicht der Gäste war daran Spielleiter Björn Lassen (Barsbütteler SV). Der hatte zunächst im ersten Durchgang ein BSV-Tor wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht gegeben. Und dann kam die Schlussminute....

Was in der passierte? Nun, der Reihe nach: Die Kugel flog Richtung Altengammer Strafraum. Nick Mohr und SVA-Keeper Matthias Schwartz gingen beide zum Ball, Mohr brachten den Ball über die Linie, Referee Lassen pfiff Foul – aber nicht für, sondern gegen den BSV. Der Treffer zählte nicht. „Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn man ein angebliches Abseitstor schießt, bei dem man darüber streiten kann, ob es Abseits war oder nicht, und dann in der 90. Minute ein Foul gegen sich gepfiffen bekommt, wo man im besten Fall auf Elfmeter für uns statt auf ein Foulspiel am Torwart entscheiden muss“, ärgerte sich Schulz, „aber wir nehmen es sportlich: Wir reisen mit einem Punkt aus Altengamme wieder ab. Das schaffen auch nicht viele.“

Geffert: „Den ersten Treffer werfen wir uns selbst rein“

Da jubelte Bramfeld noch: Milos Ljubisavljevic (li.) traf nach sechs Minuten zum 2:0 für die Gäste. Foto: Bode

Dabei war der BSV nicht nur in den beiden strittigen Szenen nah am „Dreier“, sondern bereits zuvor. Christopher Skalnik (3.) und Milos Ljubisavljevic (6.) hatten die Gäste bereits früh mit 2:0 in Front gebracht und es sah ganz danach aus, als wäre Bramfeld bereits frühzeitig in Richtung Siegerstraße abgebogen – und das unter freundlicher Mithilfe der Hausherren, wie Jörn Geffert befand. „Den ersten Treffer werfen wir uns selbst rein. Matthias Schwartz (der den an den Adduktoren verletzten Alexander Golinske zwischen den Pfosten vertrat, Anm. d. Red.) haut sich den Ball selbst wie ein Volleyballer in den Winkel. Ein ganz klarer Torwart-Ball“, so der SVA-Coach, der beim zweiten Treffer sah, wie „Ljubisavljevic mit einer Körpertäuschung nach innen zieht, Schwartz auf dem Boden liegt und umspielt wird.“ Da, so Geffert, „waren wir nicht griffig genug.“

Immerhin: Der Gastgeber kam noch vor der Pause zurück. Erst traf Janis Voß zum 1:2 aus Sicht der Hausherren (22.), zehn Minuten später musste BSV-Keeper Sascha Kleinschmidt den Ball dann erneut aus dem Netz holen. Nach einem „sensationellen Freistoß von Jannis Reinhardt aus 35 Metern“ (O-Ton Geffert) netzte Sandro Schraub mit dem Hinterkopf zum Ausgleich ein. „Nach dem 0:2-Rückstand waren wir wieder Altengamme. Großartig! Wir haben über 80 Minuten ein tolles Spiel gemacht“, befand Geffert und erklärte aus seiner Sicht: „Für beide Mannschaften war noch mehr drin. Wir hätten noch den Lucky Punch setzen können, aber Bramfeld ist auch eine baumstarke Mannschaft. Sie hatten ja auch noch die Szene, wo der Schiedsrichter ein Foul an unserem Torwart und nicht zugunsten des Bramfelders gibt.“

Henning: „Insgesamt hätten wir der glücklichere Sieger sein können“

Altengammes Coach Jörn Geffert war mit dem Comeback seiner Elf nach dem 0:2-Rückstand zufrieden. Foto: Bode

Aber: Auch auf der anderen Seite sah Schiri Lassen, dem Geffert eine „insgesamt gute Leistung“ attestierte, in einer Szene nicht gut aus: „Wir bekommen nach einem Foul im Mittelfeld, wo der Ellenbogen rausgeht, den klaren Vorteil abgepfiffen, obwohl Jannis Reinhardt in der Situation allein Richtung Torwart zusteuert“, ärgerte sich Geffert, bilanzierte aber, dass unterm Strich „beide Seiten zufrieden sein“ könnten. „Wenn man mit 2:0 führt, dann kann man als Spitzenmannschaft auch mal als Sieger den Platz verlassen. Das haben wir nicht geschafft, weil wir einige Sachen nicht richtig gemacht haben. Dann spielt man halt in Altengamme 2:2“, hielt Mirko Schulz dem entgegen und zog eine Gesamtbilanz des ersten BSV-Saisonhalbjahres: „Sicher haben wir den einen oder anderen Punkt, den wir gerne noch mehr gehabt hätten, liegengelassen. Aber: Wir sind mit der bisherigen Serie zufrieden.“

„Wir sind super ins Spiel gekommen, haben dann allerdings nach dem 2:0 den Faden verloren. Altengamme hat es mit dem gewohnten Spiel versucht: Lange Bälle in die Spitze. Durch ein Ping-Pong-Tor kommen sie zum Anschlusstreffer. Das zweite Tor entsteht durch einen Freistoß, den sie gut ausspielen. Es folgt unser angebliches Abseitstor, das aus unserer Sicht kein Abseits war“, ließ Schulz' Trainer-Mitstreiter Carsten Henning die ersten 45 Minuten Revue passieren, „zum Ende hin hatten wir nich einige Chancen und schießen das Tor, wo das Foul gegen uns gepfiffen wird. Allerdings war auch die Szene, in der der Schiri Altengamme den klaren Vorteil weg pfeift, strittig. Insgesamt hätten wir von den Möglichkeiten her der glücklichere Sieger sein können.“ So aber nehme man „den einen Punkt gerne mit. Wir freuen uns, dass wie 43 Zähler in 19 Spielen geholt haben. Das haben wir vorher so auch nicht gedacht“, sagte Henning abschließend.

Jan Knötzsch

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