11.11.2018

Erster BEINbruch: Paloma-Joker beendet HSV III-Serie!

Rabenhorst: „Es hat nicht die fußballerisch bessere Mannschaft gewonnen“

Während Michele Morrone um Hilfe von oben bittet (li.), ist Matchwinner Tom Bein (re.) nach seinem Führungstreffer nicht mehr zu halten - auch nicht von Christian Merkle. Foto: Hanno Bode

45 Minuten lang tasteten sie sich ab – mit spielerischer Dominanz des Verfolgers, aber ohne nennenswerte Torraumszenen (alle Highlights im LIVE-Ticker). „Wir waren dominant, wollten Fußball spielen, haben uns aus Pressing-Situationen gelöst und hinten nichts zugelassen“, befand HSV III-Coach Marcus Rabenhorst, der zusammen mit Christian Rahn die Geschicke bei den „Rothosen“ leitet. Der USC Paloma stand derweil tief, wirkte sehr passiv und überließ dem „Herausforderer“ den Ball. Taktik? „Den Plan, nicht aufs Tor zu schießen, habe ich noch nicht in der Schublade“, scherzte USC-Übungsleiter Steffen Harms. „Uns war klar, dass wir durch die Spielanlage des HSV automatisch ein bisschen tiefer reingedrückt werden und nicht immer Druck auf die Bälle kriegen – aber wir wollten trotzdem über ein gutes Umschaltspiel kommen.“

Auch der Beistand von „Uns Uwe“ Seeler konnte dem HSV III nicht helfen. Foto: Hanno Bode

14 Spiele, elf Siege, drei Remis: Die „Dritte“ des HSV war vor dem Gipfeltreffen mit dem Primus von der Brucknerstraße noch ohne jede Niederlage. Und wer weiß, ob die Serie eine Fortsetzung gefunden hätte, wenn Michael Ulbricht in der 63. Spielminute etwas genauer gezielt hätte? Nach einem Foul von Paloma-Keeper Sebastian Voß gegen Sepehr Nikroo zeigte der tadellose Referee Jarno Wienefeld (VfL Lohbrügge) auf den Punkt. Verteidiger Ulbricht, „eigentlich ein ganz sicherer Schütze“, wie Team-Manager Milenko Mutabdzija hinterher meinte, traf den Ball jedoch nicht richtig und so flog dieser per leichtem Aufsetzer am linken Pfosten vorbei. Es war die große Chance zur Gäste-Führung – und das in einer Phase, in der „bei uns ein kleiner Bruch im Spiel war“, wie Rabenhorst konstatierte. „Aktuell noch unerklärlich, warum wir dort nachgelassen haben“, fügte er an. Die Uhlenhorster witterten nun ihrerseits die Gelegenheit, den Norderstedtern in der Tabelle weiter zu enteilen. „Wir wollten definitiv mutiger sein und unsere Chance auf ein Fußballspiel suchen. Denn das ist auch unsere Qualität“, erklärte Steffen Harms die Herangehensweise in der zweiten Halbzeit.

Tom sorgt für den BEINbruch

Ein niedergeschlagener Michael Ulbricht (re.) nach seinem vergebenen Strafstoß. Foto: Hanno Bode

Und so zog Harms noch ein Ass aus dem Ärmel. Ein Trumpf, den die Gäste nicht hatten: „Grundsätzlich war unsere Bank von den Namen her sehr gut besetzt. Aber keiner der Spieler war bei 100 Prozent“, verriet Rahn anschließend – und sprach damit insbesondere auf den verletzungsbedingt fehlenden Torjäger Jendrik Bauer an: „Er war in den letzten Wochen sehr effektiv und hat viele Tore gemacht. Ihn hätten wir heute sicher auch gerne aufs Feld geschickt. Aber er hatte letzte Woche schon Probleme mit den Adduktoren und das hat sich in dieser Woche nicht gebessert. Das hat uns in der zweiten Halbzeit so ein bisschen das Genick gebrochen.“ Insbesondere, als Sturmspitze Manuel Brendel angeschlagen die Segel streichen musste – und Harms seinen bereits angesprochenen Joker zog. Tom Bein ersetzte den glücklosen Torben Lindholm, der kurz nach Wiederanpfiff am leeren Tor vorbei schoss und den „Hundertprozenter“ zur Führung vergab (48.).

Rabenhorst: „Es hat nicht die fußballerisch bessere Mannschaft gewonnen“

Nicht einmal, sondern zweimal schlug er zu: USC-Sieggarant Tom Bein. Foto: Hanno Bode

Sieben Minuten war jener Tom Bein auf dem Platz, da hielt er in einen scharfen Ball von Lion Mandelkau die Hacke rein – 1:0 (65.)! Doch damit noch nicht genug. Zwölf Zeigerumdrehungen darauf schickte ihn Dominic Ulaga auf die Reise. Dominik Jordan konnte den Ball nicht abfangen – und so steuerte Bein blank auf Tino Dehmelt zu, tunnelte diesen und sorgte damit für die Vorentscheidung (77.). Nun kannte der Jubel bei den ekstatisch auf dem Platz stürmenden „Tauben“ keine Grenzen mehr! „Erst haben wir das Quäntchen, dass der Elfmeter nicht reingeht. Dann haben wir die Nuancen auf unsere Seite gezogen“, freute sich Harms und untermauerte seinen „Stolz“ auf die Truppe. Während der HSV III im 15. Anlauf zum allerersten Mal als Verlierer den Platz verlassen musste. Daran konnte auch der „gute Geist“ von Uwe Seeler nichts ändern. Die HSV-Legende bekam in der Halbzeitpause von den Paloma-Verantwortlichen einen Scheck für seine Stiftung sowie nachträglich zu seinem 82. Geburtstag Blumen und Wein überreicht. Gegen sehr disziplinierte „Palomaten“, die in der Defensive kaum etwas anbrennen ließen, taten sich die Gäste enorm schwer. Es fehlte an der Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor. Wenngleich die allererste Saison-Schlappe „kein Beinbruch für uns ist“, wie Rahn festhielt. In dieselbe Kerbe schlug Rabenhorst: „Auch wenn wir eine Niederlage kassiert haben, bin ich mit dem Gesamt-Auftritt zufrieden.“ Denn, so Rabenhorst: „Ich glaube, dass nicht unbedingt die fußballerisch bessere Mannschaft gewonnen hat.“ Doch letztlich sorgte Tom für den BEINbruch… 

HSV III-Coach Marcus Rabenhorst über die Gründe für die Niederlage

USC-Übungsleiter Steffen Harms mit seiner Analyse zum Spitzenspiel

Autor: Dennis Kormanjos

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