Oberliga

Erste Ercetin-Entscheidung: „Neco“ soll Führungsrolle in Meiendorf einnehmen!

23. März 2021, 08:17 Uhr

Necati Agdan (li.) von Liga-Konkurrent Concordia ist der erste Transfer von Meiendorfs neuem Sportlichen Leiter Mustafa Ercetin (re.). Foto: privat

Nach seinem Wechsel vom jetzigen Regionalliga-Anwärter SV Todesfelde zum Niendorfer TSV im Sommer 2017 machte Necati Agdan schnell von sich reden. In jungen Jahren beackerte Agdan die rechte Seite am Sachsenweg und erreichte mit den Farhadi-Mannen sogar das Hamburger Pokalfinale. Rückblickend spricht Agdan von „zwei Bomben-Jahren“ beim NTSV, ehe er zur Saison 2019/20 „ein neues und interessantes Projekt, das ich mit voller Motivation angegangen bin“, in Angriff nahm. Und zwar bei Concordia Hamburg. „Der Start war auch gut…“, erinnert sich der 23-Jährige. Doch dann geriet seine Laufbahn ein Stück weit ins Stocken…

Gegen Dassendorf feierte Necati Agdan (li.) nach langer Leidenszeit sein Startelf-Comeback für Cordi - dann kam Corona. Foto: KBS-Picture.de

Der Grund: Agdan zog sich einen Kreuzbandriss zu und fiel lange aus. „Corona hat mir da ein bisschen geholfen, dass ich nicht allzu viele Spiele verpasst habe.“ Aber: „Als ich wieder fit und drauf und dran war, meine Form zurückzufinden, kam die nächste Corona-Unterbrechung“, blickt er mit gemischten Gefühlen auf die vergangenen anderthalb Jahre zurück. Genauer gesagt: Nach seinem lang ersehnten Startelf-Comeback gegen Dassendorf (0:4) machte der Lockdown dem weiteren Spielbetrieb einen Strich durch die Rechnung. 


„Für mich war es in der Hinsicht schlimm, dass ich mich nach der Verletzung erst einmal sortieren musste und viel investiert habe, um wieder fit zu werden. Ich war beispielsweise in der Türkei, habe dort ein Aufbautraining organisiert und gemacht – und bin mit Ambitionen wieder zurückgekommen.“ Obwohl er seit Sommer 2019 – aufgrund seiner Verletzung und der Corona-Pandemie – lediglich fünf Ligaspiele für Cordi absolvieren konnte und die Zeit als „etwas holprig“ in Erinnerung behält, wollte der Verein mit ihm verlängern. „Aber ich habe mich dazu entschlossen, den Verein zu verlassen“, verrät er uns nun.

Ercetin lotst Agdan an die B75

Agdan (re.) im Duell mit dem langjährigen Bundesliga-Profi Martin Harnik. Foto: KBS-Picture.de

Damit ist Agdan der nächste Akteur, der den „Bekkamplern“ den Rücken kehrt. Und auch die neue Heimat des Rechtsverteidigers steht schon fest. „Neco“ verstärkt nämlich den Meiendorfer SV! Der Hauptgrund: Der neue Sportliche Leiter an der B75, Mustafa Ercetin. „Wenn ‚Musti‘ nicht bei Meiendorf gewesen wäre, hätte ich es nicht gemacht. Er ist der entscheidende Faktor“, macht er keinen Hehl daraus. Bereits im vergangenen Winter klopften die Verantwortlichen des MSV bei Agdan an und handelten sich eine Absage ein. Nun aber gab er seinem künftigen Teamkollegen und Sportchef sein Ja-Wort. „Musti hat mir von dem, was er und der Verein vorhaben, erzählt. Ein sehr spannendes Projekt. Mir wurde gesagt, dass ich eine sehr wichtige Rolle im System spielen und eine Führungsrolle einnehmen soll“, berichtet er.

"In meiner jetzigen Verfassung wäre es nicht richtig..."

Beim Niendorfer TSV startete Agdan in der Oberliga durch. Nun zieht es ihn zum Meiendorfer SV. Foto: KBS-Picture.de

Obwohl Agdan ihn einige Zeit lang zappeln ließ, blieb Ercetin beharrlich – mit Erfolg. „Ich habe ‚Musti‘ drei Wochen lang warten lassen, weil ich mit Cordi schon sehr weit war, und trotzdem hat er weiter an mir festgehalten“, hat sich die Hartnäckigkeit nun ausgezahlt. 


Für den Wechsel nach Meiendorf legt Agdan auch seine Regionalliga-Ambitionen – Concordia kokettiert mit einer Meldung – erst einmal ad acta. „Wir wissen ja nicht mal, ob es einen Aufsteiger geben wird oder nicht. Und der zweite Punkt ist: Ich muss wieder regelmäßig spielen. Ich habe jetzt über anderthalb Jahre keinen Fußball gespielt durch die Verletzung und Corona. Ich bin jemand, der das Vertrauen und die Liebe vom Trainer braucht, um meine alte Form wieder zu erreichen“, verfügt er über seine sehr gesunde Selbsteinschätzung – und gesteht ganz offen: „Ich hatte viele Anfragen aus der Oberliga und vor zwei Jahren sogar die Möglichkeit, in die Regionalliga zu gehen. Mein Ziel war es immer, eines Tages in der Regionalliga zu spielen. Aber in meiner jetzigen Verfassung – nach einer Verletzung und ohne Spielpraxis – wäre es einfach nicht richtig“, so die sehr reife Aussage des gebürtigen Kaltenkircheners. „Da gilt das Sprichwort: Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um wieder zwei nach vorne gehen zu können“, so Agdan.

"Jeder, der mich kennt, weiß: Ich bin ein ambitionierter und ehrgeiziger Typ"

Immer mit vollem Einsatz bei der Sache: In Meiendorf will Agdan (Mi.) endlich wieder voll durchstarten. Foto: KBS-Picture.de

Er brauche „einfach ein Umfeld und eine Mannschaft, wo ich Leistungsträger bin und regelmäßig spielen kann“. Das sei in Meiendorf gegeben. Auch Chefcoach Gökhan Acar habe einen „sehr sympathischen“ Eindruck hinterlassen und ihn gleich das erhoffte Vertrauen spüren lassen, erzählt Agdan, dessen Zielsetzung ebenfalls sehr konkret klingt: „Dass ich wieder regelmäßig spielen will, das ist die eine Sache. Aber jeder, der mich kennt, der weiß, dass ich ein sehr ambitionierter und ehrgeiziger Typ bin. Sowohl in Niendorf als auch bei Cordi ging es immer darum, eine Top-Platzierung zu erreichen. Mein ganz persönliches Ziel mit Meiendorf lautet, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen“, sollen die Abstiegsängste an der Meiendorfer Straße der Vergangenheit angehören. Und vielleicht ergibt sich eines Tages für Necati Agdan auch wieder die Chance, den nächsten „Step“ auf der Karriereleiter in Angriff zu nehmen…

Autor: Dennis Kormanjos

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