10.02.2018

Erst steht Monteiro Branco „blanko“, dann nimmt sich Scharkowski den SVCN zur Brust

Curlsack rutscht beim 0:4 gegen den SC Victoria ordentlich aus

Torschützen unter sich: Vickys Nick Scharkowski (li.) und André Monteiro Branco jubeln. Foto: KBS-Picture

Grün, so heißt es, ist die Farbe der Hoffnung. Grün waren auch die Leibchen, die die Spieler des SV Curslack-Neuengamme am Freitagend im Auswärtsspiel beim SC Victoria über ihren dunkelblauen Trikots tragen mussten. Schiedsrichter Konrad Oldhafer war die Oberbekleidung der Gäste einfach zu ähnlich mit der, mit der die Vicky-Spieler aufliefen. Und so gaben die Akteure vom Gramkowweg – übrigens mit gelben Stutzen, die man sich laut Vicky-Coach Jean-Pierre Richter bei den Hausherren leihen musste – ein farblich ziemlich konfuses Bild ab. Konfus war irgendwie auch der Gesamtauftritt des SVCN. Kein Wunder also, dass es mit der Hoffnung, an der Hoheluft etwas zu holen, weit vorm Ende dahin war...

Nach genau 61 Minuten war dies der Fall. So beschied es zumindest Torsten Henke. „Mit dem 2:0“, sagte der Curslack-Coach nach der Begegnung, „war das Spiel entschieden.“ Nur eine Zeigerumdrehung zuvor sah dies noch ganz anders aus. Da bestaunte „Henko“ von der Seitenlinie aus ein butterweiches Zuspiel von Jan Landau auf den exakt im richtigen Moment in den Strafraum einlaufenden Stjepan Radic. Doch statt die Kugel im Tor von Vicky-„Goalie“ Dennis Lohmann unterzubringen, ließ der eingewechselte Gäste-Akteur die Gelegenheit ungenutzt verstreichen. Im Gegenzug „klingelte“ es dann hinter SVCN-Keeper Leon Giese: Dennis Bergmann flankte das Spielgerät von der rechten Bahn direkt in den „Fünfer“, wo Nick Scharkowski gänzlich ungedeckt stand und das Leder mit der Brust (!) über die Linie drückte, um anschließend jubelnd abzudrehen.

Henke: „Wir sind mit dem 0:4 gut bedient – alles andere wäre Schönfärberei“

Dennis Bergmann vergab zwar per Strafstoß für die Hausherren, glänzte dafür aber als Vorlagengeber. Foto: KBS-Picture

„So paradox, wie das im Fußball manchmal ist: Wir hätten vorher das 1:1 machen können. Das wäre sicher nicht verdient gewesen, aber da fragt in dem Moment keiner nach“, stellte Torsten Henke im Anschluss an das Match fest. Und so blieben andere Fragen: Die zum Beispiel, warum Curslacks Kickern weitaus öfter als den Vicky-Spielern vor 223 Zuschauern auf dem Kunstrasen an der Hoheluft die nötige Standfestigkeit fehlte. Wieder und wieder rutschten die SVCN-Akteure weg, schlitterten fröhlich über den Platz und letztlich dann ins Schicksal ihrer Niederlage. „Wir hatten nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit dem Platz riesige Probleme, das haben alle gesehen. Ich glaube, dass das hier ein überragender Kunstrasen ist – diesmal allerdings nicht! Vicky ist da deutlich besser mit zurechtgekommen. Wir hatten Probleme mit dem Schuhwerk. Das soll nicht die Niederlage schönreden, aber: Ich bin ein bisschen zweigeteilt, ob so ein Spiel auf so einem rutschigen Untergrund im Amateurbereich stattfinden muss. Das muss ich leider so mit einwerfen“, konstatierte Henke nach dem Schlusspfiff, gab aber zugleich unumwunden zu: „Es war ein schwacher Auftritt von uns.“

Dass bei den Kickern vom Deich zumindest bis zur 60 Minute und jener Chance von Radic die Hoffnung bestand, an der Hoheluft in klirrender Kälte doch etwas Zählbares mitzunehmen, war der Tatsache geschuldet, dass der SCV vor dem Seitenwechsel doch eine Spur zu leichtfertig mit seinen Einschussmöglichkeiten umging. Einzig und allein André Monteiro Blanco stand nach elf Minuten im Anschluss an einen Eckball von Mirco Bergmann und eine Unsicherheit von Torwart Giese so „blanko“, dass er keine andere Wahl hatte, als das 1:0 gegen seinen Ex-Club zu erzielen. Stichwort keine andere Wahl: Die hatte auch Referee Oldhafer nach 30 Minuten nicht, als Tom Bober im eigenen Strafraum Dennis Bergmann zu Fall brachte. Der Elfmeterpfiff war die logische und berechtigte Folge. Doch der Gefoulte selbst schaffte es nicht, den Ball vom Punkt an Giese vorbei zu bugsieren, sondern scheiterte am Mann zwischen den Pfosten. Glück für Unglücksrabe Bober, der danach noch einmal in einer kuriosen Szene mit Fortuna im Bunde war: Der Stadionsprecher hatte nach 33 Minuten gerade durchgesagt, dass vor dem Stadion ein Auto falsch geparkt war, als Curslacks Linksverteidiger vehement in Richtung Ersatzbank gestikulierte. Es war sein Fahrzeug, dass da abgeschleppt zu werden drohte. Und so musste Bobers verletzter Teamkollege Marco Rohde vor die Stadiontore eilen, um dort Schlimmeres zu verhindern.  

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