11.06.2017

„EN“ erwartet Wolfsburg – oder: Höcker vs. Gomez reloaded

ODDSET-Pokalsieger bekommt im DFB-Pokal Bundesligist zugelost

Mit Spannung verfolgten die Eintracht-Spieler Johannes Höcker (Zweiter v. re.), Juri Marxen (Vierter v. re.), Deran Toksöz (Dritter v. li.) und Philipp Koch (li.) die Auslosung. Foto: KBS-Picture

Der FC Eintracht Norderstedt trifft nach seinem zweiten ODDSET-Pokalsieg in Folge in der Ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs der Saison 2017/2018 auf den VfL Wolfsburg. Im Rahmen der Auslosung, die im Dortmunder Fußballmuseum stattfand, zog Ex-Nationalspieler Sebatsian Kehl als 24. Partie das Match von „EN“ gegen den Bundesligisten. Gespielt wird am August-Wochenende zwischen dem 11. und 14. August. Und für einen Akteur der Eintracht wird das Kräftemessen mit den „Wölfen“ zu einem Wiedersehen mit der Vergangenheit...

Johannes Höcker konnte sich das Lachen nicht verkneifen. „Bisher habe ich eigentlich immer verloren“, sagte der Keeper von Eintracht Norderstedt dann schließlich, „es wird Zeit, das mal zu ändern.“ Was „Höcki“ meinte, ist schnell erklärt: Wenn das Spiel der Ersten DFB-Pokal-Hauptrunde für seine Teamkollegen schon etwas Besonderes ist, dann hat das Aufeinandertreffen der Eintracht mit dem VW-Club für den Schlussmann der Garstedter noch einmal ein Extra-Flair. Denn Höcker feiert in diesem Match, das zwischen dem 11. und 14. August ausgetragen wird – die genauen Termine wird der DFB innerhalb der nächsten 14 Tage festlegen –, ein Wiedersehen mit VfL-Stürmer Mario Gomez. „Ich habe mich schon drei, vier Jahre mit ihm messen dürfen, als er noch beim VfB Stuttgart und ich bei Bayern München in der Jugend gespielt habe“, verriet der 32-Jährige nach der Auslosung.

Marxen: „Wir müssen einen Sahne-Tag erwischen und beim VfL darf nicht viel funktionieren“

"Eine Mini-Chance auf das Weiterkommen gibt es immer", erklärte Juri Marxen nach der Auslosung. Foto: KBS-Picture

Doch nicht nur aufgrund dieser kuriosen Geschichte freute sich Höcker über das Los. „Es ist ein Bundesligist mit ein paar Topspielern im Kader. Das ist besser als bei vielen anderen Vereinen, die noch im Lostopf waren. Ich bin nicht unzufrieden“, sagte Höcker und ergänzte mit Blick darauf, dass Top-Teams wie Bayern München oder Borussia Dortmund anderen Widersachern zugelost wurden: „Es ist alles gut. So Mannschaften wie Sandhausen, Heidenheim oder Fürth hätten wir hingegen nicht unbedingt haben wollen.“ Obwohl da die Chancen auf ein Weiterkommen vielleicht größer gewesen wären – oder etwas doch nicht? „In einem Spiel im Pokal ist immer alles möglich – das kennt man ja seit Jahren. Egal, ob Bundes- gegen Viertligist oder Bundes- gegen Sechstligist. Das hat es alles schon gegeben. Warum soll es nicht auch bei uns mal klappen?“, so Höcker. 

Ins gleiche Horn stieß auch sein Teamkollege Juri Marxen. „Natürlich ist Wolfsburg ganz klarer Favorit. Wir müssen schon einen Sahne-Tag erwischen und beim VfL darf an dem Tag dann nicht so viel funktionieren“, gab der 22-Jährige zu Protokoll, „es ist auf jeden Fall ein schönes Los. Die haben einige bekannte, prominente Jungs im Kader, gegen die man gerne mal spielen will.“ Und: „Sie können Fußball spielen, auch wenn sie das in der abgelaufenen Saison nicht gezeigt haben“, schreibt Marxen dem Bundesligisten ins Stammbuch, der bereits 2010 schon einmal DFB-Pokalgegner eines Hamburger ODDSET-Pokalsiegers war. Damals unterlag der SC Victoria dem VfL in Runde zwei mit 1:3. „Das ist schon kein schlechtes Ergebnis“, befand Marxen, „eine Mini-Chance gibt es immer. Jedes Mal schaffen es eine oder mehrere unterklassige Mannschaften, für eine Überraschung zu sorgen.“

Koch: „Ich denke, dass das Stadion – anders als im letzten Jahr – voll wird“

Freut sich auf den Gegner VfL Wolfsburg und ein volles Stadion: Kapitän Philipp Koch. Foto: KBS-Picture

„Das wir überhaupt noch gezogen worden snd – damit haben wir fast nicht mehr gerechnet, weil es so weit am Ende war“, feixte unterdessen Deran Toksöz, um dann ganz ernst zu kommentieren: „Es ist immer sehr gut, gegen einen Erstligisten zu spielen. Wolfsburg ist ein super Gegner, wir freuen uns. Einfach wird das nicht, aber wir wollen den VfL so gut wie möglich ärgern. Vielleicht schaffen wir es länger ein 0:0 zu halten, als im letzten Jahr gegen Fürth, und machen den Gegner dadurch noch nervöser.“


„Das ist ein relativ guter Bundesligist. Ich finde das Los sehr gut und denke, dass das Stadion – anders als im letzten Jahr – voll wird. Ich freue mich jedenfalls auf das Spiel“, erklärte Eintracht-Kapitän Philipp Koch mit Blick auf das Los, „was dabei rauskommt, wird man dann am Ende sehen.“ Der Kapitän war einer von – aufgrund von Urlaubsreisen – nur wenigen Spielern, die die Auslosung live mit mehreren Fans und Vertretern des Vereins live im Clubhaus neben dem Stadion verfolgten, wo 100 Liter Freibier flossen.

Apropos Stadion: Stattfinden soll das Spiel, so erklärte Vizepräsidentin Julia Karsten-Plambeck, genau dort: im Stadion an der Ochsenzoller Straße in Norderstedt. „Es ist unser Ziel, hier zu spielen. Wenn die Polizei sagt, dass das okay ist, dann machen wir das auch. Wir hatten uns drei Gegner ausgeguckt, gegen die wir ausgewandert wären. Das wären Bayern, Dortmund oder der HSV gewesen. Alle anderen, so hatten wir festgelegt, würden wir gerne hier in Norderstedt mal ein bisschen ärgern...“

„Bundesligist, Nordderby – mehr geht nicht“, konstatierte derweil Team-Betreuer Olaf Bösselmann, „die Wolfsburger werden nicht noch mal so rumdümpeln wie in der letzten Saison. Aber warum sollten wir Angst haben? Vielleicht sehen unsere 5000 Zuschauer eine Überraschung.“

Jan Knötzsch 

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