10.10.2018

Elazig-Aus? „Felsenfest davon überzeugt, dass wir die Saison zu Ende spielen“

Trainer von Hansa-Schlusslicht glaubt an erneutes „Wendenstraßen-Wunder“

Glaubt an ein weiteres "Wendenstraßen-Wunder": Elazig-Coach Hüseyin Aydin. Foto: Hanno Bode

Elf Spiele sind absolviert – und der FC Elazig Spor rangiert noch immer ohne jeden Sieg am Ende des Tableaus in der Landesliga Hansa. Die Mannen von der Wendenstraße haben ligaweit die wenigsten Tore geschossen und nach der 2:11-Klatsche beim Bramfelder SV – gemeinsam mit dem TuS Berne – die meisten kassiert. „Wir hängen nicht umsonst da unten im Keller. Es spielt alles gegen uns im Moment“, sagte Trainer Hüseyin Aydin nach der Schmach von der Ellernreihe. Doch der Spuk begann bereits vor der Saison…

Nachdem der FC Elazig Spor in der vergangenen Spielzeit bereits unliebsame Bekanntschaft mit den Niederungen der Tabelle gemacht hat und nach der Hinrunde mit lediglich sieben Pünktchen auf der Habenseite an letzter Stelle robbte, scheint sich das Schicksal nun zu wiederholen – und das in noch drastischerer Art und Weise. Metin Dogan, der den Club zur Rückrunde übernahm und dank einer starken zweiten Saisonhälfte noch den Klassenerhalt schaffte, zog sich zurück. Da es der Verein zudem verpasste, schnellstmöglich Klarheit zu schaffen, was den Kader für diese Serie anbelangt, stand man bis kurz vor Saisonbeginn noch ohne Mannschaft da. Immer wieder wurde die Frage nach der Zukunft des FC Elazig Spor in den Raum geworfen. Würden die Verantwortlichen noch vor Saisonbeginn die Reißleine ziehen und die Truppe vom Spielbetrieb abmelden?

"Zu viele Häuptlinge und keine Indianer"

Hüseyin Aydin führt Onur Akdogan nach dessen Roter Karte vom Feld. Foto: Hanno Bode

„Es ist richtig“, gesteht Aydin, dass in der Vorbereitung diverse Szenarien durchgespielt wurden. „Deswegen haben wir ja auch die ganzen Probleme, da wir sehr kurzfristig Spieler holen mussten und keine Vorbereitung absolvieren konnten. Das sind die Gründe, warum wir da stehen, wo wir stehen.“ Das „Hauptproblem“, so Aydin weiter, sei jedoch, dass man „zu viele Häuptlinge und keine Indianer“ im Team habe. Denn: „Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport – das haben wir an einigen Stellen noch nicht so begriffen. Ich glaube, das sagt eigentlich alles aus…“ Die augenblickliche sportliche Situation sei für ihn und den Verein „nichts Neues“, wie er meint. „Neu ist nur, dass wir schon vor der Saison so in die Bredouille gekommen sind. Aber solange wir da nicht zwölf oder 14 Punkte weg sind, ist es noch möglich“, erklärt er – und fügt an, dass man ja „schon einmal elf Punkte aufgeholt“ habe.

"Darauf werden wir in der Rückrunde reagieren"

Doch im derzeitigen Ist-Zustand spricht nicht viel für ein erneutes „Wunder von der Wendenstraße“. Schon gar nicht, wenn Aydin auf die Frage, wie schmerzhaft es für ihn sei, wenn am Ende der 90 Minuten eine zweistellige Packung zu Buche steht, entgegnet: „Das spricht für den Charakter und die Moral der Mannschaft momentan. Es ist für mich keine Überraschung, sondern habe ich in der Halbzeit sogar noch angekündigt, dass es so kommen wird, wenn wir gewisse Dinge nicht beherzigen.“ Die bittere Erkenntnis: „Die Ansprache ist leider in der Kabine geblieben…“ Noch „viel ärgerlicher“, so Aydin, seien aber die „Disziplinlosigkeiten und Roten Karten – und dass wir das nicht in den Griff bekommen.“ Mit bereits acht Platzverweisen in gerade mal elf Partien weilt Elazig auch in diesem Ranking abgeschlagen an letzter Stelle. Deshalb sagt Aydin auch vielsagend: „Darauf werden wir in der Rückrunde dementsprechend reagieren.“

"Das ist eher unser Maßstab"

Kapitän Ramazan Güler flog ebenfalls vom Platz und wird dem Team im Kellerduell fehlen. Foto: Hanno Bode

Trotz aller Umstände und Widrigkeiten – die Hoffnung hat „Mr. Elazig“ noch nicht verloren. „Ich glaube noch dran, dass wir es packen werden! Vielleicht kehrt irgendwann auch mal das Glück zurück.“ Doch das allein wird nicht reichen. Vielmehr muss nun auch zählbarer Erfolg her – und zwar schon am kommenden Sonntag, wenn es an der Wendenstraße zum „Kellerkick“ gegen Düneberg kommt. „Das ist eher unser Maßstab, als Bramfeld“, betont Aydin – und hebt die Bedeutung der Partie, in der man allerdings auf den gesperrten Torjäger Onur Akdogan und Kapitän Ramazan Güler – beide flogen gegen Bramfeld vom Platz – verzichten muss. Sollte es schlussendlich erneut nicht zum ersten Saisonsieg reichen, will Aydin trotzdem nicht den Teufel an die Wand malen. Ist eine vorzeitige Abmeldung endgültig vom Tisch? „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir die Saison so oder so auf jeden Fall zu Ende kicken wollen und auch werden!“

Autor: Dennis Kormanjos

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