Oberliga

Einmal trainiert, dreimal getroffen – „Cello“ zu laut für Tornesch

02. Dezember 2019, 15:38 Uhr

Marcell Jansen steuerte drei Buden zum 5:2-Auswärtserfolg seines HSV III in Tornesch bei. Foto: KBS-Picture.de

„Er war in dieser Woche nur einmal beim Training“, hatte HSV-Präsident Marcell Jansen anderweitige Verpflichtungen – unter anderem den Besuch beim Spiel der „Rothosen“ in Osnabrück (1:2). Dort bekam der 34-Jährige zu sehen, wie es nicht funktioniert. Und so wollte er selbst zeigen, wie es geht – obwohl er nur einmal am Training teilnehmen konnte. „Dafür hat er es richtig gut gemacht“, befand Christian Rahn, der zusammen mit Marcus Rabenhorst die Geschicke bei der HSV-Dritten leitet. Mehr noch. „Er hat den Unterschied ausgemacht!“

Mit lediglich 13 einsatzfähigen Feldspielern reiste der Hamburger SV III ins Torneum – darunter der nach fünfwöchiger Verletzungspause gerade erst genesene Tom Dornick, der zunächst einmal auf der Bank Platz nahm. Auch die Hausherren mussten auf einen immens wichtigen Mann verzichten: Torjäger Björn Dohrn. „Man hat gemerkt, dass er gefehlt hat und für Tornesch nur schwer zu kompensieren ist“, so Rahn, der dennoch betonte: „Es ist immer eklig und unangenehm, dort zu spielen. Wir haben die Mannschaft im Vorfeld auch gewarnt, dass Tornesch vor allem zu Hause punktet.“ Nur drei von elf Partien auf eigenem Untergrund gingen verloren. Dementsprechend waren die Gäste gewarnt. Doch vor allem ein Spieler schien von Anfang an keine Zweifel aufkommen lassen zu wollen, wer am Ende den Platz als Sieger verlassen würde: Marcell Jansen. Der Ex-Profi und einstige Nationalspieler brachte das Rabenhorst/Rahn-Ensemble bereits früh in Front, als er nach einem Pass von Dominik Jordan – aufgrund der Personalnot als Linksverteidiger aufgeboten – ein kurzes Zögern von Union-Keeper Norman Baese mit einem cleveren Lupfer aus der zweiten Reihe nutzte (8.).

"Cello" knipst Tornesch die Lichter aus

Die beiden Tore von Jannik Swennosen reichten seinen Unionern am Ende nicht zu etwas Zählbarem. Foto: KBS-Picture.de

Wenig später legte Sören Ostermann, der erstmals in der Startelf stand, nach. Der Stürmer staubte nach einem Pfostenschuss von Sepehr Nikroo ab (11.). „Ich glaube, es hat ‚Cello‘ (Marcell Jansen; Anm. d. Red.) gut getan, dass wir mit zwei Spitzen gespielt haben. So hat sich nicht alles auf ihn konzentriert“, mutmaßte Rahn, der in der Folge sogar „Chancen auf das dritte und vierte Tor“ sah – unter anderem durch Artur Krüger, der jedoch am Torgestänge hängenblieb, oder auch durch Jansen, der freistehend vergab. Stattdessen kam die Reibe-Elf in Person von Jannik Swennosen zum Anschlusstreffer. Nach dem Wechsel legten die Norderstedter jedoch nach – wieder durch Jansen, der in Folge einer Ecke nach einem abgeblockten Torschuss von Nikroo zur Stelle war (55.), und auch nach dem neuerlichen Anschluss durch Swennosen, der eine Ecke von Jan Eggers einköpfte (68.), den alten Abstand wieder herstellte (77.). Diesmal verwertete „Cello“ eine Nikroo-Hereingabe. Letztgenannter sorgte endgültig für klare Verhältnisse, als er nach feiner Einzelaktion gekonnt ins lange Eck traf (84.).

Rahn verrät ehrgeizige Zielsetzung

Nach dem Triumph, der den HSV III als Aufsteiger weiter auf einem starken siebten Tabellenplatz rangieren lässt, verriet Rahn: „Natürlich sind wir mit der bisherigen Ausbeute mehr als zufrieden. Aber ‚Rabe‘ (Marcus Rabenhorst) und ich haben uns vor der Saison ein persönliches Ziel gesetzt – da fehlt uns noch ein Punkt.“ Dieser soll gegen den SV Curslack-Neuengamme eingefahren – wenn möglich soll die ohnehin schon ehrgeizig angepeilte Punktanzahl sogar noch übertroffen werden…

Autor: Dennis Kormanjos

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