06.02.2019

Ein Tor zur Lockerheit: Dreifacher Facklam löst die Blockade

Bramfeld trotz Pleite „total zufrieden“ - genauso wie EN-Coach Heyne

„Fackelte“ dreifach: Mats Facklam zeigte sich beim 5:0-Sieg seiner Eintracht in ganz besonderer Torlaune. Foto: KBS-Picture.de

„Die Mannschaft weiß es doch selbst“, so Dirk Heyne, „dass man sich trotz der Platzbedingungen anders hätte präsentieren und verkaufen können“, ließ er auf Nachfrage seine deutlichen Worte (HIER zum Nachlesen) nach der 0:3-Niederlage gegen Altona 93 und dem letzten Platz beim Mercado-Cup am vergangenen Sonntag noch einmal Revue passieren. „Wir wussten ja um die Bedingungen – deshalb hätte man sich da besser vorbereiten und darauf einstellen können“, was „mit mehr Cleverness und Routine“ möglich gewesen wäre, blickte der Übungsleiter von Eintracht Norderstedt nach dem 5:0-Sieg im Testspiel gegen Landesligist Bramfelder SV (alle Highlights im LIVE-Ticker) zurück.

Ein Feuerwerk brannte der Regionalligist, der eher mit seiner „zweiten Garde“ (Heyne: „Die Formation war jetzt nicht unbedingt so, dass man sagen muss, die haben in der Konstellation schon oft zusammen gespielt“) auftrat, gegen den zwei Klassen tiefer kickenden Hansa-Zweiten wahrlich nicht ab. „Zu Beginn war das ein bisschen wenig – auch vom Tempo her“, befand Heyne. „Nach 25 Minuten wurde es besser, weil wir vielleicht auch ein bisschen lockerer wurden – vor allem nach dem Tor.“ Das ließ jedoch 41 Minuten lang auf sich warten. Bis zu diesem Zeitpunkt war es aus EN-Sicht doch eher eine zähe Veranstaltung. Denn der Gast hätte schon nach 240 Sekunden in Führung gehen „müssen“, wie Mirko Schulz, der zusammen mit Carsten Henning das Trainer-Gespann beim BSV bildet, nicht zu Unrecht konstatierte. Dort nämlich tauchte Milos Ljubisavljevic nach einem Mohr-Pass völlig blank vor Tjark Grundmann auf, konnte diesen aber nicht bezwingen. „Danach opfern wir uns auf, haben noch ein, zwei sporadische Chancen und insgesamt sehr gut verteidigt. Die Laufbereitschaft war da, wir waren griffig – all das, was wir gefordert haben, haben die Jungs umgesetzt“, zeigte sich Schulz hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Bramfelder.

„Da kamen Lockerheit und Frische zurück“

Kubilay Büyükdemir war an vielen gefährlichen Aktionen beteiligt, traf selbst und bereitete auch vor. Foto: KBS-Picture.de

Kurz vor der Pause war es dann aber so weit. Der sehr auffällige und im ersten Durchgang an nahezu jeder Offensivaktion beteiligte Kubilay Büyükdemir ermöglichte Mats Facklam das 1:0 (41.). „Auch aufgrund der nicht so guten Vorbereitung hat uns das Tor gut getan. Da hat man dann auch gesehen, dass die Lockerheit und Frische zurückkamen“, urteilte Heyne, dessen Team den Gegner nach einer guten Stunde müde spielte. „Wir sind in der zweiten Trainingswoche, Norderstedt nicht mehr weit vom ersten Pflichtspiel entfernt. Dafür haben wir das bis zur 60. Minute richtig gut gemacht. Dass die Beine dann schwer werden, der Kopf müde wird und wir dann auch immer einen Tick zu spät kommen, war klar. Gerade wenn man sieht, was da noch alles reinkam“, staunte Schulz nicht schlecht, als Norderstedt einige der arrivierten Kräfte – inklusive der Neuzugänge Nils Brüning, Mohammad Baghdadi und Ronny Marcos – ins Rennen schickte.

„Fackel“ fackelt dreifach - Baghdadi bereitet vor

Nachdem Büyükdemir einen Handelfmeter zum 2:0 verwandelte (60.), ließ Facklam seine Treffer zwei und drei folgen. Erst assistierte ihm Baghdadi (65.), dann der ehemalige HSVer Marcos (69.). Den Schlusspunkt setzte Sinisa Veslinovic, der einen Baghadadi-Lupfer von der Grundlinie ins kurze Eck köpfte (87.). „Nach dem ersten Tor hatten wir noch einige Möglichkeiten – ab da war ich zufrieden“, stimmte Heyne die heutige Leistung milde. Doch der letzte Sonntag war noch immer präsent: „Wir hatten eine gute Mannschaft auf dem Platz, aber haben das erste Mal mit den Neuen und Rückkehrern gespielt“, womit der Eintracht-Coach die langzeitverletzten Hamajak Bojadgian und Jan Novotny (leichte Prellung), die beide gegen den BSV eine Pause bekamen – wie auch der zuletzt krankheitsbedingt fehlende Johannes Höcker, Jan Lüneburg und Evans Nyarko –, meinte.

„Obwohl wir bisher alle Spiele verloren haben, war immer eine Steigerung drin“

Das Bramfelder Trainerduo Carsten Henning (li.) und Mirko Schulz war trotz der Niederlage zufrieden. Foto: Bode

Auf der anderen Seite war man „mit dem Auftritt – gerade in der ersten Halbzeit – total zufrieden. Am Ende ist das Ergebnis vielleicht einen Tick zu hoch“, so Schulz. Während Carsten Henning auf die Frage, ob er überrascht sei, dass seine Mannschaft nach anderthalb Wochen im Training schon so gut dagegenhalten würde, entgegnete: „Wenn man die Zeit nimmt, seit wann wir jetzt wieder trainieren, dann schon. Dafür ist das ein positiver Stand, den wir haben.“ Und das trotz der dritten Niederlage im dritten Test (0:3 gegen Eichede, 1:5 bei Curslack und jetzt 0:5 in Norderstedt): „Obwohl wir bisher alle Spiele verloren haben, war immer eine Steigerung drin. Und die Gegner waren ja auch nicht irgendwelche, sondern kommen alle aus mindestens einer Liga höher. Dafür war das heute richtig gut.“

Autor: Dennis Kormanjos

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