Oberliga

Ein Schokoriegel leitet "Wahnsinn" ein: "Da ist selbst mir schwindelig geworden - das war ja fast Champions League!"

01. März 2020, 20:46 Uhr

Im Mannschaftskreis nach dem Spiel war die Freude bei den Spielern des HSV Barmbek-Uhlenhorst über den Auswärtssieg in Sasel riesengroß. Foto: Kormanjos

Es war ein Tor, wie aus dem Fußball-Bilderbuch. Ein Treffer, den man kaum perfekter herausspielen kann. Ein Sahne-Angriff, der Elias Saad an die Hoch-Zeiten des FC Barcelona erinnerte - und Marco Stier ins pure Schwärmen versetzte: "Da ist mir draußen selbst schwindelig geworden. Das war kein Oberliga-Fußball, das war schon fast Champions League, was wir da gemacht haben - etwas übertrieben gesagt." Der Trainer des HSV Barmbek-Uhlenhorst war hellauf begeistert über die Art und Weise, wie seine Mannen das 2:0 beim TSV Sasel heraus kombinierten (alle Highlights im LIVE-Ticker). "Das war ja Wahnsinn, dass wir im Sechzehner vorm Torwart den Ball noch fünf- oder sechsmal querlegen im One-Touch-Stil. Das zeigt einfach, dass die Jungs eine Riesen-Qualität haben", sprach er - und brach auf der Pressekonferenz nach dem triumphalen Sieg am Parkweg eine Lanze für sein Team...

Die Partie war erst einige Minuten alt, als Elias Saad zur Bank marschierte und Betreuer Kay Harries einige Worte anvertraute. Doch worum ging es? Harries verschwand für eine Weile und kehrte dann mit einem "Mars-Riegel" vom Saseler Verkaufsstand zurück. "Er brauchte etwas Zucker", verriet Harries hinterher - und hatte damit auch entscheidenden Anteil am Sieg. Denn Saad nahm im Vorbeihuschen immer mal wieder einen kräftigen Bissen - und war letzten Endes ebenfalls einer der Hauptprotagonisten auf dem Platz...

Abdel Hathat (li.) war am 2:0 seiner Barmbeker maßgeblich beteiligt. Foto: Kormanjos

Aber der Reihe nach: In einem Oberliga-Spiel auf ganz hohem Niveau setzte der TSV Sasel mit einer Dreifach-Chance das erste Ausrufezeichen. Im dritten Anlauf war es Stefan Winkel, der das Spielgerät aus 15 Metern links oben an den Innenpfosten beförderte und für ein Raunen unter den rund 300 Zuschauern sorgte sowie für ein Aufatmen bei den Gästen. Winkel war es auch, der sechs Minuten vor der Pause nach einer völlig verunglückten Rückgabe von BU-Kapitän Niklas Sabas auf einmal nur noch den wieder genesenen Johannes Höcker vor sich hatte, den Ball aber nicht voll traf. Und so konterten die Barmbeker den TSV im direkten Gegenzug gnadenlos aus, was Sasel-Coach Danny Zankl im Nachgang auf die Palme brachte (siehe unten stehendes Video von der PK!). Elias Saad, der kurz zuvor noch einen Happen vom Schokoriegel zu sich nahm, bediente Fatih Umurhan links im Sechzehner. Dieser beherzigte die Vorgabe seines Trainers, das lange Eck anzuvisieren – und traf (40.)!

Traum-Angriff entscheidet Spiel

Gemeinsam mit den treuen Fans wurde der Sieg ausgiebig gefeiert. Foto: Kormanjos

Sasel probierte es, kam aber nicht entscheidend durch. Die BU-Defensive stand gut und sattelfest – und wenn die „Parkwegler“ mal zum Abschluss kamen, fehlte es an der nötigen Konsequenz, Präzision, Schärfe und auch am unbedingten Willen, das Runde mit aller Macht ins Eckige zu befördern. Die Stier-Schützlinge wirkten reifer – und bestraften ausgerechnet einen Fehler des langjährigen Barmbekers Jon Hoeft im Zentrum brutal. Es folgte der Angriff des Spiels, der Stier und Co ins Schwärmen versetzte. Im „One-Touch-Stil“ lief das Leder durch die eigenen Reihen und kam über Chris Pfeifer und Robin Janowsky zu Abdel Hathat. Dessen Schuss parierte Todd Tuffour noch stark, aber im Nachsetzen gegen Tim Jeske war er machtlos – 0:2 (68.)! Bei den Hausherren konnte auch der eingewechselte Nico Zankl, der nach langer Leidenszeit sein Comeback feierte, nicht mehr die erhoffte Wende herbeiführen. Doch schon am 29. März kommt es zur Revanche. Dann nehmen treffen beide Teams im LOTTO-Pokal-Viertelfinale an selber Stelle aufeinander...

Die Pressekonferenz mit beiden Trainern im Video! Marco Stier bricht eine Lanze für seine Spieler, während Danny Zankl mit dem Spiel seiner Elf hadert:

Autor: Dennis Kormanjos

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