16.01.2019

Ein Punkt weniger, aber kein Gegen-Protest: „Wir wollen einfach in Ruhe arbeiten“

Rahlstedt verliert Zähler aus SVNA-Spiel

Sein Einsatz gegen den SVNA kostet Rahlstedt einen Punkt: Matteo Evers (hier noch im HSV III-Trikot). Foto: Reß

Der Rahlstedter SC, derzeit mit 14 Punkten Drittletzter der Landesliga Hansa, geht mit einem Zähler weniger als bisher gedacht in die Rückrunde. Der Zähler der dem RSC verloren geht, resultiert aus dem Spiel gegen den SV Nettelnburg-Allermöhe vom 23. November 2018, in dem sich beide Teams eigentlich mit einem 1:1-Remis voneinander trennten. Der SVNA allerdings hat Protest gegen die Wertung dieses Begegnung eingelegt, weil Rahlstedt einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt haben soll. Der Verband hat diesem Einspruch gestern Abend stattgegeben. Der RSC wiederum wird, obwohl mal sich im Recht sieht, aller Voraussicht nach keinen Einspruch gegen das Urteil einlegen, sondern will sich mit einem verstärkten Kader auf die Restsaison konzentrieren.

„Ja, das stimmt. Gestern Abend war eine Verhandlung, von der ich allerdings bislang noch nicht weiß, wie das Urteil ist“, teilt uns RSC-Trainer Bastian Hinrichs im Gespräch mit und bestätigt, dass es sich bei dem angeblich nicht einsatzberechtigten Akteur um Matteo Evers handelt, der seit Herbst 2018 zum Kader des abstiegsbedrohten Clubs von der Scharbeutzer Straße zählt. Es folgt das große „Aber“, denn Hinrichs erklärt: „Wir haben nicht nur ein oder zwei, sondern drei Mal beim Verband nachgefragt, ob Matteo für uns spielberechtigt ist, ehe wir ihn eingesetzt haben. Der Verband hat uns mitgeteilt, dass er spielen darf. Das haben wir schwarz auf weiß.“ Ob der RSC aufgrunddessen nun gegen das Urteil Protest einlege, wisse er nicht, sagt Hinrichs und verweist auf Manager Jürgen Evers, den Vater von Matteo. Dieser – erst seit dem Dezember 2018 mit einem offiziellen Vertrag ausgestattet – sei als RSC-Manager bei der Verhandlung dabei gewesen und könne auf Nachfrage sicher Näheres sagen.    

Neu-Manager Evers setzt auf die „1996er“

Bastian Hinrichs (li, hier noch als Spieler) bleibt bis mindestens zum Sommer RSC-Trainer. Foto: timelash.de

Gesagt, getan. „Der Punkt damals war eigentlich unverdient und sehr glücklich. Wir haben dort viele Akteure aus der Zweiten und Dritten Mannschaft einsetzen müssen, damit wir überhaupt eine adäquate Truppe zusammenbekommen haben. Wir haben quasi ein Mal aufs Tor geschossen und in der gefühlt 95. Minute getroffen. Aber: Dieser eine Punkt hat bei der Mannschaft so viel Selbstvertrauen freigesetzt, dass wir anschließend gegen Inter 2000 mit 4:1 gewonnen haben. So gesehen war er zumindest für was gut“, sagt Evers. Protest werde der RSC nicht einlegen, gibt der Manager zu verstehen – auch wenn man Sich im Recht sieht. 


„Klar ist das ärgerlich für den RSC und wir könnten jetzt vors Verbandsgericht gehen, aber wir wollen einfach nur in Ruhe weiterarbeiten.“ Auch von Schuldzuweisungen in diesem Fall, in dem es im Kern um den Einsatz von Matteo Evers in zwei Testspielen für den HSV III im Juli 2018 geht, hält Jürgen Evers nicht viel. „Der Verband hat uns gesagt, dass Matteo spielen darf. Aber der HFV ist nicht allein Schuld. Es hat da viele Missverständnisse gegeben, auch der abgebende Verein trägt eine Mitschuld. Es geht unter anderem darum, ob Matteo nur ein Gastspieler war oder nicht. Und wir als Rahlstedter SC hätten auch viel genauer recherchieren können und müssen.“ Seinen Sohn treffe „keine Schuld.“

Geklärt: Warning bleibt bis zum Saisonende Coach

Rückkehr an die Scharbeutzer Straße: Patrick Krysiak ist aus Billstedt zum RSC zurückgekehrt. Foto: Reß

„Der Junge hat in letzter Zeit so viel Pech mit Verletzungen gehabt und nicht richtig Fuß fassen können – und jetzt kommt auch noch sowas“, gibt Vater Evers zu Protokoll. Doch der Ärger ist schnell verraucht, vielmehr freut sich Rahlstedts Manager, dass nicht nur sein Sohn wieder beim RSC spielt, sondern ein Großteil der „2006er“, wie er die U19-Oberliga-Meistermannschaft aus dem Jahr 2015, die er damals trainierte, nennt, nun wieder gemeinsam beim RSC kickt. Mit Matteo Evers, Lukas Baake, Alexander Hintz (Jürgen Evers: „Einer der besten Innenverteidiger der Liga“), Yannick Hess, Adrian Ruddigkeit, Marvin Dose, Martin Hiob, Louis Hess, Ferris Pressel, Paul Voss und Steve Theis, den Evers halten konnte, „obwohl er vom TuS Berne umworben wurde“ sind darunter altbekannte Gesichter, dieschon im Kader standen. Patrick Krysiak, der ebenso zu jener Truppe zählte, ist vom SC V/W Billstedt zurückgekehrt. Und auch Ahmad Massoud zählt jetzt ebenso zum Kader „wie die beiden 90er Kevin Taudte und Almir Mesanovic.“ Beide kamen bereits zum Ende des Fußball-Jahres 2018 zum Einsatz. 

„Ich bin sicher, dass wir ebenso wie auch der TuS Berne nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. Ich glaube, da gibt es andere Mannschaften, die noch unten reinrutschen werden“, versprüht Jürgen Evers Optimismus, was die Restsaison angeht. „Die Mischung aus den 1996er-Jungs und den anderen Spielern stimmt. Das ist eine super Truppe. Natürlich muss die jetzt in der Vorbereitung im Winter noch zu eine richtigen Einheit geformt werden und die Automatismen müssen greifen“, ergänzt er und lobt Coach Bastian Hinrichs, der die Mannschaft nach der Trennung von Reza Khosravinejad interimsweise übernommen hatte und „auf jeden Fall bis zum Sommer unser Trainer bleibt, das haben wir jetzt in der Winterpause festgelegt“, wie Evers im FussiFreunde-Gespräch verrät. „Er macht gute Arbeit. Basti ist schon lange im Verein und kann der Mannschaft von außen die Erfahrung geben, die in der Mannschaft fehlt“, so Evers abschließend.  

Jan Knötzsch

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