Oberliga

„Ein neuer Anker und Fixpunkt“ – Toksöz will nicht reden, sondern „abliefern“!

18. Mai 2020, 15:30 Uhr

Deran Toksöz soll dem TSV Sasel "eine zusätzliche hohe individuelle Klasse verleihen". Foto: KBS-Picture.de

Dem TSV Sasel ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen: Am Sonntagvormittag vermeldete der Oberligist, dass man sich die Dienste von Deran Toksöz gesichert hat! Der dreimal in der Dritten Liga für Holstein Kiel aktive Mittelfeldakteur wechselt vom FC Teutonia 05 an den Saseler Parkweg und soll im Team von Trainer Danny Zankl „ein weiterer Anker und Fixpunkt in unserem Spiel und innerhalb unserer Mannschaft werden“, wie der Übungsleiter betont. „Deran ist einer der besten ‚Fussis‘ in der Oberliga – in Ergänzung mit der bereits vorhandenen Qualität in unserem Kader. Er wird unserem Spiel eine zusätzliche hohe individuelle Klasse verleihen“, ist sich Zankl sicher.

„In der Jugend“, so Zankl, „durfte ich sogar noch selbst gegen ihn spielen“. In der kommenden Oberliga-Spielzeit wird er jedoch der Trainer von Deran Toksöz sein. „Es ist kein Geheimnis, dass ich schon lange mit ihm befreundet bin.“ Als es schließlich beim FC Teutonia 05 um die Planungen für die Regionalliga ging und Toksöz dem Verein vor kurzer Zeit mitgeteilt hat, „dass er diesen Aufwand aufgrund privater Gründe, die ich kenne und voll nachvollziehen kann, nicht aufbringen kann“, kam für Zankl der Moment, „wo wir sofort ins Wespennest reingestochen haben“, wie er sinnbildlich erklärt. 

„Er hat das Gen, das man in sich tragen muss“

Beim 1:0-Sieg des FC Teutonia 05 in dieser Saison gegen Sasel erzielte Toksöz (re.) das goldene Tor. Foto: KBS-Picture.de

Schnell wurde klar, dass sich „seine Vorstellungen mit unseren decken“, so Zankl. Hinzu kommt, dass Toksöz, der am 21. Mai seinen 32. Geburtstag feiert, am Parkweg keine Unbekannte ist – und das nicht nur aufgrund seines Namens: „Nach seiner Zeit bei Eintracht Norderstedt hat er sich bei uns fit gehalten. Dadurch kennt er bereits viele Spieler und die Spieler kennen ihn“, verrät der Chefcoach – und fügt an: „Deran hat in der Zeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das hat uns bei der Verpflichtung geholfen. Und auch, dass wir, bis auf Kleinigkeiten, nahezu unverändert in die nächste Saison gehen.“ Mit seiner Erfahrung werde der zentrale Mittelfeldakteur dem TSV Sasel „sowohl auf als auch abseits des Platzes helfen“, hat Zankl keinerlei Zweifel, dass Toksöz auf Anhieb eine tragende Rolle einnehmen wird. „Er hat das Gen, eine Mannschaft zu führen – und damit Qualitäten, die man nicht lernen kann, sondern die man in sich tragen muss.“

„Die Regionalliga ist schön und gut – aber…“

In der kommenden Saison will Toksöz (3. v. re.) dann für den TSV Sasel jubeln. Foto: KBS-Picture.de

Toksöz selbst erzählt, dass er nicht nur privat, sondern auch beruflich viel mit Zankl im Austausch ist. „Wir verstehen uns gut und sprechen viel miteinander – nicht nur über Fußball.“ An seine kurze Zeit am Parkweg hat er ebenfalls nur gute Erinnerungen: „Als es mit Norderstedt zu Ende ging, habe mich dort zwei Wochen lang fit gehalten und es hat großen Spaß gemacht“, erkannte der in dieser Saison in 21 Einsätzen für „T05“ siebenfache Torschütze – darunter auch das Siegtor beim 1:0 gegen den TSV Sasel – schon damals ein großes Potenzial innerhalb der Mannschaft. Dass er nun tatsächlich beim aktuellen Oberliga-Fünften anheuert, sei aufgrund privater und beruflicher Angelegenheiten „ganz kurzfristig“ zustande gekommen. „Die Regionalliga ist schön und gut – aber irgendwann hat es auch ein Ende. Man darf nicht unterschätzen, dass ich jetzt 32 werde und nicht mehr meine ganze Zeit opfern will“, teilt uns Toksöz mit – und macht keinen Hehl daraus, dass es ihm eher unlieb ist, „in den Schlagzeilen zu stehen. „Es gibt in diesem Jahr viele Mannschaften, die extrem gute Transfers getätigt haben.“

„Danny hat in der Oberliga seinen Stempel hinterlegt“

Vielmehr will er mit dem TSV künftig sportlich für Furore sorgen. „Wenn ich etwas mache, dann muss es passen – und in Sasel will ich Spaß haben.“ Und das an der Seite eines Cheftrainers, den der Edel-Techniker über allem Maße schätzt: „Danny hat in der Oberliga seinen Stempel hinterlegt. Er schafft es seit Jahren, aus einer extrem jungen Mannschaft das Maximum rauszuholen. Das habe ich schon immer bewundert.“ Nun habe er „großen Bock, meine Erfahrung den vielen jungen Spielern weiterzugeben“, wie er sagt. Auch wenn er bis dato – mit Ausnahme seiner Zeit bei Holstein Kiel – von größeren Verletzungen verschont blieb, schaut er inzwischen von Jahr zu Jahr, möchte aber „noch so lange wie möglich“ dem aktiven Geschehen treu bleiben – und das möglichst in Sasel. 

„Das ist mein persönlicher Anspruch“

Mit der "sehr jungen Mannschaft" sei "alles offen", so Toksöz (li.). Foto: KBS-Picture.de

„Ich will immer das Maximale erreichen, bin aber nicht der Typ, der das in den Medien rausposaunt. Man darf einfach nicht unterschätzen, dass die Mannschaft sehr jung und der Etat nicht ansatzweise mit dem anderer Vereine vergleichbar ist“, geht Toksöz seine neue Aufgabe was die Ziele betrifft realistisch an, meint aber auch: „Natürlich ist mit einer jungen Mannschaft, die ganz extrem übers Team kommt, und den vielen jungen Spielern, die richtig Bock haben, alles offen. Man kann in der Konstellation viel erreichen. Aber ich bin nicht derjenige, der sagt, wie das Saisonziel aussieht. Ich bin neu und will abliefern. Aber unter die ersten Fünf will ich schon kommen – das ist mein persönlicher Anspruch“, ist der Ehrgeiz nach wie vor groß.

Autor: Dennis Kormanjos

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