Landesliga Hammonia

Ein „Königstransfer“, ein „Oldie but Goldie“ und zwei Youngster für Pinneberg

12. Februar 2021, 12:19 Uhr

Jesse Plüschau (re.), hier noch unter Marc Zippel in Hetlingen, wechselt vom SC Victoria zu seinem Ex-Coach nach Pinneberg. Foto: KBS-Picture.de

„In den letzten Tagen gab es die ersten definitiven Zusagen“, verging beim VfL Pinneberg zuletzt kaum ein Tag ohne „good news“. Von der Ober- über die Landesliga bis hin zur A-Jugend-Regional- sowie Oberliga sei nahezu alles dabei. „Alle entsprechen zu 100 Prozent unserem Anforderungsprofil und standen beim Trainer und Manager ganz oben auf dem Zettel“, so die Pinneberger. „Sie waren in ihren bisherigen Mannschaften oftmals Kapitäne (hohe Sozialkompetenz), alle sind regelmäßig mit Feuereifer beim Training und mit fast allen gab es in der Vergangenheit bereits eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Trainer und Spieler“, schart VfL-Coach Marc Zippel enge Vertraue und Leute, von denen er genauestens weiß, was er bekommt, um sich herum.

Ein ebenfalls entscheidender Aspekt: „Die Jungs kommen aus der Region und unser Umfeld wird sich mit Sicherheit mit allen Neuzugängen sehr identifizieren können!“, ist man sich beim Hammonia-Landesligisten sicher. „Damit verfügt unsere Mannschaft in der neuen Saison über drei 18-Jährige, diverse 21- und 22-Jährige sowie Führungsspieler im besten Alter“, freuen sich „das Trainerteam, der Manager und die Fußballabteilung eminent auf die Arbeit mit dieser jungen und entwicklungsfähigen Mannschaft“.

"Oldie but Goldie"

Der erste Neuzugang bringt jedoch pure Erfahrung mit und ist bereits 33 Jahre jung. Die Rede ist von Georgios Kantartzis. Pinnebergs Liga-Manager Theo Ourgantzidis bildete einst zu Landesliga-Zeiten mit dem SC Teutonia 10 ein gefürchtetes Sturmduo mit Kantartzis. „Nach vielen Toren er damals in die dritte griechische Liga und spielte insgesamt zwei Jahre dort, bevor er dann in die vierte Liga wechselte und insgesamt weitere vier Jahre dort spielte.“ Vor drei Jahren kam der Routinier zurück nach Hamburg, wo er Zippel und Ourgantzidis bei BW Ellas „half, und in zehn Spielen 20 Tore schoss“. Kantartzis habe dem VfL Pinneberg seine Zusage gegeben „und will es jetzt nochmals wissen. Er ist mittlerweile 33 Jahre und hat ein Schuss wie ein Pferd, tolles Kopfballspiel und ist ein absoluter Knipser“, hebt Zippel die Qualitäten des Griechen hervor.

Zwei Jungspunde an die Fahltsweide

Marc Zippel schart beim VfL Pinneberg einige Youngster und Vertraute um sich herum. Foto: KBS-Picture.de

Zwei Youngster, die künftig für die Mannen von der Fahltsweide gegen das runde Leder treten werden, sind: Mats Willms (TuS Germania Schnelsen A-Oberliga) und Marinus Hoofe (SC Egenbüttel A-Landesliga). Erstgenannter ist noch 17 Jahre jung und sei ein „interessanter, junger Spieler“, dessen „Werdegang von Trainer Zippel immer aufmerksam verfolgt wurde, da dieser in frühester Jugend mit Sohn Bennet beim SC Egenbüttel in einer Mannschaft gespielt hat“. Willms sei „mit einer Größe von 1,91 Meter, seinen Schnelligkeitswerten und seiner äußerst robusten Statur ein echter Modellathlet. Er verfügt über eine hohe Sozialkompetenz und besitzt echte Führungsqualitäten. Nicht umsonst hatte er lange Kapitänsämter inne“, berichtet Zippel über Willms, der ein Jahr in Argentinien gelebt hat. Auch Marinus Hoofe möchte sich fortan in der Herren-Landesliga beweisen. „Ein großes Dankeschön geht an Dirk Förster (Geschäftsführer) und Andreas Ramisch (langjähriger Jugendleiter und Trainer von Marinus) vom SC Egenbüttel. Selbstverständlich würden wir Marinus bei einer Rückkehr zum SCE keine Steine in den Weg legen“, betont Zippel, der die Beurteilung von Ramisch über den Jungspund als „besonders bemerkenswert“ empfand: „Er beschreibt Marinus als einen sehr zweikampfstarken Spieler, der immer alles gibt und seine Mitspieler permanent pusht!“

"Für uns ein absoluter Königstransfer"

Ein Neuer, der „einen einfach nur wie ein Honigkuchenpferd lächeln lässt, wenn man an seine Zusage denkt“, ist: Jesse Plüschau. Beim SC Victoria schaffte er in der Oberliga nicht den Durchbruch, nun kehrt er in den Kreis Pinneberg zurück. „Ein großes Dankeschön an Ronald Lotz (Präsident SC Victoria), der einem unkomplizierten Wechsel im Sommer zugestimmt hat“, strahlt man beim VfL über die Verpflichtung des Verteidigers, der „mit seiner Abwehrorganisation, seiner Dynamik, seiner Torgefährlichkeit, seiner Zweikampfstärke und seiner Ruhe am Ball manche Partie noch für seine Farben drehen konnte“, so Zippel über den 25-Jährigen, der zuletzt dem Kader der Vicky-Zweiten angehörte. „Was für ein Gewinn für unser Team“, ist Zippel hellauf begeistert – und meint: „Mit dem Begriff ‚Königstransfer‘ sollte man sicherlich nicht inflationär um sich schmeißen – für uns ist Jesse Plüschau aber definitiv ein absoluter Königstransfer!“ Der ehemalige Hetlinger trifft beim VfL auf diverse ehemalige Mitstreiter wie Lennart Zippel, Aleks Pavlovic, Fatih Simsek oder eben auch Coach Marc Zippel. „Zusammen konnte man in der Vergangenheit doch schon einige schöne Erfolge feiern.“

Nach 22 Jahren: Treede verlässt Pinneberg, Schulze kommt

Eine weitere wichtige Personalie ist hingegen mit einer Veränderung verbunden: Mike Treede wird seine Betreuer-Tätigkeit nach sage und schreibe 22 (!) Jahren ab Sommer nicht mehr ausüben. „Und auch wenn es sehr schade ist, muss man sich manchmal eingestehen, wenn (wie in diesem Fall: Trainer/Betreuer) sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Auffassungen über die Form einer harmonischen Zusammenarbeit herauskristallisieren, eine Beendigung einer engeren Zusammenarbeit besser ist“, gesteht Zippel – und hebt die Errungenschaften von Treede für den Verein hervor. Auch deshalb hoffe man „sehr, dass Mike eine andere Aufgabe im Verein übernimmt“. Als neues Mitglied im Team ums Team konnte man dafür Hans-Jürgen „Hansi“ Schulze gewinnen, der zuletzt in der Spartenleitung des TSV Heist aktiv war und im Hamburger Westen kein Unbekannter ist. „Als Hansi vor ein paar Monaten andeutete, gerne in den Fußball zurückkehren zu wollen, wurde dieses notiert und dann ging alles ganz schnell.“ Aufgrund seiner vielschichtigen Erfahrungen im Fußball sei er „großer Gewinn für unser Team! In den nächsten Wochen wird sein genaues Betätigungsfeld definiert werden“, erklärt Zippel abschließend.

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