Bezirksliga Nord

Ein „bärenstarker Antreiber“ und Torschütze: Findeisen fegt über USC-U23 hinweg

26. September 2020, 19:03 Uhr

Foto: Bode

Ein Spiel dauert 90 Minuten – und am Ende sind sich nicht immer alle Parteien einig. Während Timo Sorgenfrey, Liga-Manager des SC Poppenbüttel, nach dem 2:0 zum Auftakt im Spitzenspiel der Bezirksliga Nord gegen die U23 das USC Paloma von einem „alles in allem hochverdienten Sieg“ sprach, war Gäste-Coach Marius Nitsch auch nach einer Nacht noch der Meinung: „Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt.“ Und weiter: „Die Leistung hat gepasst. Wir haben uns gegen eine top Mannschaft super verkauft und im Vergleich zu den letzten Spielen gegen Poppenbüttel war das unser bester Auftritt.“

Letzten Endes hatte aber vor allem ein Mann etwas dagegen, dass die Paloma-Zweite etwas Zählbares von der Bültenkoppel entführt: Malte Findeisen. „Er hat ein bärenstarkes Spiel gemacht, ist als Kapitän vorangegangen und hat eine super Präsenz an den Tag gelegt“, lobte Sorgenfrey seinen Angreifer. Während Nitsch, zumindest in diesem Punkt, in dieselbe Kerbe schlug: „Er ist vorne der Antreiber bei Poppenbüttel, hat eine gute Ausstrahlung und hat das gut gemacht. Sie haben ihn viel mit langen Bällen gesucht. Das war nicht so leicht zu verteidigen. Auch wenn wir das gegen diese individuell gute Qualität richtig aufmerksam gemacht haben.“ Zumindest bis zur 31. Spielminute, als Jan-Philipp Kainzberger den Ball aus der Linksverteidiger-Position heraus nur unzureichend geklärt hatte. Findeisen drehte sich um seinen Gegenspieler herum und jagte das Spielgerät aus 22 Metern per Linksschuss ins linke Toreck! Zuvor verpasste der Torjäger einen Freistoß von „Königstransfer“ Stefan Winkel noch knapp.

"Dann muss er die Rote Karte zeigen!"

Marius Nitsch sah einen guten Auftritt seiner "Täubchen", fuhr aber mit leeren Händen wieder heim. Foto: Bode

Doch bevor es zu eben jener Szene kam, ging auf der anderen Seite Malte Burmester zu Boden. „Er war durch. Und wenn’s der letzte Mann ist und der Schiedsrichter es als Foul sieht, dann muss er die Rote Karte zeigen“, ärgerte sich Nitsch – und befand: „Ich weiß nicht, ob es ein Foul war. Aber wenn, dann war das eine klare Notbremse. Das war ziemlich ärgerlich für uns“, so der Coach der USC-U23, dessen Team im ersten Durchgang „etwas defensiver“ und aus einem Mittelfeld-Pressing heraus agierte. „Wir wollten Poppenbüttel etwas kommen lassen.“ Man habe „wenig zugelassen“ und selbst „ein paar gute Umschaltmomente“ kreiert, „die wir aber nicht gut zu Ende spielen“, so Nitsch. Während Sorgenfrey konstatierte: „In der ersten Halbzeit waren wir spielerisch besser, hatten die besseren Chancen und haben ein Abseitstor erzielt“, ehe Findeisen zuschlug.

Paloma mit "mega zweiter Halbzeit", Poppenbüttel nutzt aber den Umschaltmoment

Nach der Pause hätten die Gäste den SCP jedoch „hinten reingedrückt“, gestand Sorgenfrey. „Da haben wir es leider verpasst, auch spielerische Akzente zu setzen.“ Nitsch sah von seiner Elf eine „mega zweite Halbzeit“ mit „viel Ballbesitz, guter Ballzirkulation und guten Spielverlagerungen“. Aber: „Leider waren wir im letzten Drittel nicht zwingend genug. Da fehlte uns auch ein bisschen die Durchschlagskraft.“ Und wie es dann häufig so ist: „Mit der gefühlt ersten Chance treffen sie nach einem Umschaltmoment.“ Den Konter brachte Finn Thele mit einem Abschluss durch die Hosenträger von Maurice Rosenow zum krönenden Erfolg – 2:0 (77.). Doch der Drops war immer noch nicht gelutscht. Nur wenige Augenblicke darauf bot sich den „Täubchen“ nach einem Foul an Jan Lindenberg vom Elfmeterpunkt die Chance zum Anschluss. Joao Carlos Flores Neves beförderte das Leder allerdings ans Lattenkreuz! „Das war natürlich richtig ärgerlich! Wenn wir da das 1:2 machen, hätten wir nochmal zehn Minuten Zeit gehabt und es wäre richtig Feuer drin gewesen“, hätte Nitsch eine heiße Schlussphase prophezeit.

"Waren einen Tick williger und bissiger"

Stattdessen hätten „die Schlüsselszenen des Spiels nicht für uns gesprochen. Es war eine Verkettung von ein paar unglücklichen Situationen“, war das Spielglück nicht auf Seiten der Uhlenhorster, sondern eher bei den Männich-Männern. „Paloma hat eine super Mannschaft“, hatte Sorgenfrey für den unterlegenen Kontrahenten warme Worte übrig – und bilanzierte: „Wir haben gut dagegengehalten, waren einen Tick williger und bissiger.“

Autor: Dennis Kormanjos

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