Landesliga 02

Ein aussichtsloser Kampf? Bingöl-Bitte nach zweiter Trainingszeit bleibt ungehört!

14. Oktober 2021, 16:42 Uhr

Bilal Akdag ist nach wie vor voller Hoffnung, dass er mit seinem FC Bingöl endlich eine zweite Trainingseinheit absolvieren kann. Foto: noveski.com

Seit nunmehr etwas über drei Jahren hat Bilal Akdag das sportliche Sagen beim FC Bingöl 12. In dieser Zeit hat er den Verein nicht nur aus der Bezirks- in die Landesliga geführt, sondern durch seine erfolgreiche Arbeit auch dafür gesorgt, dass sich so manch höherklassig erfahrener Spieler für einen Wechsel zu Bingöl entschieden hat.

Ahmet Colak, der die Jugend beim HSV durchlief und für Altona 93 sowie den FC Süderelbe aktiv war, ist einer der Top-Transfers beim FC Bingöl. Foto: noveski.com

Mit Ahmet Colak, Furkan Pinarlik, Mazlum Oguz, Osman Celik oder auch Emre Yasar, um nur ein paar Akteure zu nennen, verfügt der Landesligist über reichlich Oberliga-Erfahrung. Hinzu kommen zahlreiche Kicker, die sich über die Jahre in der sechsthöchsten Spielklasse einen Namen gemacht haben. Kein Wunder also, dass Akdag vor der Saison das Ziel ausgab, „oben mitspielen“ zu wollen. Nach fünf absolvierten Spielen ist die Ernüchterung aber groß. Einem Sieg (3:0 gegen den SVNA) stehen vier Niederlagen gegenüber. Die Landesliga-Zeit scheint für den FCB wie verhext: Im ersten Jahr nach dem Aufstieg folgte nach gerade mal drei Auftritten der vorzeitige und Corona-bedingte Saisonabbruch. Nun hinkt man den Erwartungen hinterher – und das aus einem ganz bestimmten Grund.

„Das macht die Sache für uns immer schwieriger“

Bereits nach der äußerst knappen 3:4-Pleite im Platzderby an der heimischen Slomanstraße gegen den bis dato verlustpunktfreien Primus Klub Kosova ließ Bingöl-Coach Akdag durchblicken: „Ich kann nicht sagen, dass wir uns gut auf das Spiel vorbereitet haben und konnten.“ Der Grund: „Seit fast drei Jahren bekommen wir vom Bezirksamt eine unerklärliche Trainingssituation zur Verfügung gestellt“, echauffierte er sich – und das nicht zu Unrecht. „Als Landesliga-Mannschaft sind wir auf nur eine einzige Trainingseinheit angewiesen. Das macht die Sache für uns immer schwieriger.“

„Leider wird uns die zweite Einheit weiter verwehrt“

Neben Akdag (li.) fungiert der ehemalige Oberligaspieler Blerim Murtezani als Co-Trainer. Foto: noveski.com

Man habe in den letzten Jahren „sehr viel dafür gemacht, dass sich das ändert und bessert“, teilt uns Akdag mit, ehe er Beispiele aufzählt: „Wir haben viel mit dem Verband kommuniziert, einen Vereinsdialog gesucht und standen oft und immer wieder mit dem Bezirksamt in Kontakt. Aber leider wird uns weiterhin die zweite Trainingszeit verwehrt, obwohl wir nachweisen können, dass beispielsweise der Zeitraum am Donnerstagabend, der uns zustehen könnte, kaum bis gar nicht wahrgenommen wird.“ Und wenn, so Akdag weiter, dann für Jugendmannschaften, die „bevorzugt werden“.

„Macht den großen Unterschied aus, dass wir den Zielen nicht gerecht werden können“

Der FC Bingöl befindet sich nun in der zweiten Landesliga-Saison „und wir kriegen das einfach nicht geklärt“. Anders gesagt: „Uns werden Steine in den Weg gelegt.“ Und das, obwohl der Verein „alles tut, was in unserer Macht steht. Aber es bringt leider nichts. Dabei versuchen wir nur, unser Recht wahrzunehmen.“ Doch so, wie die augenblickliche Situation ist, kann weder UEFA-B-Lizenz-Inhaber Akdag noch der Verein den Erwartungen gerecht werden. Denn: „Es ärgert mich einfach und macht den großen Unterschied aus, dass wir nicht mit einer angemessenen Vorbereitung in ein Spiel starten und den Zielen gerecht werden können“, hofft Akdag, dass sein Appell erhört und endlich gehandelt wird.

Autor: Dennis Kormanjos

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