05.01.2019

„Eigentlich haben wir alles, um auch ganz oben stehen zu können“

Hischem Metidji spricht über die bisherige AFC-Saison und seine eigene Entwicklung

In der Oberliga angekommen: Altonas Hischem Metidji, der sich hier ein Wortgefecht mit Teutonias Gerrit Pressel (re.) liefert. Foto: KBS-Picture,de

Er war einer der vielen Neuen, die vor der Saison frisch ins Trikot von Altona 93 schlüpften. Und wie: Hischem Metidji, der von Landesligist Dersimspor an die Adolf-Jäger-Kampfbahn wechselte, startete durch und erkämpfte sich direkt einen Stammplatz im AFC-Ensemble. In 19 Spielen erzielte der Youngster fünf Treffer und glänzte auch als Vorbereiter. Wir haben mit dem 19-Jährigen nicht nur darüber gesprochen, wie es ist, auf einmal Stammspieler in Hamburgs höchster Spielkasse zu sein. Zudem verrät Metidji uns, wie es sich anfühlt, derzeit auf die Tabelle zu schauen, mit welchen Problemen Altona zu kämpfen hatte und wo sein Weg und der des Clubs von der Griegstraße hinführen soll. 

FussiFreunde: Hischem, mit welchem Gefühl blickt man derzeit als AFC-Spieler auf die aktuelle Oberliga-Tabelle: Stolz auf den zweiten Platz? Oder verärgert, weil Altona nicht ganz oben steht?

Hischem Metidji: Ich freue mich, dass wir Zweiter sind. Aber klar: Ein bisschen Ärger ist schon da, weil wir unnötig viele Punkte liegen gelassen haben. Wir hatten einen holprigen Start. Da überlegt man schon, wo wir ohne den stehen könnten... Ich gucke dennoch gerne auf die Tabelle.

Wie würdest du insgesamt eure Hinrunde bewerten?

Einmal lang gemacht: Hischem MIetidji (li.) köpft den Ball gegen Teutonias Maximilian Fischer weg. Foto: KBS-Picture.de

Metidji: Ich fand unsere Saison bisher gut. Man muss bedenken, dass vor der Saison jede Menge neue Spieler zur Mannschaft gestoßen sind. Das waren gefühlt so 15 Zugänge. Darunter waren – mich eingeschlossen – viele junge Akteure. All diese Neuzugänge müssen auch erst einmal richtig integriert werden. Unter diesen Umständen kann man unsere Hinrunde daher als gut bewerten.

Was fehlt Altona 93 noch, um eben nicht nur auf dem zweiten Platz, sondern an der Spitze zu stehen?

Metidji: Ich glaube, eigentlich haben wir alles, um auch ganz oben stehen zu können. Was uns gefehlt hat...? Einige der Neuen kamen aus unteren Ligen. So wie ich zum Beispiel. Wenn du aus so einer unteren Liga kommst, musst du dich erst einmal umstellen: Altona ist ein richtig großer Verein, du musst dich in einer neuen Mannschaft zurechtfinden, das Tempo in der Oberliga ist anders. Der Trainer musste nicht nur einen Spieler integrieren, sondern mehrere. Das ist ihm gelungen.

Du bist vor der Saison aus der Landesliga von Dersimspor zum AFC gewechselt und bist direkt zum Stammspieler geworden. Hast du das so erwartet?

Metidji: Ich habe an mich geglaubt. Ich dachte schon, dass ich den Sprung packen kann. Aber ich habe nicht gedacht, dass das so schnell geht und dass ich so durchstarten kann. Dass ich dann doch so durchgestartet bin, liegt daran, dass der Trainer mir viel Vertrauen gibt. Dafür bin ich sehr dankbar und will das immer mit bestmöglichen Leistungen zurückzahlen.

Du hast Berkan Algan ja schon angesprochen. Welchen Anteil hat er als dein Coach an deiner Entwicklung?

Ein Bild aus dem ersten Oberliga-Spiel: Hischem Metidji (re.) im Duell mit Lasse Peters vom HEBC. Foto: KBS-Picture.de

Metidji: Berki ist sehr sehr wichtig. Er nimmt sich sehr viel Zeit – für jeden Spieler. Er geht auf dich ein, erklärt viel. Aber er erwartet von dir auch das Maximum. Das hilft mir. Er hat allgemein in der Mannschaft ein großes Standing. Er ist menschlich top. Wenn er im Training mitspielt, dann sieht man, was er fußballerisch draufhat. Er genießt viel Respekt von uns Spielern und hat eine enorme Ausstrahlung.

Guckst du mit deinen gerade mal 19 Jahren auch schon mal noch weiter nach oben? Wohin soll dein fußballerischer Weg dich führen?

Metidji: Ja, natürlich denkt man dran, was da noch kommen könnte. Ich möchte so hoch wie möglich spielen – am besten mit dem AFC. Aber am wichtigsten ist jetzt erst einmal die laufende Saison. Wir wollen am Ende so gut wie möglich dastehen.

Und wohin kann der Weg des AFC denn in dieser Saison deiner Meinung nach noch führen? Stichwort Regionalliga...

Metidji: Der Kampf an der Spitze ist sehr eng. Das sieht man ja, wenn man auf die Tabelle guckt. Teutonia liegt einen Punkt hinter uns und Dassendorf. Sasel hat zwei Zähler Rückstand. Auch Vicky ist nicht weit weg. Ich glaube an unsere Mannschaft und daran, dass wir auch die Mentalität für die Aufstiegsspiele zur Regionalliga haben und die packen können...

Interview: Jan Knötzsch 

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