Bezirksliga West

Eidelstedt-Zugang Kroiß: „Es war mit die beste Zeit meines Lebens!“

11. Juni 2021, 11:37 Uhr

Leon Kroiß hat vorerst mit dem leistungsorientierten Fußball abgeschlossen - und kickt nun mit Freunden beim SV Eidelstedt zusammen. Foto: noveski.com

Für den Hamburger SV absolvierte er 57 Spiele in der U17- und U19-Bundesliga-Mannschaft des Vereins. Seine Vita weist zudem 18 Regionalliga-Einsätze für Weiche Flensburg, einen anderthalbjährigen College-Aufenthalt in den USA sowie einige weitere Oberliga-Partien für den FC Teutonia 05 und den VfL Lohbrügge auf. Am Binnenfeldredder war er nach seiner Ankunft im vergangenen Sommer gesetzt. Und obwohl Leon Kroiß gerade mal 24 Jahre jung ist, entschied er sich nun zum überraschenden Schritt, in die Bezirksliga zu wechseln. Der Innenverteidiger heuert beim SV Eidelstedt an. Bei dem Team, das in der vergangenen Abbruch-Saison nach vier Begegnungen punktlos am Tabellenende kauerte. Für Kroiß geht es damit „zurück zu seinen fußballerischen Wurzeln“, wie der SVE Mitte März in einer Pressemitteilung verlauten ließ.

Leon Kroiß posiert mit seinem neuen Trikot unter Hygienevorschriften. Foto: SV Eidelstedt

Ein weiterer Grund für seinen Entschluss, dem ambitionierten Leistungsfußball erst einmal den Rücken zu kehren: Kroiß kennt das neue Eidelstedter Trainerduo Benedikt Stökl und Florian Metzenmacher sowie die Spieler Nicolas Münnig, Deniz Seker, Armando Tikvic und Christopher Reimers schon seit mehreren Jahren. Gemeinsam möchte man nun ein neues Projekt am Furtweg starten! Wir haben mit Leon Kroiß über seinen bisherigen Werdegang, den Wechsel in die Siebte Liga und seine Ziele für die Zukunft gesprochen…

FussiFreunde: Leon, du hast eine extrem spannende Vita und einen interessanten Werdegang hinter dir. Fangen wir mal ganz vorne an. Du hast fünf Jahre lang die Jugend des HSV durchlaufen. Welche Erfahrungen hast du dort gesammelt, die dich nachhaltig geprägt haben?

Leon Kroiß: „Beim HSV hatte ich eine sehr aufregende Zeit, die mich sehr geprägt hat. Schon früh wurde mir Disziplin gelehrt. Der ständige Konkurrenzkampf pusht einen, jeden Tag besser zu werden. Die Eigenschaften Disziplin, Ehrgeiz und der ständige Wille nach Siegen nehme ich aus meiner Zeit beim HSV mit.“

Wie kam dann dein Wechsel nach Flensburg zustande? Oder anders gefragt: Hätte der HSV mit dir verlängern wollen?

Kroiß: „Leider hatte sich der HSV gegen eine Verlängerung ausgesprochen, obwohl ich das ganze Jahr über schon bei der U23 trainiert habe. Den genauen Grund weiß ich nicht. Allerdings muss ich rückblickenden sagen, dass der Wechsel nach Flensburg für mich besser war, da ich so frühzeitig Erfahrung in einer Herren-Mannschaft sammeln konnte.“ 

Es folgten zwei Jahre bei Weiche, ehe es für dich in die USA ging. Wie blickst du auf diese Zeit zurück?

Mit Teutonia 05 schaffte Kroiß (li.) den Aufstieg in die Regionalliga, verließ den Verein dann aber. Foto: KBS-Picture.de

Kroiß: „Es war tatsächlich eine der schwierigsten Entscheidungen, in die USA zu gehen. Nach meinem Mittelfußbruch bin ich in der Rückrunde Stammspieler geworden und war mir nicht mehr sicher, ob ich dem deutschen Fußball den Rücken kehren sollte. Letztendlich hatte ich aber eine richtige geile Zeit in Amerika. Ich habe dort den Bachelor abgeschlossen und wurde National Champion. Es war mit die beste Zeit meines Lebens.“

Nach deiner Rückkehr ging es für dich zunächst zurück zu Weiche Flensburg, ehe du dich nach einem halben Jahr Teutonia 05 angeschlossen hast. Was hat dich so sehr an dem Projekt gereizt?

Kroiß: „An Teutonia hat mich natürlich die ambitionierte und ehrgeizige Art und Weise imponiert, immer nach dem größtmöglichen Erfolg zu streben. Zudem wollte ich gerne wieder in der Heimat Fußball spielen, weshalb ich mich zu diesem Schritt entschieden habe.“ 

Trotz Aufstieg in die Regionalliga ging es für dich an der „Kreuze“ nicht weiter, sondern du bist zum VfL Lohbrügge gewechselt. Warum?

Kroiß: „Hauptgrund für mich war einfach, den Fokus mehr auf mein Business zu legen, welches ziemlich zeitintensiv geworden ist. Da habe ich gemerkt, das viermal die Woche Training ein ganz schöner Aufwand ist, wenn man neben dem Fußball noch ganz andere Träume und Ziele hat.“ 

Aufgrund von Corona konntest du nur wenige Spiele für den VfL bestreiten, warst aber unumstrittener Stammspieler. Wieso hast du dich nun – mit gerade mal 24 Jahren – für einen Wechsel in die Bezirksliga zum SV Eidelstedt entschieden?

Kroiß: „In Lohbrügge hatte ich zwar eine kurze, aber gute Zeit. Alle Menschen rund um den Verein sind sehr freundlich, weshalb mir der Abschied sehr schwer gefallen ist. Jedoch habe ich mich aufgrund meiner Online-Shops entschieden, noch einen Schritt zurück zu gehen und nur noch mit Freunden zu spielen, die ich schon ein paar Jahre kenne.“

Inwiefern bedeutet dieser Wechsel für dich ein „Abschluss“ mit dem leistungsorientierten Fußball?

In der vergangenen Saison lief Kroiß (li.) für Oberliga-Aufsteiger VfL Lohbrügge auf und war an der Seite von Seyhmus Atug gesetzt. Foto: Bode

Kroiß: „Natürlich ist es nicht mehr so ein leistungsorientierter Fußball wie vorher. Allerdings möchte ich den Fokus jetzt erstmal auf mein Business legen. Deshalb ist es zumindest erstmal ein Abschied vom leistungsorientierten Fußball.“

Dennoch: Was hast du mit Eidelstedt vor und wie sehen deine Ziele aus?

Kroiß: „Da ich von Haus aus sehr ehrgeizig bin, strebe ich natürlich nach dem Maximum. Ziel sollte es auf jeden Fall sein, sich in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren und mittelfristig für höhere Aufgaben zu qualifizieren.“

Inwieweit könntest du dir vorstellen, mit dem Verein langfristig etwas aufzubauen?

Kroiß: „Da ich in Eidelstedt aufgewachsen bin und viele Freunde hier spielen, kann ich mir schon langfristig eine Zukunft beim SVE vorstellen und helfen, Eidelstedt wieder attraktiv für andere zu machen.“

Autor: Dennis Kormanjos

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