Bezirksliga West

Eidelstedt: Yaylaoglu hört zum Saisonende auf

25. Januar 2020, 12:00 Uhr

Im Sommer ist Schluss: Hasan Yaylaoglu hört zum Saisonende als Coach beim SV Eidelstedt auf. Foto: Bode

Am heutigen Samstag bat er seine Mannschaft zum ersten Training der Winter-Vorbereitung auf die noch ausstehende Saison, am Ende der Spielzeit wird für Hasan Yalaoglu dann beim SV Eidelstedt allerdings Schluss sein: Der Coach und der West-Bezirksligist werden im Sommer getrennte Wege gehen, wie uns Yaylaoglu verrät und seiner Equipe heute mitgeteilt hat. Auch sein Co-Trainer Cihan Ercel hört dann auf. Mit uns hat der 38-Jährige über seine Zeit beim Club aus dem Westen Hamburgs und die Gründe für das bevorstehende Ende seiner Trainertätigkeit gesprochen, die er in der Winterpause 2018 angetreten hatte. 

„Ich denke, es ist die beste Lösung für den Verein und die Mannschaft, wenn sie jetzt schon wissen, was im Sommer Sache ist“, sagt der Coach, der in der vergangenen Saison mit der Mannschaft den sich abzeichnenden Abstieg aus der Landesliga Hammonia nicht mehr abwenden konnte. Schon damals, bei seinem Amtsantritt, war zwischen dem Coach, dem Club und dem Sponsor der SVE-Fußballer verabredet worden: Wenn es wirklich eine Etage nach unten in die Bezirksliga gehen würde, dann sollte dort ein Neuanfang eingeleitet werden. Doch es bliebt beim „soll“. Der Neuanfang fand nicht statt. Stattdessen verabschiedete sich besagter Sponsor – und mit ihm auch nahezu alle Spieler. „Ich hatte am Ende noch zwei Akteure übrig, die geblieben sind. Wir haben dann unsere Reserve-Mannschaft aufgelöst, die Jungs hochgezogen und ein paar Spieler aus der A-Jugend und einige Kicker mit Migrationshintergrund, die im Verein gespielt haben, dazu genommen. Diese Truppe ist seitdem unsere Liga-Mannschaft“, blickt Yaylaoglu zurück.

„Das hier hatte mit einem Neuafbau nichts zu tun“

Bis zum Ende der Spielzeit wird der 38-Jährige mangels Alternativen im Kader als Spielertrainer fungieren. Foto: Bode

„Ich habe immer gedacht: Eidelstedt ist ein großer Verein, der einen guten Namen hat. Da werden schon Spieler kommen. Aber so war es nicht. Ich musste immer wieder Spielern hinterherrennen. Viele haben abgesagt. Ich war froh, dass wir es überhaupt geschafft haben, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen“, erklärt der 38-Jährige. Entsprechend dieses Hin und Hers „haben wir dann auch keine richtige Vorbereitung gehabt, sondern sind bis auf ein paar Testspiele eigentlich direkt in den Liga-Spielbetrieb gestartet“, so Yaylaoglu weiter. Kurzum: Es deutete sich an, dass es für den SVE in der Bezirksliga eben nicht den avisierten Neuanfang geben würde, sondern man am Redingskamp eher damit rechnen musste, dass es schwer wird, den erneuten Abstieg zu verhindern. Und genau so sieht die Realität auch aus: Der SVE ist mit zehn Punkten Tabellenletzter und muss um den Ligaverbleib arg zittern. „Wir haben drei Spiele gewonnen, ein Unentschieden geholt und hatten darüber hinaus das eine oder andere Match, das wir nur knapp verloren haben“, lässt Yaylaoglu die bisherige Spielzeit Revue passieren.

„Ich habe über mein Netzwerk immer wieder vesucht, Spieler zu bekommen. Einige wären auch gerne gekommen, aber die wussten nicht, was es hier gibt und was es nicht gibt. Ich habe immer wieder versucht, uns zu verstärken. Aber in der Praxis ist es nicht dazu gekommen, immer nur auf dem Papier.“, übt Yaylaoglu Kritik, dass er und Liga-Manager Peter Cohrs kaum Unterstützung vom Gesamtverein bekommen hätten: „Der Gesamtverein verfolgt das nicht so, Peter ist da ziemlich allein mit allem.“ Auch im Winter waren Zugänge passé, sogar das Gegenteil der Fall: „Es haben uns jetzt noch Spieler verlassen“; gibt Yaylaoglu zu verstehen, dass sich die Ausgangslage für den SVE nicht gerade verbessert hat. Nein, vielmehr musste der 38-Jährige zuletzt beim Hallenturnier in Halstenbek selbst als Aktiver auflaufen und wird, wie er uns mitteilt, „bis zum Saisonende selbst als Spielertrainer fungieren.“

„Ich könnte mir vorstellen, ab dem Sommer etwas Neues zu machen“

In Eidelstedt als Manager an Yaylaoglus Seite: Peter Cohrs. Foto: Bode

Ein vorzeitiges Ende seiner Trainertätigkeit sei für ihn aber keine Alternative – und das auch in den vorherigen Überlegungen nie gewesen. „Ich stehe hier bis zum Sommer im Wort. Dann kommt jemand anderes. Vielleicht gelingt es demjenigen dann, einen richtigen Neubeginn einzuleiten. Wir gehen hier auf jeden Fall im Guten auseinander. Ich werde meinen Vertrag bis zum Ende der Saison erfüllen“, sagt Yaylaoglu, stellt aber auch klar: „Es ist nicht schön, wenn man sieht, wie der Kader aussieht und dann nach den Ergebnissen zum Rapport bestellt wird. Das hier hatte mit einem Neuaufbau und hat mit leistungsorientiertem Fußball nichts zu tun. Aber ich kann andererseits die Mannschaft in dieser Zusammensetzung nicht dafür kritisieren, wo sie jetzt steht.“ Was seine eigene Zukunft im Trainergeschäft angeht, hat sich der 38-Jährige bislang noch keine großen Gedanken gemacht, weiß aber für sich bereits: „Ich brauche keine Pause und könnte mir vorstellen, ab dem Sommer etwas Neues bei einem anderen Verein zu machen. Ich möchte mich dann nur auf den Trainerjob konzentrieren, einen guten Draht zum Team haben und meine Philosophie reinbringen.“ Dinge, die ihm beim SV Eidelstedt nicht gelingen konnten. Weil er stets andere Baustellen (mit) zu beackern hatte.

Jan Knötzsch 

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