Landesliga Hansa

„Dreier“ bei Dersim: Rahlstedts Konter-Könige schlagen wieder zu

02. Dezember 2019, 15:25 Uhr

RSC-Trainer Mohet Wadhwa freute sich über eine sicher stehende Defensive und erfolgreich vorgetragene Konter. Foto: bode

Sammy Selcuk war bestens vorbereitet. „Wir wussten, dass Rahlstedt eine Konter-Mannschaft ist und das dort mit Joel Osei Szillat ein Spieler im Team steht, der das Spiel allein nach vorn treibt“, sagte der Trainer von Dersimspor nach der Partie gegen den RSC. Und mit genau diesem Wissen hatte Selcuk folgenden Plan entwickelt: „Wir haben dementsprechend defensiv angefangen mit zwei Viererketten. Wir haben tief gestanden und geguckt, was eine Konter-Mannschaft macht und wie sie reagiert, wenn man genau so spielt, wie sie.“ Das Ergebnis? „Lange Zeit hat das sehr gut gehalten – bis auf einen individuellen Fehler“, bekannte Dersims Coach, dessen Elf das Match am Ende dennoch verlieren sollte.

Der individuelle Fehler, den der Dersim-Coach ansprach, passierte nach etwa einer Viertelstunde – und hörte sich aus dem Mund von Mohet Wadhwa wie folgt an: „Aus einer Ecke für Dersimspor entsteht nach einem langen Ball ein Konter, der Verteidiger von Dersim rutscht aus, Joel Osei Szillat geht durch, vernascht den Torwart und schiebt ins lange Eck ein.“ Er könne nun, so erklärte wiederum Selcuk, „jedes Mal wieder sagen, dass wir eine junge Mannschaft sind“, der solche Fehler eben passieren, aber: „Irgendwann ist es auch mal gut damit. Das sind ja keine Elfjährigen.“ Auf Seiten seiner Equipe, so der Dersimspor-Übungsleiter, habe sich zudem diesmal deutlich bemerkbar gemacht, „dass wir krankheitsbedingt ersatzgeschwächt angetreten sind und drei Stammspieler ersetzen mussten.“ Die Konsequenz daraus: „Nach vorne ging bei uns gar nichts.“

Selcuk: „Diesmal war die Offensive bei uns krankheitsbedingt ein Totalausfall“

Dersims Trainer Sammy Selcuk sah wenige offensive Szenen im Spiel seiner Mannschaft. Foto: Reß

Ganz anders beim RSC. „Rahlstedt hat konsequent das Konterspiel über Szillat fortgesetzt – so wie in den letzten Wochen. Auch beim zweiten Gegentreffer begehen wir einen individuellen Fehler. Wir haben den Gegner mit unseren spielerischen Mitteln nicht knacken können“, befand Selcuk, dessen Elf das 0:2 durch eine Kombination über drei Stationen hinnehmen musste: Szillat bediente Gerrit Betzin, der legte quer auf Steve Theis und der verwandelte. „Unsere eigenen Angriffe sind verpufft. Rahlstedt hat die Punkte verdient, ich gönne dem Trainer das. Am Ende muss ich sagen: Wir müssen nachrüsten. Wir befinden uns in Gesprächen mit Stürmern und weiteren Offensivspielern und hoffen, dass wir in den restlichen Spielen der Rückserie nach der Pause ein, zwei Verstärkungen haben. Diesmal war die Offensive bei uns krankheitsbedingt ein Totalausfall. Das war unser Problem“, resümierte Selcuk.

„Die drei Punkte gehen definitv auf das Konto unserer Viererkette und unseres Torhüters. Wir haben sehr gut und gestaffelt gestanden und haben nicht eine Chance für den Gegner zugelassen. Auch vorm 1:0 hatten wir schon alles im Griff. In der zweiten Halbzeit haben wir im zweiten Drittel weiterhin gut gestanden und nichts zugelassen“, befand auf der anderen Seite Mohet Wadhwa. „Wir sind durch unser Umschaltspiel immer wieder gefährlich geworden. Der Schiedsrichter-Assistent meinte, wir hätten auch noch deutlicher gewinnen können“, berichtete der Rahlstedt-Coach von einem Gespräch während der Begegnung und erklärte abschließend: „Jetzt können wir uns beruhigt auf das Spiel gegen Oststeinbek vorbereiten. Da wollen wir auch nochmal drei Punkte holen, die breite Brust dafür haben wir. Und dann haben wir ein schönes Weihnachtsfest und freuen uns, dass es in die Pause geht.“

Jan Knötzsch 

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