Regionalliga Nord

Doch nicht Meiendorf: "Kompletter Neustart" für Mfumu bei Teutonia 05!

10. September 2020, 11:23 Uhr

Nach einjähriger Pause kehrt Yves Mfumu auf die Fußballbühne zurück und will beim FC Teutonia 05 wieder angreifen. Foto: Verein

Seine Vita liest sich durchaus eindrucksvoll - und dabei ist er gerade einmal 22 Jahre jung: Für gleich drei Vereine war Yves Mfumu in der U19-Bundesliga aktiv. Über Eintracht Frankfurt zog es ihn zum SV Werder Bremen, ehe der Linksaußen, der ein Gardemaß von 1,88 Metern aufweist und auf der Linksaußen-Position zuhause ist, zum VfB Stuttgart weiterzog. Anschließend ging es für Mfumu in den Herrenbereich, wo er zunächst in der Regionalliga für den FSV Frankfurt, dann für Viktoria Köln gegen den Ball trat. Zuletzt kickte der Offensivakteur kurzzeitig beim Blumenthaler SV in der Bremen-Liga, beendete das Missverständnis aber nach gerade mal zwei Monaten.

Seit September 2019 war er vereinslos - nun zieht es ihn in die Hansestadt. Letzteres ist allerdings keine wirkliche Neuigkeit. Denn Ende Juli verkündete der Meiendorfer SV die Verpflichtung von Yves Mfumu. „Er zieht nach Hamburg, weil er hier einen Studienplatz erhalten hat“, teilte uns Mert Kepceoglu, Sportlicher Leiter des Oberligisten, mit. Über Kontakte bekam Kepceoglu Wind vom Umzug Mfumus, sprach beim 22-Jährigen vor und krönte die Vertragsverhandlungen schließlich mit der Unterschrift unter einen Kontrakt. Das zumindest ließ der Club von der B75 verlautbaren. Doch nun die Kehrtwende. Denn: Mfumu wird seine Zelte nicht in Meiendorf, sondern beim Neu-Regionalligisten FC Teutonia 05 aufschlagen, wie wir erfuhren!

In Frankfurt dicht vor dem Sprung zu den Profis

Bei Eintracht Frankfurt trainierte Mfumu bereits bei den Profis mit. Foto: privat

Die "Kreuzkirchler" haben den Transfer des Deutsch-Kongolesen inzwischen auch offiziell bestätigt. "Für mich ist das ein kompletter Neuanfang", sagt Yves Mfumu uns gegenüber im Gespräch. Denn nachdem es mit Viktoria Köln in die Dritte Liga ging, entschied er sich, die Schuhe mehr oder weniger an den Nagel zu hängen. "Es lief eigentlich gut, aber privat ist sehr viel passiert...", erinnert er sich. "Ich habe dann nur noch Fußball aus Spaß und mit Freunden gespielt." Und so sieht er die Zeit beim damaligen West-Regionalligisten als letzte Station an. Und das, obwohl ihm einst die ganz große Karriere blühte. In Frankfurt trainierte Mfumu sogar unter Niko Kovac bei den Profis mit. "Bei der Eintracht habe ich mich auch wertgeschätzt gefühlt." Aber nicht von sämtlichen Vereinsvertretern. Und so zerschlug sich ein möglicher Wechsel zu RB Leipzig. In Stuttgart wurde der 22-Jährige von Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel zum VfB gelotst. "Auch der damalige Trainer Hannes Wolf hat regelmäßig zugeguckt", verrät der Youngster heute - und meint: "Theoretisch gab es bei allen drei Vereinen, für die ich in der A-Bundesliga gespielt habe, die Chance, den Sprung zu schaffen." Letzten Endes muss jedoch alles stimmen - und Mfumu schlug aus privaten Gründen einen anderen Weg ein.

"Ich weiß nicht mal, wo Meiendorf ist"

Als letzte Station sieht Mfumu den damaligen West-Regionalligisten Viktoria Köln an, mit dem er in die Dritte Liga aufstieg. Foto: Viktoria Köln

"Anfang August bin ich wegen meines Studiums nach Hamburg gekommen", erzählt er - und gesteht ganz offen: "Ich hatte eigentlich gar nicht vor, wieder Fußball zu spielen." Dass die Fußball-Welt klein ist, wurde allerdings auch dem Offensivspieler schnell klar. Denn über Minou Tsimba-Eggers, gegen den er einst in der Jugend mit Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern kickte, kam der Kontakt nach Meiendorf zustande. "Ich habe mich mehr oder weniger überreden lassen", so Mfumu, der dem Verein zunächst - unter gewissen Voraussetzungen - die Zusage gab, diese aber wieder zurückzog. "Ich habe, bis auf ein kurzes Telefonat mit dem Trainer, nicht wirklich groß Kontakt mit den Verantwortlichen gehabt." Und weiter: "Ich bin ja relativ neu in Hamburg - und weiß nicht mal, wo Meiendorf überhaupt ist." Aber, so betont Mfumu: "Wir sind im Guten auseinander gegangen."

"Fußball verlernt man nicht so schnell"

Der Plan von einer Rückkehr auf den Rasen schien damit zunichte gemacht. Doch wie es der Zufall so wollte, traf er urplötzlich auf einen weiteren alten Weggefährten: Teutonia-Torsteher Yannick Zummack, der mit Mfumu in Frankfurt zusammenspielte. "Er hat gesagt, dass ich mal zum Training vorbeikommen soll. Aber ich war nicht fit." Trotz dessen: "Fußball verlernt man nicht so schnell." Und so folgte der Angreifer den Lockrufen seines ehemaligen Mitspielers, trainierte an der Kreuzkirche zur Probe mit - und überzeugte. "Ich verstehe mich sehr gut mit den Jungs und habe mich gleich wohlgefühlt." Die Mannschaft würde ihn "pushen" und er selbst "versucht, mit Leistung zurückzuzahlen und zu helfen, die Ziele zu erreichen". Aber, so Mfumu ganz selbstkritisch: "Ich fühle mich schon ganz gut, merke jedoch, dass ich noch Nachholbedarf habe und die Luft noch fehlt." Kein Wunder nach so langer Pause. Zumal "das Niveau bei Teutonia hoch ist". Und wenn das jemand beurteilen kann, dann sicher Yves Mfumu. "Die Jungs spielen einen guten Ball, es herrscht eine hohe Intensität und die Einzelspieler sind sehr gut."

Autor: Dennis Kormanjos

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