Abpfiff – Die FussiFreunde-Kolumne

Die Frage nach Verantwortung und langfristiger Entwicklung

29. September 2020, 14:36 Uhr

Foto: KBS-Picture.de

In unserer Kolumne „Abpfiff“ greifen wir die wichtigsten Themen der vergangenen Woche im Hamburger Amateur-Fußball auf und kommentieren diese. In dieser Woche geht es einmal mehr um das leidige Thema Corona sowie den Rücktritt von Trainer Simon Hatje beim Eimsbütteler TV und die Entwicklung des Hammonia-Landesligisten.

Nun also haben wir ihn auch komplett hinter uns gebracht – den Auftakt in die Pflichtspiele um Meisterschaft und Abstieg, wobei die Frage nach der Sinnhaftigkeit, warum man nach einer einfachen Hinrunde die Punkte nicht mitnehmen darf, noch immer über allem hängt. Nachdem am vorvergangenen Wochenende, als alle anderen Kicker noch im LOTTO-Pokal ums Weiterkommen aus der Ersten in die Zweite Runde kickten, bereits die Oberliga ihre Pforten öffnete und die Regionalliga sowieso schon etwas früher in die Serie 2020/2021 startete, ist jetzt auch der große Rest des Hamburger Amateurfußballs wieder mittendrin statt nur dabei und die elendigen rund sechs Monate Warterei auf – zumindest ein Stück weit – Normalität haben ihr Ende gefunden. Ein Ende, das aber eben gezeigt hat: So ganz normal ist alles noch nicht wieder – und wird es verumutlich auch so schnell nicht sein.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, Sensibilisierung für das Thema weiter Pflicht

Das Thema Corona und seine Folgen wird den Amateurfußball noch lange beschäftigen. Foto: Bode

Maskentragen beim Eintritt auf den Sportplatz, Desinfektionsmittel, Hygienekonzepte, vorgegebene Wege beim Ein- und Austritt ins Stadion. Lautsprecher-Durchsagen der Stadionsprecher, wer denn bitte wo und auf welchem Wege seinen Platz erreichen kann und darf und ihn anschließend auch wieder verlassen darf. Abstände beim Sitzen oder Stehen. Pressekonferenzen, die aufgrund der Enge und der mangelnden Möglichkeit, genug Abstand zu halten, urplötzlich auf der Tribüne stattfinden – (Corona-)Not macht erfinderisch. Es sind Umstände, an die wir uns ersteinmal – wie lange, kann keiner in diesem Moment vermutlich exakt auf den Tag genau prognostizieren – genausp gewöhnen müssen, wie, dass zum Fußball zwei Mannschaften und ein Ball gehören. Nun, Mannschaften sind an dieser Stelle ein gutes Stichwort: Nach den anfänglichen Corona-Fällen bei Inter Eidelstedt und dem TuS Osdorf, gab's danach welche beim Niendorfer TSV, dem HSV Barmbek-Uhlenhorst und dem TSV Sasel sowie dem FTSV Lorbeer-Rothenburgsort. Die hier in der Vorwoche an dieser Stelle aufgstellte Vermutung, dass uns wohl noch einige Corona-Fälle im Hamburger Amateurfußball drohen, bewahrheitet sich also. So sehr an eben dieser Stelle zuletzt der Umgang mit den Fällen in Eidelstedt und Osdorf gelobt wurde – es sollte sich jeder Club ein Beispiel daran nehmen, wie offen hier kommuniziert wurde, dass es Fälle gab, statt herumzudrucksen –, darf (nein: muss!) man an dieser Stelle aber auch an die Verantwortung und Vernunft apellieren.

Zwar wird es – hoffentlich! – bei der überraschenden Schnelligkeit, in der die positiven Corona-Mitteilungen kamen, nicht so sein, dass wird bald ganze Ligen „durch“ haben und jeder Verein seinen Fall hatte, aber: Man kann nicht oft genug dazu mahnen – Osdorfs Manager Cemil Yavas hatte dies zuletzt in unserem Podcast getran –, die Sache ernst zu nehmen, sich ein bisschen intensiver zu hinterfragen und sich in manchen Dingen dann eben in Verzicht zu üben. Fraglos: Man sollte keinen Kicker per se so einschränken, dass er plötzlich nichts mehr darf und ihm nicht den „Du darfst das nicht“-Zeigefinger vorhalten, aber wer in einer Mannschaft Fußball spielt, der kann sich beispielsweise denken, dass beispielsweise ausgedehnte Kiez- und Schanze-Aufenthalte eben ihre Folgen haben: Von den etlichen Mitspielern, die man vielleicht infizieren könnte, über die Kosten für Corona-Tests bei den Vereinen bis hin zu Spielausfällen und – mal bewusst überspitzt formuliert – in letzter Konsequenz auch zu der Frage nach einer Fortsetzung der Saison bei extremer Anzahl an Ausfällen in Folge von Corona-Fällen. Also weiterhin, so nervig es auch sein mag: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Sensibilisierung ist für das Thema weiter Pflicht. Und Verantwortung und (Selbst-)Disziplin Begriffe, die man aktuell groß schreiben muss. Lasst uns – fußballerisch gesprochen – in der Verteidigung weiter gut gegen das Virus stehen und Eigentore vermeiden. Denn davon, wenn am Ende die Erlaubnis, Fußball zu spielen, wieder weg ist, hat keiner was.


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