21.09.2019

Die erhoffte Reaktion: „Ich hatte Gänsehaut!“

Gegen „Top-Team“ HR: BU II mit „extrem viel Herz und Leidenschaft“

Arnold Hoeling (li.) - hier im Duell mit Luis Diaz Alvarez - war für Haimerls BU-Zweite die erhofften Verstärkung aus der Liga. Foto: KBS-Picture.de

In der Vorwoche ging er mit seinen Mannen nach dem enttäuschenden Remis in Pinneberg (1:1) hart ins Gericht und sprach von einem „desolaten und blutleeren Auftritt“. Umso gespannter war Jan Haimerl auf die Reaktion seiner Schützlinge im Heimspiel gegen die SV Halstenbek-Rellingen-Rellingen. „Hätte man mich am Montag gefragt, ob ich einen Punkt nehmen würde, hätte ich gesagt: Ja! Wenn man aber unsere Mannschaft heute gesehen hat, dann war das von der Nummer Eins bis zur 18 unglaublich leidenschaftlich und mit viel Herz. Ich hatte wirklich Gänsehaut! Das habe ich auch in der Halbzeit gesagt“, geriet der Coach des HSV Barmbek-Uhlenhorst II regelrecht ins Schwärmen. Offenbar hinterließen seine Worte in der vergangenen Woche die erhoffte Wirkung…

BU II-Verteidiger Jan Carlo Wieland (li.) mit vollem Einsatz gegen HR-Knipser Enzo Simon. Foto: KBS-Picture.de

Nach vier Partien ohne einen „Dreier“ und mit leicht angeknackstem Selbstvertrauen ging BU II dementsprechend vorsichtig ins Spiel. „Wir haben natürlich tief gestanden“, so Haimerl, der betonte: „HR ist eben auch ein Top-Team – gar keine Frage.“ Doch jenes Top-Team tat sich verdammt schwer. „Wir hatten in der ersten Halbzeit anderthalb Möglichkeiten, wo man vielleicht etwas draus hätte machen können. Andererseits hatten wir mit Vincent Driessen wieder einen überragenden Rückhalt“, lobte Haimerl seinen Schlussmann wie schon in Pinneberg. „Er hat zwei oder drei Eins-gegen-Eins-Situationen für uns geklärt.“ Generell verteidigte der Aufsteiger aber als Team – und hatte mit Eric Owusu sowie Arnold Hoeling zwei Liga-Leihgaben dabei, „die sich wirklich total in den Dienst der Mannschaft gestellt, super viel gearbeitet und der Truppe auch wirklich gut getan haben. Das soll jetzt nicht in Richtung der bisherigen Liga-Leihgaben gehen und heißen, dass es nicht so prickelnd war, aber das war heute schon sehr auffällig, wie stark das von der Einstellung und vom Charakter her war“, gab das Duo dem Team zusätzlichen Auftrieb.

„Eine Leistung, auf die ich stolz bin!“

Florian Kuklinski (re.) hatte den späten „Luckypunch“ für den Außenseiter auf dem Fuß. Foto: KBS-Picture.de

Und beinahe wären die Hausherren am Ende sogar noch als Sieger vom Platz gegangen, wenn zumindest eine der beiden Riesenchancen in zählbaren Ertrag umgemünzt worden wäre. Erst war es Moritz Scholz, der am Außenpfosten scheiterte (88.), dann Florian Kuklinski, der den bereits am Boden liegenden Knut-Ole Mohr anschoss (90. +1). „Das wäre etwas schmeichelhaft gewesen“, gestand Haimerl zwar, aber seine Equipe betrieb einen unheimlichen Aufwand. „Wir haben wahnsinnig viele Kilometer gefressen und super viele Zweikämpfe geführt. Das war wirklich eine Leistung, wo ich sagen kann: Da bin ich stolz drauf! Wir müssen nur gucken, dass wir das in allen Spielen hinkriegen“, hofft der 36-Jährige, dass seine Elf in der kommenden Woche bei Nikola Tesla „das gleich Gesicht zeigt“.

„Ideenlos und ohne Tempo“

Auch wenn man den beiden vergebenen Großchancen in den Schlussminuten ein Stück weit hinterher trauerte, sprach Haimerl letzten Endes von einem „Bonuspunkt“ – und meinte: „Es fühlt sich eher wie ein Sieg als nach einer Niederlage an.“ Währenddessen war bei den Gästen von einem „gebrauchten Tag“ die Rede. „Die Offensive wirkte zwischenzeitlich ideenlos und auch das erwünschte Tempo wurde vermisst“, hieß es auf der „facebook“-Seite der Halstenbeker, die als Tabellendritter das Top-Duo TuRa Harksheide und HEBC ein Stück weit ziehen lassen müssen…

Autor: Dennis Kormanjos

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