Landesliga Hammonia

„Die drei Teams befinden sich in ganz anderen Sphären“

22. Juni 2020, 09:56 Uhr

Offensivakteur Milos Aleksic wechselt vom Liga-Kontrahenten FK Nikola Tesla zum SSV Rantzau. Foto: Bode

„Wir klagen auch auf die Oberliga“, unkte Marcus Fürstenberg unlängst. „Denn die theoretische Chance wäre ja noch da. Von daher muss man erstmal gucken, was dabei herauskommt“, entgegnete er mit einem Augenzwinkern, als wir den Trainer des SSV Rantzau mit den Zielen für die kommende Spielzeit konfrontierten. Dem Coach der Barmstedter geht das vermeintliche und höchstwahrscheinliche Szenario, welches im Falle eines Saisonabbruchs zum Tragen kommt, dass die aktuelle Serie sehr wohl Auf-, aber keine Absteiger bereithält, gehörig gegen den Strich. „Man belohnt die Teams, die es sportlich verdient haben, mit dem Aufstieg, aber auch die Mannschaften, die es nicht verdient haben und eigentlich sportlich abgestiegen wären, mit dem Klassenerhalt. Das finde ich unfair und geht zu Lasten der Vereine. Ganz egal, ob es mich nun betrifft oder nicht. Aber das kann nicht sein“, betont Fürstenberg, dass er „gerechtigkeitsliebend“ sei.

Trainer Marcus Fürstenberg kann sich über fünf weitere Neuzugänge freuen. Foto: Küch

Als Tabellensiebter der Landesliga Hammonia wäre der SSV Rantzau jedenfalls fein raus und kann den Fokus bereits auf das neue Spieljahr richten – wann auch immer dieses stattfinden kann. Mit dem Oberliga-erfahrenen Adrian Sousa (Hamm United FC), Keeper Timo Herrmann (VfL Pinneberg), den beiden Youngstern Anil Orhan und Bennet Hentzgen (FC Union Tornesch A-Regionalliga) sowie Nils Fischer (eigene Zweite) hat der SSV Ende April bereits fünf Neuzugänge bekanntgegeben. Nun kommen fünf weitere „junge Wilde“ dazu. „Damit sind unsere Kaderplanungen zu 99 Prozent abgeschlossen“, so Fürstenberg, der die Zusagen von Milos Aleksic (FK Nikola Tesla), Tim-Gerrit Adam (VfL Pinneberg, davor Eintracht Norderstedt A-Regionalliga), Bennet von Schassen (Heider SV A-Oberliga, davor Niendorfer TSV A-Regionalliga), Jannik Hundsdörfer (TSV Uetersen A-Oberliga) und Innenverteidiger Luca Heinichen (Kapitän FC Union Tornesch A-Regionalliga) verkünden kann. „Trainer Marcus Fürstenberg und ‚Co‘ Tobi Thiede freuen sich auf die jungen, gut ausgebildeten Youngster, die in der Region zu Hause sind, womit der SSV seinen Kader auch weiter qualitativ verbessert“, so Otto Hartlieb, Sportlicher Leiter des SSV Rantzau.

"Haben auch den einen oder anderen wichtigen Spieler verloren"

Damit sind die Mannen von der Düsterlohe gut aufgestellt, haben aber auch „für Rantzau-Verhältnisse einen kleinen Umbruch“ zu verzeichnen, wie selbst Fürstenberg meint. Denn neben dem bereits vermeldeten Abgang von Torsteher Tilman von Velde gesellen sich nun einige weitere Akteure hinzu, deren Verbleib noch nicht sicher ist. Während Thorben Blöcker aufhört, würde Björn Lefenau den Aufwand nicht mehr regelmäßig betreiben können und wohl vermehrt in der „Zweiten“ zum Einsatz kommen. Auch ein Verbleib von Keeper Janik Flint steht noch in den Sternen. Marcel Uitz könnte es nach Innsbruck verschlagen und Leistungsträger Christoph Bendix würde studienbedingt nach Jena gehen. „Ein sehr schmerzhafter Verlust. Ich bin mir sicher, noch ein Jahr – und er hätte es eine Etage höher schaffen können“, bedauert „Fürste“ den Abschied des 20-Jährigen – und fügt an: „Wir haben damit auch den einen oder anderen wichtigen Spieler verloren.“

"Wenn alles so bleibt, gibt es drei klare Favoriten"

Leistungsträger Christoph Bendix wird dem SSV Rantzau schmerzlich fehlen. Foto: KBS-Picture.de

Deshalb wolle man auch nicht, dass die Erwartungen nun unrealistische Züge annehmen. „Natürlich hat Marcel Uitz schon ein paar Oberliga-Spiele gemacht, aber nicht über Jahre hinweg. Adrian (Sousa, Anm. d. Red.) ist also der erste richtige Oberliga-Spieler, der nach Rantzau kommt“, verdeutlicht Fürstenberg. „Wir müssen da schon die Kirche im Dorf lassen.“ Und weiter: „Wenn alles so bleibt, dann gibt es in meinen Augen drei klare Favoriten: Das sind HR, TuRa und der ETV. Auch BU II hat eine wirklich tolle Entwicklung genommen und Lokstedt wird wieder im Kreis dabei sein. Aber die drei erstgenannten Mannschaften befinden sich in ganz anderen Sphären und sind – unter normalen Umständen – uneinholbar. Wir wollen einen Schritt weiter nach vorne machen.“ Denn man habe sich „schon verstärkt“, aber eben „auch schmerzhafte Abgänge“ zu kompensieren.

Autor: Dennis Kormanjos

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