03.05.2019

Derbysieg: BSV zerlegt Berne in sämtliche Einzelteile

Gäste spielen schockierend schwache zweite Halbzeit

Der eigentlich für die defensive Stabilität zuständige Cedric Stoppel (Mi.) durfte sich als Doppeltorschütze feiern lassen. Foto: Bode

Der Bramfelder SV unterstrich am Freitagabend noch einmal eindrucksvoll die Aufstiegsambitionen. Gegen Kellerkind TuS Berne setzte sich die Elf von der Ellernreihe mit 8:0 durch und schraubte das eigene Punktekonto und vor allem das Torverhältnis deutlich in die Höhe. Während der BSV den Derbysieg feierte, herrschte bei den Gästen dagegen Fassungslosigkeit und Tristesse. Dennoch ist sich Coach Frank Neben sicher: "Wir schaffen das!"

Die Hausherren starteten mit einem Blitzstart in die Partie: Nach einem Diagonalball war BSV-Flitzer Milos Ljubisavljevic auf und davon, umkurvte Mehlhorn und schob ins leere Tor zur 1:0-Führung ein (2.). Für Ljubisavljevic war es gleichzeitig der 21. Saisontreffer. Die Gäste ließen sich dadurch aber nicht aus der Fassung bringen und agierten mit offenem Visier. Spielverderber zu diesem Zeitpunkt: Bramfeld-Keeper Sascha Kleinschmidt. Honig und Zinn scheiterten aus vielversprechenden Positionen am Schlussmann der Hausherren. Wenn du jedoch im Tabellenkeller stehst, kassierst du in einer eigenen Druckphase das 0:2. Bramfeld konterte über Ljubisavljevic und Polzin, der sehenswert per Volley die Führung ausbaute (27.). Erneut ging dem Treffer einer von unzähligen Diagonalbällen voraus. Kurz vor dem Pausentee entschärfte abermals Kleinschmidt eine Berne-Gelegenheit. Diesmal scheiterte Abwehrspieler Graßmann per Dropkick am gut aufgelegten Torhüter. Die 2:0-Halbzeitführung war aus Sicht des BSV etwas glücklich. 

Berne ergibt sich dem Schicksal

Shadrak Müller erzielte nach starkem Solo das herrliche 3:0 direkt nach der Pause. Foto: Bode

Nach dem Seitenwechsel wirkte der Tabellenführer deutlich stabiler. Berne kam kaum noch zu Torchancen, stattdessen spielte die Offensive der Hausherren groß auf. Shadrak Müller spazierte im Alleingang durch die Defensive der Gäste, ehe er - im Anschluss eines Doppelpasses mit Polzin - frei vor Mehlhorn stand. Hier reichte eine Finte und schon stand es 3:0 (48.). Die Messe war gelesen und die Henning/Schulz-Elf spielte sich jetzt in einen Rausch. Polzin, Doppelpacker Stoppel, Julardzija und Lüth sorgten am Ende für den 8:0-Heimsieg. Die abstiegsbedrohten Gäste müssen sich indes fragen, wie man nach einer ordentlichen ersten Halbzeit, in der man dem Ligaprimus Paroli bieten konnte, so dermaßen einbrechen kann. 

Die Trainerstimmen zum Spiel

Carsten Henning: "Mit der ersten Halbzeit waren wir nicht zufrieden, weil wir uns da auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen haben. Dank Sascha Kleinschmidt sind wir ohne Gegentor in die Halbzeit gegangen, was für uns sehr wichtig war. In der zweiten Halbzeit lief es für uns besser, weil wir es dann defensiv und offensiv deutlich besser gemacht haben. Am Ende geht das Ergebnis auch in der Höhe in Ordnung, weil wir uns noch einige weitere Torchancen herausgespielt haben. Wir sind jetzt seit ein paar Wochen auf Platz eins und wollen dort auch unbedingt bleiben."


Frank Neben: "Der Gegner hat heute acht Tore geschossen und wir haben kein Tor geschossen. So einfach ist Fußball. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir große Chancen, belohnen uns aber nicht. Warum wir in der zweiten Halbzeit so wenig Biss gezeigt haben, ist für mich unerklärlich. Wir haben aber noch alles selber in der Hand. Düneberg und Elazig Spor müssen noch zu uns. Die Heimspiele müssen wir gewinnen und zu Hause sind wir eine Macht. Dennoch ist die Momentaufnahme und das Ergebnis heute frustrierend. Nichtsdestotrotz bin ich vom Klassenerhalt überzeugt. Wir schaffen das!" 

Autor: Philipp Hinze

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