08.01.2019

Der zweite Schuss sitzt: Neu(er) Mann für Condor!

„Raubvögel“ haben einen neuen Cheftrainer

Florian Neumann ist neuer Cheftrainer des SC Condor und soll den Club vor dem Abstieg retten. Archivfoto: noveski.com/Herzog

In den vergangenen Wochen ging es beim SC Condor turbulent zur Sache. Erst die Trennung vom Trainerteam Olufemi Smith/Fabian Boll – dann die Abgänge von Jasper Wehrt (Co-Trainer) und Jan Hendrych (Liga-Obmann). Plötzlich standen die „Raubvögel“ ohne sportliche Führung da. Doch das sollte sich mit den Verpflichtungen von Nico Peters (Trainer) und Ralf Rath (Sportlicher Leiter) ändern. Das Duo kam vom WSV Tangstedt. Einziges Problem: Peters besitzt beim SH-Club noch einen Vertrag – und so konnte der bereits als fix vermeldete Smith-Nachfolger sein neues Amt nicht antreten. Also ging die Suche weiter…

Nun aber können die Mannen vom Berner Heerweg tatsächlich Vollzug melden: Florian Neumann, als Spieler selbst sechseinhalb Jahre für den SCC aktiv, übernimmt per sofort das Traineramt beim abstiegsgefährdeten Oberligisten und wurde am Abend bereits der Mannschaft vorgestellt, wie wir erfuhren! Zuletzt war der 36-Jährige, der für anderthalb Jahre zugesagt hat, beim Hansa-Landesligisten Bramfelder SV tätig. Im September 2017 ging man jedoch getrennte Wege. Seither pausierte Neumann und hatte mit dem Trainerjob sogar schon fast abgeschlossen, wie er uns im Interview verrät.

FussiFreunde: Was hat bei dir zur Entscheidung geführt, den Posten beim SC Condor anzunehmen?

Neumann: „Es ist mein alter Verein und ich kenne Thomas Brinkmann (Erster Vorsitzender, Anm. d. Red.) schon seit vielen Jahren. Der SC Condor ist ein guter Club – ungeachtet dessen, was dort zuletzt alles geschrieben wurde –, der für Seriosität steht. Letzten Endes ist es für mich eine Herzensangelegenheit, Trainer des Vereins, wo ich sieben Jahre lang gespielt habe, zu sein. Das war im Endeffekt ausschlaggebend – und der Punkt, dass ich wieder richtig Lust auf Fußball habe.“

Nun hast du nach deiner Bramfeld-Zeit eine lange Pause gemacht, zwischenzeitlich mit dem Trainersein sogar schon abgeschlossen. Kann man sagen, dass der SC Condor der einzige Verein war und ist, der dich zu einem Comeback hätte bewegen können?

Neumann: „Ich hatte nach meiner Bramfeld-Zeit tatsächlich größtenteils mit dem Trainerdasein abgeschlossen und brauchte erstmal eine Pause. Aber jetzt, wo Condor angerufen hat, war für mich klar, dass ich es machen werde – allein schon aufgrund meiner Vergangenheit als Spieler in diesem Verein.“

Du hast die Situation und die vielen Meldungen, die zuletzt nicht immer positiv waren, schon angesprochen. Was stimmt dich denn optimistisch, dass man das Ruder doch noch rumreißen und am Ende den Klassenerhalt feiern kann?

Nach seiner Bramfeld-Zeit hatte Neumann mit dem Trainerdasein nahezu abgeschlossen. Archivfoto: noveski.com

Neumann: „Zu dem, was geschrieben worden ist, möchte ich mich gar nicht äußern. Das war ja alles vor meiner Zeit und haben andere zu beurteilen, nicht ich. Was mich letztlich dazu bewogen hat, die Aufgabe anzunehmen und positiv zu sehen, ist die Tatsache, dass ich der Überzeugung bin, dass die Truppe sehr wohl Oberliga-tauglich ist und in der Gesamtheit über Qualität verfügt, die nicht Platz 16 widerspiegelt, sondern am Ende einen Nichtabstiegsplatz. Was außerdem noch hinzukommt – und das habe ich nicht nur vom Vorstand, sondern auch von diversen anderen Leuten, die Kontakt zur Mannschaft haben, gehört: Die Jungs wollen, sie haben alle Bock auf die Rückrunde und werden sich damit nicht zufrieden geben!“

Einerseits ist Condor dein „Herzensverein“, andererseits steht der Club derzeit auf einem Abstiegsplatz. War’s aufgrund der Tabellensituation eine Entscheidung, die dir noch schwerer gefallen ist, die Aufgabe anzunehmen? Die Gefahr ist ja doch groß, dass es am Ende eben nicht reichen könnte…

Neumann: „Wenn man in solch einer Situation eine derartige Aufgabe übernimmt, ist die Gefahr immer groß. Aber die Frage hat sich mir so gar nicht gestellt! Denn: Es ist unheimlich reizvoll, wenn man um oder gegen etwas spielt. Natürlich macht es noch mehr Spaß, wenn es um die Meisterschaft geht – dieses Szenario hatte ich ja mit Bramfeld. Es ist zwar sehr kräftezehrend und nervenaufreibend – aber genau so ist es auch im Abstiegskampf. Denn es ist eine Aufgabe und eine Herausforderung, die man bewältigen muss. Und es ist mir lieber, als wenn man Zehnter ist, die Saison mehr oder weniger gelaufen ist und man weder hoch noch runter kann. Dann hätte man im Endeffekt noch 14 ‚Freundschaftsspiele‘. So geht es für uns jetzt darum, zu zeigen, dass wir unbedingt drin bleiben wollen! Dieser Aufgabe stelle ich mich zusammen mit Fabio Ansaldo, der mein Co-Trainer wird, und wir werden alles daran setzen, dass wir gemeinsam – und damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern das ganze Drumherum – das Ding rumreißen und so viele Punkte holen, dass es am Ende reicht.“

Wie sieht es personell aus – wird da im Winter noch was in Sachen Zu- und Abgänge passieren oder hast du das Vertrauen in die aktuelle Mannschaft und sagst: Wir schaffen das auch ohne große Verstärkungen?

Neumann: „Ich bin kein Fan davon, mir über andere Spieler Gedanken zu machen, ohne mich davor erstmal ausgiebig mit der Truppe beschäftigt zu haben. Ich habe in der Hinrunde zwar einige Spiele gesehen, aber so richtig kann und werde ich mir jetzt im Training und in den ersten Testspielen ein Bild von der Mannschaft machen – sowohl körperlich als auch spielerisch. Man soll niemals nie sagen. Aber das wird sich dann zeigen, auch inwieweit die Breite im Kader vorhanden ist.“

Abschließende Frage: Nach der geplatzten Verpflichtung von Nico Peters als Cheftrainer – fühlst du dich als „zweite Wahl“ und hat dich das auch ein wenig zweifeln lassen oder spielt das für dich gar keine Rolle?

Neumann: „Es ist jetzt nun mal so gekommen, wie es gekommen ist. Und nichts ist so schlecht, als dass es nicht für irgendwas gut ist. Von daher sehe ich das überhaupt nicht so und habe mich damit auch ehrlich gesagt gar nicht befasst. Die Karten sind und werden jetzt völlig neu gemischt. Und wir befassen uns nur mit einem Ziel – dem Nichtabstieg.“

+++ Der SC Condor hat die Verpflichtung mittlerweile bestätigt +++

Neuer Trainer!


Wir freuen uns, Florian Neumann als neuen Cheftrainer der 1. Herren Oberliga zu präsentieren. Florian hat bis 2013 selbst sechs Jahre aktiv für den SC Condor in der Oberliga gespielt und kennt damit den Verein und das Umfeld sehr gut. Florian ist im positiven Sinne Fußball verrückt, authentisch und gut strukturiert. Insbesondere seine motivierende und menschliche Art sowie seine exzellenten fachlichen Fähigkeiten haben uns überzeugt. Er trägt nicht nur Fußball, sondern auch den SC Condor im Herzen, eine Kombination mit der wir gemeinsam in dieser Rückrunde die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt erkämpfen wollen.

Florian Neumann kommt nicht allein, sondern gemeinsam mit Co-Trainer Fabio Ansaldo, so dass wir auch die letzte Lücke kurzfristig aber adäquat besetzen können. Fabio bringt ebenfalls Oberliga-Erfahrung mit sowie eine gute fußballerische Ausbildung als lizensierter Trainer. Das neue Trainer-Team steht ab sofort auf dem Platz und wird die Mannschaft zu Höchstleistungen motivieren.

Darüber hinaus werden Florian und Fabio gemeinsam mit Ralf Rath die sportliche Planung für die Rückrunde und die nächste Oberliga Saison angehen.

Wir wünschen der Mannschaft und den Verantwortlichen eine gute Vorbereitung sowie einen gute Rückrunde.

Heiko Gevert
Abteilungsleiter Fußball

Autor: Dennis Kormanjos

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