24.03.2019

„Der Junge ist Gold wert“: Nach Brückners Knockout knackt Rinckens Buchholz

HEBC feiert 2:0-Sieg gegen „08“ und wichtigen „Dreier“ im Abstiegskampf

Der Anfang vom Buchholzer Ende: Keeper Lennart Brückner muss nach 73 Minuten verletzt runter. Foto: Knötzsch

Der erste Weg nach dem Match des HEBC gegen den TSV Buchholz 08 (Hier gibt’s das Spiel im Live-Ticker zum Nachlesen) führte Janosch Rinckens zur Bank der Gäste. Der Stürmer der Hausherren steuerte direkt auf Lennart Brückner zu und erkundigte sich nach dessen Zustand. Etwas mehr als eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie  waren Rinckens und Brückner bei einem Angriff des HEBC im Strafraum zusammengeprallt. Brückner musste kurz behandelt werden, spielte dann zunächst weiter, um am Ende aber doch runter zu müssen. Für ihn kam Philipp Wilke – und der sollte letztlich ebenso zum Leidtragenden seiner Begegnungen mit Rinckens werden. Nicht körperlich, aber was die Punkteausbeute am Ende des Spiels anging. 

„Das war eine unglückliche Situation, Ich glaube, wenn Lennart sich nicht verletzt hätte, dann wäre das Spiel mit 0:0 ausgegangen“, wusste auch Buchholz-Trainer Thorsten Schneider, welche Situation (mit)entscheidend für den Ausgang des Duells war. Denn nachdem es bis zu jener Szene am Reinmüller vor den rund 160 Zuschauern torlos geblieben war, folgten danach zwei Einschläge im Gehäuse der Gäste. Erst bediente Maximilian Priebe mit einem Pass in die Tiefe Sturmtank Rinckens, der aufs Tor zusteuerte und dann Wilke umkurvte, ehe er einschob (78.). Dann war es Mirko Wiedemann, der Rinckens mit einem tollen Zuspiel vom linken Flügel in Szene setzte – 2:0 für den HEBC und lila-weißer Jubel (87.). „Philipp Wilke ist nicht richtig im Spiel drin, bei dem langen Ball zögert er. Das ist kein Vorwurf an ihn. Aber es ist natürlich etwas anderes, wenn du vorher 75 Minuten im Spielgeschehen bist, als wenn du gerade frisch reingeworfen worden bist“, waren für Schneider der Wechsel und das 1:0 der „Kasus Knacktus“, aufgrund dessen die Nordheider mit leeren Händen die Rückreise antreten mussten.

Großkopf: „Das war ein ganz kleiner Schritt in die richtige Richtung“

Mirko Wiedemann (re. hier gegen den kurz vorm Platzverweis stehenden Lukas Kettner) bereitete das 2:0 des HEBC vor. Foto: Knötzsch

Und auch der Matchwinner selbst wusste, dass nicht nur seine beiden Treffer sondern eben auch die unglückliche Begegnung aus der 73. Minute dem Spiel einen Stempel aufgedrückt hatten. „Ich hab gesehen, dass er zögert und erst einen Schritt vor und dann einen zurück macht. Ich selbst habe durchgezogen und bin kurz vorher an den Ball gekommen“, umschrieb Janosch Rinckens die Entstehung des 1:0 und dachte dann sofort an Lennart Brückner, der den Gegentreffer von der Bank verfolgte: „Wahrscheinlich hab ich auch von der Auswechselung profitiert. Es war keine Absicht, dass ich den Torwart da ausgeknockt habe. Die besten Genesungswünsche an ihn.“ Für ihn selbst und seine Teamkollegen, so Rinckens, war es „unglaublich wichtig, dass wir mal wieder drei Punkte geholt haben. Wir waren in den letzten Wochen mehrfach nah dran. Auch in Sasel, wo wir ganz gut gespielt haben, aber im Abschluss Pech hatten und uns insgesamt zu wenige Chancen rausspielen konnten.“ Entsprechend werde der „Dreier“ gegen Buchholz jetzt gefeiert, verriet Rinckens: „Es ist wichtig, dass wir jetzt erstmal wieder fünf Punkte von Wedel weg sind.“

Doch noch ist im Abstiegskampf nicht aller Tage Abend, wie auch Jörn Großkopf nach dem Spiel die aktuelle Lage einordnete. „Das war ein ganz kleiner Schritt in die richtige Richtung. Mehr nicht. Wir haben noch sieben Endspiele“, analysierte der Coach der Gastgeber, der nach eigener Aussage nicht davon überrascht war, dass seine Elf aus einem gefühlt typischen „Null-Null-Spiel“ noch einen dreifachen Punktgewinn machte: „Auch wenn wir uns nur um den Klassenerhalt kümmern: Wir haben vorne immer die Qualität, noch ein Tor zu machen. Angefangen mit Rinckens. Der Junge ist Gold wert.“ Aber nicht nur dank „Joschi“, wie sie den Torjäger beim HEBC nennen, hätten die Lila-Weißen den Sieg eingefahren, so Großkopf: „Wir haben vor allem in der Defensive kompakt gestanden und fast jeden Zweikampf gewonnen – das war der Schlüssel zum Sieg.“

Schneider: „Wir haben keinen Weg gefunden, den HEBC zu knacken“

Kein Durchkommen: Der Buchholzer MIlaim Buzhala (Mitte) gegen Janek Wrede und Chris Flick (re.). Foto: Knötzsch

Allerdings habe man „eine Menge Geduld aufbringen müssen“, gab der HEBC-Übungsleiter zu. „Für uns hat nur dieses eine Spiel heute gezählt. Nicht gestern, nicht Montag, nicht die Situation der anderen. Nicht die Ergebnisse, die andere Teams erzielen. Nicht das Wort Klassenerhalt“, erklärte Großkopf nach dem Schlusspfiff, „genau das haben wir in der Woche angesprochen. Die Jungs haben das gut umgesetzt. Am Reinmüller sind wir immer in der Lage, eine Partie auch spät noch zu entscheiden.“ Sehr zum Unbehagen von Thorsten Schneider. „Insgesamt war der HEBC über die 90 Minuten bissiger und aggressiver. Wir haben überhaupt nicht zu unserer spielerischen Linie gefunden und nur einmal aufs Tor geschossen – das ist ungewöhnlich. Wir haben keinen Weg gefunden, den HEBC zu knacken“, so der Buchholzer Übungsleiter, der nicht nur Lennart Brückner sondern auch Denis Urdin verletzungsbedingt raus nehmen musste: „Eigentlich wollte ich auch Lukas Kettner noch auswechseln. Man kann von Glück sprechen, dass er nicht die Gelb-Rote Karte gesehen hat. Ich hätte es verstanden....“ Doch Kettner hielt durch, flog nicht und musste auch nicht vorzeitig runter. Ein schwacher Trost angesichts der Niederlage...

Jan Knötzsch

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