10.04.2019

Der „Heilsbringer“ kehrt heim: SCALA bekommt Bauer zurück!

Mit Möhring und Heydorn: „Wollten unbedingt nochmal zusammenspielen“

Jendrik Bauer (3. v. li.) jubelt in der kommenden Saison wieder für den SC Alstertal-Langenhorn. Foto: KBS-Picture.de

Am 1. Mai 2015 verließ er die Manege an der Siemershöh, wurde von den Fans des SC Alstertal-Langenhorn, wo er mit seinen Toren zur großen Identifikationsfigur avancierte, mit „Standing Ovations“ verabschiedet und schlug beim WSV Tangstedt ein neues Kapitel auf. Nach einem einjährigen Gastspiel beim SH-Club kehrte Jendrik Bauer aber schon wieder in die Hansestadt zurück und schloss sich dem HSV III an. Nach drei Jahren bei den „Rothosen“, etlichen Toren und Triumphen, kehrt der 31-Jährige im Sommer jedoch zu seinen Wurzeln zurück: Bauer wird wieder „SCALAner“!

Im Sommer 2015 verabschiedete sich Bauer unter stehenden Ovationen vom SCALA-Anhang - nun kehrt er zurück. Archivfoto: noveski.com

Dort, wo vor einigen Jahren alles begann, will Jendrik Bauer den Kreis schließen. „Ja, es ist richtig. Ich habe für mich entschieden, dass ich zu SCALA zurückgehe und dort nochmal mit guten Kumpels zusammenspielen möchte“, verrät uns der Torjäger, der seinen Jugendverein in der Saison 2012/13 in die Oberliga schoss. Bis es aber so weit ist, will Bauer den HSV III mit seinen Buden zum anvisierten Ziel schießen. „Nun sieht‘ ja langsam auch wirklich gut aus, dass es mit dem Oberliga-Aufstieg zumindest klappen könnte. ‚Rabe‘ und ‚Rahner‘ (HSV III-Trainerduo Marcus Rabenhorst und Christian Rahn; Anm. d. Red.) hätten gerne auch mit mir über die Saison hinaus weitergemacht. Aber ich bin jetzt 31, habe schon die eine oder andere Verletzung auf dem Kerbholz und kann mich auch ganz gut selbst reflektieren, dass es mit dem Tempo über die Jahre nicht unbedingt besser geworden ist“, witzelt er, betont aber zugleich: „Ich möchte der Mannschaft bis zum letzten Tag mit meinem bestmöglichen Beitrag helfen!“

„An der einen oder anderen Stelle kann ich der Mannschaft noch helfen“

Nach drei Jahren wird Bauer den HSV III verlassen - und will das mit dem Oberliga-Aufstieg tun. Foto: KBS-Picture.de

Dass Bauer für die „Rothosen“ noch immer unverzichtbar ist, beweist er in der aktuellen Saison. Am vergangenen Wochenende sorgte er nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit, als man mit 0:1 hinten lag, fast im Alleingang für den 3:1-Sieg gegen Lokstedt. In 18 Einsätzen traf „Bomber“ Bauer bereits 14 Mal ins Schwarze! „Klar, wenn man einen guten Tag hat, dann kann man der Mannschaft an der einen oder anderen Stelle sicherlich auch nochmal helfen“, gibt er sich dennoch ganz bescheiden. Da er im Sommer heiratet, auch mehr Zeit mit seiner künftigen Frau verbringen will, hat er nun für sich die Entscheidung getroffen, seiner sportlichen „Ex-Liebe“ beim Neuaufbau – die Zweitvertretung wird zur neuen Liga-Mannschaft – unter die Arme zu greifen. „Mit Daniel Krohn, der jetzt die Zweite trainiert, habe ich selbst noch in der Jugend zusammengespielt.“

„Ich kann diesen Aufwand nicht mehr zu 100 Prozent leisten“

Bei SCALA möchte Bauer nochmal mit einigen Freunden zusammenspielen. Foto: KBS-Picture.de

Hinzu kommt, so Bauer, dass er „langsam für mich selbst auch das Gefühl“ habe, „wenn man jahrelang super leistungsbezogen Fußball gespielt hat, dass ich nicht mehr zu 100 Prozent bereit bin, diesen riesen Aufwand zu bewerkstelligen und auch mit den ganz jungen Spielern mithalten zu können. Mir macht das in der jungen Truppe wirklich super viel Spaß. Aber ich kann das nicht mehr zu 100 Prozent leisten – und dadurch, dass ich immer zu 100 Prozent hinter der Sache gestanden habe, ist es wahrscheinlich auch besser, zu sagen, man macht jetzt einen Cut.“ Nun freue er sich auf die neue Aufgabe mit einigen alten Weggefährten und besten Freunden. Denn: Neben Bauer werden auch Torhüter Christoph Möhring und „Knipser“ Marco Heydorn (beide SC Sperber) zu SCALA zurückkehren! „Wir wollten unbedingt noch einmal zusammenspielen“, verrät Bauer, der seinen Ex- und bald Wieder-Club in den letzten Jahren weiter verfolgt hat, wie er sagt. Getroffen habe ihn der sportliche Absturz schon, aber viel mehr würde er „vor den Leuten, die dort federführend tätig sind – also Holger Hanssen und seine Truppe, die ja schon in einem fußballerisch hohen Alter für Herren-Fußball ist, den Hut ziehen, dass sie in die Bresche gesprungen sind.“

„Der Ehrgeiz ist immer da“

Seinen sportlichen Ehrgeiz hat der einstige Altonaer und Norderstedter aber längst noch nicht verloren. „Ich habe ja eigentlich mein Leben lang recht ambitioniert Fußball gespielt. Von daher ist der Ehrgeiz immer da. Man muss sich auch nichts vormachen: Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es für die Truppe in der Landesliga weitergeht – aber man wird in der kommenden Saison in der Bezirksliga spielen. Und die Nord-Staffel ist eine der stärkeren Bezirksligen. Da ist es zu früh, über Ziele zu sprechen. Ich denke, dass es für eine Zweite Mannschaft, die aus der Kreisliga aufrückt, prinzipiell erstmal das Minimalziel sein muss, die Klasse zu halten. Das wäre toll. Darüber hinaus muss man dann mal schauen, was möglich ist.“ 

Autor: Dennis Kormanjos

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