Dassendorf mit einer Hand an Meisterschale – Meiendorf abgestiegen!

TuS schenkt wehrlosem MSV halbes Dutzend ein und besiegelt den Abstieg

14. Mai 2016, 00:31 Uhr

Nach dem letzten Heimspiel der Saison bedankten sich die TuS-Akteure bei ihren Fans für die große Unterstützung. Foto: Daniel Meyer

Des einen Freud ist des anderen Leid – so war es auch nach dem Spiel zwischen der TuS Dassendorf und dem Meiendorfer SV! Während der Spitzenreiter mit einem deutlichen 6:0-Sieg gegen den MSV die Meisterschale bereits mit einer Hand festhält und nur noch ein Sieg im letzten Spiel gegen Absteiger Paloma fehlt, steht der dritte und letzte Absteiger der Oberliga fest: der Meiendorfer SV.

„Wir haben 16 Minuten gut mitgehalten, hatten lange die Hoffnung und brechen dann kläglich ein“, bilanzierte ein frustrierter MSV-Trainer Fatih Ergün das Spiel. In den ersten 16 Minuten sah es auf Seiten der Gäste wirklich akzeptabel aus. Lediglich einmal, nach fünf Minuten, gelangte der Oberliga-Spitzenreiter vor das gegnerische Tor, fand allerdings in Meiendorfs Schlussmann Marcel Reimers seinen Meister, der einen Aygemang-Schuss aus fünf Meter überragend an die Latte lenkte!

Doppelschlag der TuS lässt Meiendorfer Hoffnungen früh zerplatzen

Kristof Kurczynski (oben) eröffnete mit seinem Treffer den Torreigen. Foto: noveski.com

Dann lief die besagte 16. Spielminute und es zeigte sich, warum die TuS Dassendorf von der Tabellenspitze grüßt und die Meiendorfer im Tabellenkeller festsitzen: Nach einer MSV-Ecke konterten die Hausherren über Nägele, der den Ball zu Agyemang weiterleitete und dieser aus spitzen Winkel den Abschluss suchte. Erneut war es MSV-Keeper Reimers, der die Hoffnung des Tabellen-16. bestehen ließ und den Schuss von Dassendorfs Topscorer mit einer starken Fußparade zur Ecke abwehrte. Der anschließende Möller-Eckstoß brachte allerdings erneut ordentlich Gefahr im Meiendorfer Strafraum und so war es Kristof Kurczynski, der den Plan des Gastes über den Haufen warf und per Kopf den ersten Treffer des Tages erzielte (16.)! Lediglich fünf Zeigerumdrehungen später dann der erneute Nackenschlag für den MSV: TuS-Kapitän Sven Möller schlug einen langen Ball auf die rechte Seite, wo Nägele mit links eine passgenaue Flanke zu Agyemang trat und dieser die Kugel mit dem rechten Oberschenkel über die Linie drückte (22.). Innerhalb von fünf Minuten wurden die Hoffnung der Gelb-Schwarzen komplett minimiert, kaum noch einer glaubte an das Zurückkommen des Gastes und die Hoffmann/Martens-Elf bekam nun erst richtig Freude am Vorführen des Gegners!

Vermehrt über die Außen, drangenn die Hausherren immer wieder gefährlich vor das Tor, ließen dabei den Ball und Gegner gut laufen und präsentierten einmal mehr ihre starken Einzelqualitäten – so auch in der 36. Spielminute: Ein Ball von der Außenbahn landete bei Sascha Steinfeldt, der die Kugel grandios auf Agyemang durchsteckte und dieser komplett trocken abschloss – 3:0 (36.)! Mit dem Ergebnis waren die Mannen von der B75 zur Pause sogar noch gut bedient. Hierbei blieb die Ergün-Elf allerdings gleich auf dem Spielfeld stehen, hatte einiges zu besprechen und empfand den Weg in die Kabine scheinbar als Zeitverschwendung.

Dassendorf auch in Durchgang zwei weiter torhungrig und effektiv

Mit einer enorm starken Einzelaktion trug sich Henrik Dettmann (r.) in die Torschützenliste ein. Foto: noveski.com

Im zweiten Durchgang änderte sich allerdings nicht viel, außer, dass die TuS bereits nach drei Minuten den nächsten Treffer erzielte und ihren Torhunger noch längst nicht gestillt hatte! Gleich mit der ersten Chance nach Wiederanpfiff zeigte Henrik Dettmann, nach Vorarbeit von Nägele, seine volle Klasse und tankte sich nicht nur gegen zwei Gegenspieler in den Strafraum, ließ dort einen weiteren ins Leere laufen, sondern schlenzte den Ball auch noch traumhaft in die lange Ecke (48.)! Weitere zehn Minuten später, der Gast zeigte kaum noch Gegenwehr, durfte sich erneut TuS-Stürmer Eric Agyemang zu seinem Heim-Abschied bejubeln lassen, nachdem er von einem starken und komplett uneigennützigen Nägele bedient wurde und aus vier Metern lediglich ins leere Tore einschieben musste (58.). Bester Spieler auf Seiten des Meiendorfer SV war an diesem Abend definitiv der Torwart, denn erneut parierte der 21-jährige Reimers nach einem Möller-Hammer aus kurzer Distanz, zeigte einmal mehr was für Wahnsinns-Reflexe in ihm stecken und hatte beim anschließenden Pfostenschuss durch Agyemang dann etwas Glück (65.)! Allerdings musste sich der mit Händen und Füßen wehrende Reimers keine Minute später erneut geschlagen geben und holte, nach einem Tor durch Mariusz Zmijak - der Dassendorf zum Saisonende verlassen wird - das Leder zum sechsten Mal aus dem Netz (66.). Erneut assistierte Pascal Nägele!

TuS-Keeper Christian Gruhne parierte einen Elfmeter und behielt das 15. Mal in dieser Saison eine weiße Weste. Foto: noveski.com

Mit dem halben Dutzend gab sich der Tabellenführer schließlich zufrieden, spielte zwar weiter ansehnlich nach vorne, aber ließ am Ende etwas Gnade walten. Doch dann kam doch noch mal der Gast vor das TuS-Gehäuse und bekam wenig später einen Elfmeter zugesprochen! Nachdem Seyhmus Atug MSV-Akteur Bazier Scharifi von den Beinen holte, entschied Schiedsrichter Paul Dühring auf Strafstoß (78.). Bezeichnend für diese Partie und womöglich auch für die gesamte Meiendorfer Saison, parierte Dassendorf Torwart Gruhne den Scheffel-Schuss und ließ den Gast bei seinem einzigen (!) Torschuss komplett verzweifeln! Sechs Minuten vor Schluss wurden die 184 Zuschauer am Wendelweg dann noch einmal etwas sentimentaler, als Eric Agyemang den Platz verließ, sein letztes Heimspiel für die TuS Dassendorf bestritt und mit Stefan Murrins ein Akteur kam, der nach siebenmonatiger Verletzungspause endlich sein Comeback geben konnte.

„Ein fast perfekter Abend“

Thomas Hoffmann (l.) war durchweg zufrieden mit der Leistung seines Teams. Foto: noveski.com

„Ein fast perfekter Abend“, fand TuS-Trainer Thomas Hoffmann, der gerne noch „ein Tor von Morris gesehen hätte“. Doch auch wenn der 30-jährige Rückkehrer ohne Torerfolg blieb, sah Hoffmann ein „ganz starken Auftritt seiner Mannschaft“, die „sich ganz viele Torchancen herausgespielt“ und „in der Höhe verdient gewonnen hat“. Nun müssen die ’Wendelwegler’ nur noch „einen Schritt gehen“ um die Titelverteidigung perfekt zu machen und den ’Meister-Hattrick’ einzufahren. Hoffmann schaut diesbezüglich positiv auf das letzte Saisonspiel gegen Absteiger Paloma: „Wenn die Mannschaft nächste Woche weiter so fokussiert arbeitet, dann glaube ich schon, dass wir am Freitag ganz große Chancen haben, den Titel zu holen.“ Abschließend fügte der TuS-Coach noch Worte in Richtung des Gastes an, denn wo sich die Dassendorfer einerseits über den Sieg und eine kaum noch zu nehmende Meisterschaft freuen konnten, ließen sie auch jegliche Träume vom Nicht-Abstieg bei den Gästen zerplatzen: „Ich hoffe dass der Verein so schnell wie möglich zurück in die Oberliga kommt, wo sie meiner Meinung nach auch hin gehören!“ 

Für MSV-Trainer Fatih Ergün ist man „allerdings nicht durch das heutige Spiel abgestiegen, sondern durch andere Spiele, die man verloren hat“.

Autor: Daniel Meyer

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