Testspiel

Dank Vollstädt-Volltreffer: Condor nur „ein guter Sparringspartner“ für TuRa

23. August 2020, 17:50 Uhr

Bereits im ersten Testspiel am Freitag gegen Kaltenkirchen traf TuRa-Zugang Maximilian Vollstädt (Mi.) in die gegnerischen Maschen. Foto: Küch

Beim SC Alstertal-Langenhorn knipste er die letzten Jahre fast nach Belieben – und das vorrangig für die Zweitvertretung des Vereins. Nun wollte Maximilian Vollstädt unter Beweis stellen, dass es auch einige Etagen höher mit dem Toreschießen klappt. Und so schloss er sich in diesem Sommer dem Vize-Meister der Landesliga Hammonia, TuRa Harksheide, an. Am Freitag trug sich der Goalgetter beim ersten Testspiel gegen Kaltenkirchen (3:0) auf Anhieb in die Torschützenliste ein – und auch im zweiten Kick war Vollstädt treffsicher (alle Highlights im LIVE-Ticker). Allerdings nach gewissem Anlauf...

Yannick Fischer (li.) brachte den Hammonia-Landesligisten nach der Pause in Front. Foto: Küch

Nachdem TuRa-Neuzugang Maximilian Vollstädt in der Partie gegen den Hansa-Landesligisten SC Condor Mitte des zweiten Abschnitts reinkam, hatte er gegen Ende des Duells zwei ganz dicke Dinger auf dem Fuß. Erst nach mustergültiger Vorlage von „Dauerläufer“ Falk Schmidt (78.), dann nach toller Stafette über Schmidt und Daniel Meier (82.). Beide Male verfehlte der Angreifer jedoch aus kurzer Distanz das Ziel. Doch Vollstädt steckte nicht auf, sondern landete doch noch den Volltreffer – und das getreu dem Motto: Aller guten Dinge sind drei. Dabei hatte der 25-Jährige das Glück, dass ihm der gerade erst genesene Condor-Keeper Maximilian Richter die Kugel auf dem Silbertablett servierte. Diesmal ließ sich Vollstädt nicht zweimal bitten und vollstreckte ganz cool zum 2:1-Siegtreffer für die Hausherren (83.).

"Dass wir wieder Fußball spielen durften, ist das Allergrößte"

Milos Ljubisavljevic - hier noch im Trikot des Bramfelder SV - erzielte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Foto: Bode

Dass seinen Mannen – vor allem körperlich – noch eine ganze Menge zur Normalform fehlt, wollte Condor-Coach Ralph Kainzberger nach den 90 Minuten keineswegs überbewerten: „Man hat bei uns gesehen, dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand, die schon lange keinen Fußball mehr gespielt hat“, konstatierte er – und fügte ehrlicherweise an: „Man hat ansatzweise gute Passagen gesehen, aber eigentlich auch nur einen Trainingsbetrieb. Wir waren ein guter Sparringspartner für Harksheide – viel mehr oder weniger war das nicht.“ Sein Team habe sich „eigentlich nur bewegt. Der einzige Unterschied war, dass wir nicht am Berner Heerweg, sondern am Exerzierplatz waren“, so Kainzberger, der aber auch einen extrem positiven Aspekt herauspickte. Einen, der für ihn über allem stand: „Gefallen hat mir und uns allen auf jeden Fall, dass wir endlich wieder Fußball spielen durften – das ist das Allergrößte und an diesem Wochenende das Wichtigste gewesen!“ 


Nun wolle man „wieder in die Normalität reinkommen“, erklärte Kainzberger, dessen Equipe den zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand egalisierte, als Milos Ljubisavljevic einen Steckpass von Ken Niederstadt im Eckigen unterbrachte (66.). Der ehemalige Bramfelder war es auch, der für die „Raubvögel“ ein vermeintlich zweites Mal zubiss – allerdings stand er nach einem Steilpass von Michael Sara, dem die lange Pause deutlich anzumerken war, und anschließendem Querpass auf Nahuel Rosa Medina, der gerade noch vor Leonard Mai an die Kugel kam, im Abseits (75.).

Fischer netzt zur Führung - und setzt das Highlight

Mit seiner dritten Chance im Spiel erzielte Maxi Vollstädt (re.) kurz vor Schluss den Siegtreffer für TuRa. Foto: Küch

Eine Führung der Farmsener wäre des Guten aber auch zu viel gewesen. Schon im erste Durchgang verpasste Harksheide ein ums andere Mal den Führungstreffer und scheiterte vornehmlich an Norman Volber im Gehäuse der Gäste. Kurz nach Wiederanpfiff war es dann aber so weit, als Yannick Fischer ein uneigennütziges Zuspiel von Kisdorf-Zugang Jonas Jeschke im verwaisten Condor-Kasten unterbrachte (49.). Wenige Augenblicke später setzte der 1:0-Schütze dann das Highlight der Partie – und das wieder nach Vorlage von Jeschke, dessen Freistoß-Hereingabe von Fischer per Seitfallzieher nur hauchzart am langen Pfosten vorbei befördert wurde (55.). Doch da war ja noch ein gewisser Maximilian Vollstädt...

Schwarzer "überrascht" - TuRa mit vorbildlichem Hygienekonzept

„Dafür, dass wir am Freitag unser erstes Spiel bestritten und die Mannschaft in beiden Partien aufgeteilt haben, bin ich schon ein Stück weit positiv überrascht“, zog TuRa-Trainer Jörg Schwarzer ein durchaus zufriedenes Fazit. Denn: „Ich kenne das sowohl als Spieler als auch als Trainer, dass das erste Testspiel nach fünf Wochen Pause und selbst bei einer normalen Vorbereitung oftmals eine Katastrophe war. Da stellt man sich dann schon die Frage, wie das erst nach fünfmonatiger Pause sein soll“, erklärte er – und befand: „Am Ende bin ich doch überrascht, dass das ganz gut funktioniert hat. Dass man natürlich konditionell noch nicht auf der Höhe ist, ist klar.“ Man habe versucht, sich aus Pressing-Situationen „sauber zu lösen und rauszuspielen“. Auch das habe über weite Strecken „ganz gut funktioniert. Natürlich haben gegen Ende Kraft und Konzentration nachgelassen.“ Und doch stand schlussendlich der zweite Sieg im zweiten Test zu Buche – und die Tatsache, dass am Exerzierplatz ein einwandfreies und absolut vorbildliches Hygienekonzept erstellt wurde.

Autor: Dennis Kormanjos

Kommentieren