Landesliga 01

Dank Sousa-Hattrick: Rantzau stürzt Fürstenbergs „alte Liebe“

11. Oktober 2021, 08:49 Uhr

Marcus Fürstenberg (Mi.) durfte sich über den ersten Sieg als Rantzau-Trainer über seinen Ex-Club TuRa Harksheide freuen. Foto: Küch

Der Saisonstart war holprig. Auf den knapp erkämpften 1:0-Auftaktsieg gegen den VfL Pinneberg folgten für den SSV Rantzau einige herbe Rückschläge. In Altenwerder gaben die Barmstedter eine 4:0-Führung nach 28 Minuten aus der Hand und mussten sich mit einem 4:4-Unentschieden begrüßen. Anschließend hagelte es deutliche Schlappen gegen Nienstedten (0:5) und beim HTB (1:4) – gefolgt vom Pokal-Aus bei Bezirksligist Heidgraben (5:6 n. E.). Nichtsdestotrotz machte Trainer Marcus Fürstenberg schon dort einen Ruck innerhalb der Mannschaft aus…

Foto: Küch

Es war irgendwie bezeichnend: Als Innenverteidiger Yannick Schlichting – wie auch Fürstenberg, der fast sieben Jahre lang als Trainer am Exerzierplatz tätig war, mit einer TuRa-Vergangenheit ausgestattet – während des ersten Durchgangs ein starkes Tackling auspackte und einen Ball klärte, wurde er von seinen Mitspielern gefeiert, „als ob er Weltmeister geworden ist“, so Fürstenberg hinterher im Vereins-Interview. „In den letzten Wochen wäre es normal gewesen“, monierte „Fürste“ – und führte freudestrahlend aus: „Ich finde es geil, dass die Jungs jetzt endlich zusammengewachsen sind und sich füreinander den Arsch aufreißen. Das haben wir immer gemacht in den dreieinhalb Jahren, die ich jetzt hier bin. Wir haben gefightet, man konnte die weißen Trikots zum Teil gar nicht mehr erkennen. Das sind unsere Tugenden – und da müssen wir wieder hinkommen“, erklärte der SSV-Coach.

Sousa kontert TuRa-Führung postwendend

Harksheides Nassim Saleh (Mi.) hatte einen schweren Stand. Foto: Küch

Bereits in der Vorwoche heimste Rantzau beim damaligen Spitzenreiter aus Niendorf ein 2:2 ein, nun folgte das nächste Top-Spiel gegen einen bis dato noch ungeschlagenes TuRa Harksheide. Und die Gäste erwischten einen Start nach Maß. Ein blitzschnell vorgetragener Konter über Nassim Saleh und Juan Hernandez Genao, der von links flankte, wurde von Maximilian Vollstädt zur TuRa-Führung abgeschlossen (11.). Die Antwort der Barmstedter: Keine 60 Sekunden später kam die Kugel über Lennart Keßner, Etienne Kotzapanagiotou und Onur Altunel zu Adrian Sousa, der aus halbrechter Position flach ins lange Eck einschoss (12.). Damit waren die Sousa-Festspiele gegen seinen Ex-Club eröffnet!

„Die Rantzauer zeigten anschließend eine starke Leistung und dominierten das Spiel. TuRa war aber ebenfalls bei schnellen Gegenstößen durchaus gefährlich. So sahen die 250 Zuschauer ein abwechslungsreiches, kampfbetontes und spannendes Spiel, das mit dem 1:1 in die Halbzeitpause ging“, so die SSV-Verantwortlichen, die in Minute 57 ein zweites Mal jubeln durften. Rantzau brach nach einem Ballgewinn im Zentrum über links durch, Bennet von Schassen scheiterte nach starkem Zusammenspiel mit Altunel noch an Lukas Lampe. Der Ball kam im Rückraum zu Sousa, der aus 15 Metern links unten einschweißte – 2:1!

Sousa gibt TuRa den Rest - "Jeder hat für jeden gekämpft!"

An der Düsterlohe ging es zwischen beiden Teams ordentlich zur Sache. Foto: Küch

In einer umkämpften Partie dauerte es bis fünf Zeigerumdrehungen vor Ultimo, als Sousa seiner „alten Liebe“ endgültig den Rest gab – und wie. Mit einem Freistoß aus gut und gerne 25 Metern, bei dem Lampe eine äußerst unglückliche Figur abgab, machte „Adi“ den Deckel drauf und den 3:1-Sieg perfekt! Für die Fürstenberg-Kicker war es zugleich der erste „Dreier“ gegen TuRa überhaupt seit dem Aufstieg. „Die Jungs kommen jetzt zum Glück langsam alle wieder und wir werden immer mehr zu einer Mannschaft. Wenn alle wieder da sind, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken“, so Fürstenberg, der seinen Mannen abschließend noch „Respekt für die Leistung“ zollte.

Der dreifache Torschütze strahlte im Interview auf der „facebook“-Seite der Barmstedter ebenfalls und freute sich über „ein gutes Spiel“ seiner Elf. Zudem machte der Oberliga-erfahrene Sousa keinen Hehl daraus, dass „die drei Tore gutgetan“ haben. Viel wichtiger sei aber, „dass wir als Mannschaft endlich mal wieder gewonnen haben. Der letzte Sieg ist lange her.“ Das Erfolgsrezept: „Jeder hat für jeden gekämpft – das war das richtige Zeichen.“ In der kommenden Woche geht’s für Rantzau direkt zum nächsten Spitzenspiel beim Tabellenführer HR. Dort wolle man „gleich an die Leistung anknüpfen“, hofft der Dreifachschütze, dass sein Team nun voll in der Saison angekommen ist.

Das komplette Spiel gibt's hier im Re-LIVE:

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