BZ Süd/Kreisklasse 8

„Da gehe ich lieber in die letzte Spielklasse – aber ich fühle mich gut und gebraucht“

13. Juli 2020, 14:30 Uhr

Alexander Fernandes kickt künftig für den SV Tonndorf-Lohe. Foto: Herzog

TSV Neuland, Panteras Negras, FC Türkiye, SC Eilbek, SSC Hagen Ahrensburg, Oststeinbeker SV und immer wieder Juventude do Minho – die Liste der Vereine, für die Alexander Fernandes in den letzten rund zehn Jahren im Hamburger Amateurfußball und im Nachbar-Bundesland Schleswig-Holstein die Fußball-Schuhe schnürte, ist lang. Wenn die Vorbereitung auf die neue Saison und dann irgendwann auch die selbige beginnt, wird ein weiterer Club zur Vita des 33-Jährigen hinzukommen. Wie uns der Portugiese erzählt, zieht es ihn künftig aus der Bezirksliga Süd zum SV Tonndorf-Lohe.

„Am 16. Novmber 2019 habe ich mein letztes Spiel für Juve gemacht, wurde danach auch noch gesperrt. Da dachte ich: Ich höre auf mit dem Scheiß“, erzählt uns Fernandes offen und ehrlich und geht ins Detail. „Nie Training. Kurz vor knapp zu den Spielen – da hatte ich keinen Bock mehr drauf“, so der beruflich eingespannte 33-Jährige, der schonungslos auf seine bisherige Laufbahn zurückblickt: „Beim Oststeinbeker SV hatte ich das Gefühl, ich wurde nur als Clown geholt. Sowohl beim OSV als auch bei Türkiye habe ich zu hören bekommen, ich wäre zu schlecht für den Fußball dort.“

„Ich bin da mal vorbei und habe den Kontakt aufgebaut, um da zu kicken und fit zu bleiben“

Der 33-Jährige kann auf etliche Stationen im Hamburger Amateurfußball zurückblicken. Foto: Juventude/Facebook

Auch, dass er in seiner Karriere immer wieder Aufwandsentschädigungen hinterherrennen musste, habe ihn genervt, so Fernandes. „Darauf hatte ich keine Lust mehr, daher wollte ich mit dem Fußball aufhören. Aber: Ich liebe diesen Sport und der Fußball fehlte mir einfach“, sagt er. Doch wie der Zufall so will, schaute Fernandes, der inzwischen in der Nähe von Tonndorf wohnt, beim „SVTL“ vorbei: „Da ich jetzt dort wohne, habe ich mich umgeguckt, bin da mal vorbei und habe den Kontakt aufgebaut, um da zu kicken und fit zu bleiben.“

Dass es ihn nun aus der Bezirksliga weiter nach unten verschlagen hat – für „Alex“ Fernandes ist das kein Problem. „Ich habe so viel Scheiße im Amateurfußball durch, ich wollte einfach nicht mehr. Nie wurde positiv von mir geredet bei allen Vereinen – da dachte ich, ich schmeiße hin. Aber Fußball ist mein Leben. Da gehe ich lieber in die letzte Spielklasse – aber ich fühle mich gut und auch gebraucht“, gibt er zu Protokoll und erzählt uns, dass „ich einige Angebote vorher abgelehnt hatte, weil ich eigentlich ja nicht mehr weiter spielen wollte.“

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