Oberliga/Bezirksliga

"Da erinnert man sich gerne dran – das war schon geil"

Patrik Papke bricht nach zehn Jahren seine Zelte am Gramkowweg ab

31. Mai 2019, 18:25 Uhr

Nach zehn Jahren war zum Saisonende für Patrik Papke Schluss beim SVCN. Foto: Bode

Nach zehn Jahren ist für Vereinsikone Patrik Papke beim SV Curslack-Neuengamme Schluss. Wie der Verein schon vor Wochen mitteilte, wurde Papkes Kontrakt auf eigenen Wunsch nicht verlängert. Beim letzten Oberliga-Heimspiel am Gramkowweg wurde er verabschiedet. Den Defensivspieler zieht es – das steht seit dieser Woche fest – in der kommenden Saison zum SV Börnsen. Wir haben mit dem 31-Jährigen über die Vergangenheit, besondere Momente und die Zukunft beim SVB gesprochen. 

Die Gründe für die Trennung sind eindeutig. Papkes Privatleben und Oberliga-Fußball werden in Zukunft nicht mehr zusammen funktionieren: "Bei mir ist es so, dass meine Lebensgefährtin und ich eine kleine Tochter erwarten. Dazu soll auch beruflich etwas Neues passieren. Nach der langen Zeit wäre es mir zu vage gewesen, doch nochmal für ein Jahr zu zusagen und dann nach drei Monaten zu merken, dass es zeitlich nicht realisierbar ist. Ich musste diesen Schnitt jetzt ziehen, auch wenn es mir sehr schwer fiel", konstatiert Papke. 

"Curslack ist ein ganz besonderer Verein für mich"

Goodbye, Gramkowweg: In der neuen Spielzeiz kickt Papke (li., hier mit SVCN-Manager Oliver Schubert) beim SV Börnsen. Foto: Bode

Dass Fußballer im Herrenbereich über zehn Jahre für denselben Club die Schuhe schnüren, wird in der heutigen Zeit immer seltener. Papke und Curslack – das passte einfach: "Curslack ist ein ganz besonderer Verein für mich. Dieses Familiäre und Dörfliche wird jedes Jahr aufs Neue vorgelebt. Der Teamgedanke steht immer im Vordergrund. Dort kennt sich jeder, du kennst sogar den Grillmeister persönlich", so der 31-Jährige. 

Wenn es nach Curslack gegangen wäre, hätten sie Papkes Vertrag noch für mindestens ein Jahr verlängert: "Mir wurde frühzeitig mitgeteilt, dass man mit mir gerne weiterarbeiten wollen würde. Ich habe dann um Bedenkzeit gebeten, um mir in meiner Entscheidung am Ende auch zu 100 Prozent sicher zu sein. Drei Mal pro Woche Training, Videoanalyse und Pflichtspiele an den Wochenenden wären jetzt aber einfach zu viel gewesen."

"Langfristig könnte die Landesliga ein interessantes Ziel sein"

Im FussiFreunde-Gdspräch blickt der 31-Jährige aus seine zeit in Curslack zurück und auf die in Börnsen voraus. Foto: Bode

In zehn Jahren erlebt man als Fußballer eine Menge. Einen besonderen Augenblick hat der Defensivspezialist auch heute noch genau vor Augen: "Der schönste Moment war vor sieben oder acht Jahren. Da haben wir unser Heimspiel gegen Bergedorf 85 mit 1:0 gewonnen. Der Siegtreffer fiel in letzter Sekunde. Das war zum einen für Curslack durch die Rivalität von großer Bedeutung und zum anderen war es für mich eine persönliche Genugtuung aufgrund meiner Bergedorfer Vergangenheit. Da erinnert man sich gerne dran, das war schon geil", äußert sich Papke euphorisch.

Jetzt zieht es den angehenden Familienvater in die Bezirksliga. Doch warum hat sich das "Oberliga-Urgestein" gerade für den SV Börnsen entschieden? Papke: "Für mich war es wichtig, dass ich zu einem Verein mit ähnlichem Umfeld komme. Auch Börnsen ist ein familiärer Club. Beim Fußball musst du dich wohlfühlen, da kommt mir sehr entgegen, dass ich bereits einige Spieler persönlich kenne. Börnsen ist ein ambitionierter Bezirksligist. Langfristig könnte die Landesliga ein interessantes Ziel sein. Was ebenfalls für einen Wechsel sprach, ist die kurze Entfernung zum Trainingsplatz und die guten Gespräche, die ich mit dem Verein geführt habe. Ich freue mich auf die neue Herausforderung."

Autor: Philipp Hinze

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