11.11.2017

Cordi siegt: Nur ein Höhepunkt (z)schimmert über der Partie

1:0-Erfolg gegen den SVCN, aber nächster Akt im „Gossow-Gate“

Der entscheidende Treffer: Cordis Kevin Zschimmer (vo.) überwindet SVCN-Keeper Leon Giese. Foto: KBS-Picture

Es war alles, nur kein fußballerischer Leckerbissen, den die 155 zahlenden Zuschauer am heutigen Nachmittag im Heimspiel des SV Curslack-Neuengamme gegen Concordia erlebten. Nur ein einziger Treffer fiel auf dem Kunstrasen am Gramkowweg – und der aus Sicht der Hausherren dummerweise auch noch für die Gäste, sodass der zum Saisonende scheidende SVCN-Trainer Torsten Henke nach dem Schlusspfiff von einer „bitteren, ärgerlichen Niederlage“ sprach. Sein Wiederpart, Cordi-Coach Florian Gossow, sorgte nach dem Match derweil für einen fragwürdigen Auftritt.

Manchmal braucht es nicht viele Sätze, um ein Fußball-Spiel zusammenzufassen. Beim Kick zwischen dem SVCN und Cordi genügten nur ein paar Worte. Dafür jedoch müssen wir zunächst einmal alles zurück auf „Start“ drehen. Der Anpfiff der Begegnung war kaum ertönt, da rief Marco Reksidler – der Keeper des Hansa-Landesligisten Klub Kosova weilte als Zuschauer am Gramkowweg – Curslacks Stürmer Adrian Sousa, mit dem er in der vergangenen Saison noch gemeinsam bei TuRa Harksheide spielte, zu: „Adi, ich hab' sechs Euro Eintritt bezahlt, jetzt will ich auch was sehen!“ Die Antwort Sousas ließ nicht lange auf sich warten: „Kriegst du“, erwiderte die SVCN-Offensivkraft. Daraus aber wurde nichts. Nach 26 Minuten musste Sousa angeschlagen vom Feld, für ihn kam Jan Landau in die Partie. Marco Reksidler stellte derweil irgendwann im zweiten Durchgang – auch Sousas Nebenmann Abiola Collins Folarin war inzwischen ausgewechselt worden – fest: „Ohne Adrian und Collins vorne ist Curslack irgendwie auch tot...“

Gossow: „Das war ein glückliches 1:0, das wir aufgrund einer soliden Abwehrleistung erreicht haben“

Geklärt: Curslacks Marvin Schalitz (re.) schlägt den Ball weg, ehe ihn Cordis Jeremy Baur erreichen kann. Foto: KBS-Picture

Nun, so falsch lag „Reksi“ mit seiner Einschätzung nicht. Dabei war Curslack selbst ohne seine beiden Offensiven phasenweise noch lebendiger als sein Kontrahent Concordia. Doch der sollte letztlich das bessere Ende für sich haben, weil in der 39. Minute der Partie ein langer Ball nach vorne von Jeremy Baur mit dem Kopf noch einmal weiter verlängert wurde, sich Curslacks Keeper Leon Giese und seine Vorderleute dann nicht einig waren und Kevin Zschimmer dazwischen ging, den Ball eroberte, mit der Kugel am Fuß Giese umkurvte und das Leder zur 1:0-Führung für die Gäste über die Linie schob. Zuvor hatte Cuslack in Person von Sousa das Pech, dass Yannick Siemsen seinen Schuss per Kopf kurz vor der Linie klären konnte (15.). Concordia besaß derweil vor dem Führungstreffer eine Einschussmöglichkeit durch Maurizio D'Urso, dessen Schuss Giese jedoch mit einer Hand parierte (22.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieben echte Chancen Mangelware. Wenn, dann hatte diese allerdings der SVCN: Erst zielte Jan Landau aus 25 Metern sechs Minuten nach Wiederbeginn links am Pfosten vorbei (51.), dann war es knapp eine Viertelstunde vor Schluss Niklas Hoffmann, der nach einem Angriff über links, die Kugel rechts am langen Pfosten vorbeizischen ließ (74.). In der Nachspielzeit schließlich versuchte sich Landau im rechten Drittel des Strafraums aus spitzem Winkel, er scheiterte jedoch an Cordi-Keeper Maximilian Rohrbach (91.). Weitere zwei Zeigerumdrehungen später ging in der „Overtime“ Curslacks Timo Lenz im Strafraum zu Boden, doch Spielleiter Kevin Rosin (SV Lieth) erkannte kein Foulspiel eines Concordia-Spielers und ließ weiterlaufen, ehe er nach letztlich insgesamt vier Minuten Nachspielzeit seine Pfeife zum finalen Pfiff in den Mund nahm und Cordi den zweiten knappen Sieg binnen einer Woche bescherte.

Henke: „Wir haben uns leider Gottes nicht viele Torchancen erspielen können“

Ins Straucheln geraten: Cordis Abdel Abou Khalil (re.) im Zweikampf mit Florian Klein. Foto: KBS-Picture

„Das war ein glückliches 1:0 heute, das wir aufgrund einer vernünftigen und soliden Abwehrleistung erreicht haben“, freute sich Concordias Übungsleiter Florian Gossow, der Stürmer Benjamin Bambur auf der Bank gelassen und dafür mit Baur und Torschütze Zschimmer im Sturm begonnen hatte (Gossow: „Die Idee war, dass wir mit zwei schnellen und wendigen Spielern gegen die beiden Innenverteidiger spielen“). Zum Schluss, so Gossow in seiner Spielanalyse, „haben wir ein bisschen Glück gehabt. Ich habe gehofft und mir auch ausgerechnet, dass wir das Ergebnis zum Schluss hin, wenn wir es länger halten, so nach Hause bringen. Aufgrund der Tatsache, dass Curslack am Donnerstag gegen den HSV getestet hat, haben wir gehofft, dass dem Gegner ein bisschen die Kraft fehlt. So ist es nicht gekommen, aber wir haben trotzdem gewonnen.“

Er sehe, so sagte Gossows Pendant auf Seiten der Hausherren, „das ähnlich.“ Es sei „ein sehr glücklicher Sieg für Cordi. Wir haben gerade in der ersten halben Stunde gut nach vorne gespielt und haben die eine oder andere Situation dabei gehabt, wo mehr drin war. Wir waren dem 1:0 sehr nahe, haben uns aber in dieser Phase nicht belohnt und haben dann das Gegentor hinnehmen müssen“, erklärte SVCN-Trainer Torsten Henke, „klar wird es gegen so eine Mannschaft dann nicht einfacher. Trotzdem haben wir in der zweiten Halbzeit nochmal alles versucht, uns aber leider Gottes nicht viele Torchancen erspielen können. In der Schlussphase hatten wir noch zwei Aktionen, wo wir das Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite hatten. Das ist eine bittere, ärgerliche Niederlage Wir müssen aufpassen, die Blickrichtung geht jetzt erstmal nach unten. Diese Situation müssen wir annehmen und alle Kräfte mobilisieren.“

Nächster Akt im „Gossow-Gate“: „So wie ihr das dargestellt habt, ist es ja nicht vorgefallen“

Concordias Coach Florian Gossow bezog auf der Pressekonferenz Stellung zu einem verbalen Ausrutscher vom Vorwochenende. Foto: KBS-Picture

Im Rahmen der Pressekonferenz sorgte Florian Gossow übrigens für einen fragwürdigen Auftritt. Nicht ganz eine Woche, nachdem der Cordi-Coach am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den Niendorfer TSV den bereits ausgewechselten Niendorfer Pascal Ehrenberg als „kleinen Wichser“ beleidigte und nach dem Spiel erklärt hatte: „Das ist eine Reaktion auf eine Summe von ganz vielen Dingen, die auch unter der Woche und insgesamt passieren. Ich habe in diesem Moment so reagiert, wie man reagieren muss – auch, um die eigene Mannschaft zu schützen“, erklärte er auf Nachfrage, ob oder warum das Thema unter der Woche kein Thema innerhalb der Mannschaft gewesen sei: „Das war ein Thema der Presse, nicht von uns.“ Die Nachfrage, ob man seine Äußerungen nicht im Team beziehungsweise im Verein hätte gerade rücken müssen, konterte Concordias Trainer in Richtung Presse wie folgt: „So wie ihr das dargestellt habt, ist es ja nicht vorgefallen. Was sollen wir denn da besprechen?“

Dazu abschließend eine Anmerkung in eigener Sache: Die FussiFreunde-Redaktion bleibt bei ihrer bisherigen Darstellung. Die Beleidigung „Du kleiner Wichser“ aus dem Munde Gossows in Richtung Ehrenberg wurde von mehreren Personen gehört, von der anschließenden Äußerung Gossows im Pressegespräch mit den FussiFreunden sowie der Plattform „amateur-fussball-hamburg.de“ existiert ein Mitschnitt, der auch für den Concordia-Trainer deutlich sichtbar aufgenommen wurde.

Jan Knötzsch     

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