Oberliga

Cordi in Torlaune – und mit „Weltenbummler“ als Testspieler!

14. Juni 2021, 11:11 Uhr

Mit seinem Führungstreffer eröffnete Michel Netzbandt (Mi.) den Torreigen von Concordia Hamburg im Testkick. Foto: noveski.com

Was das Spieltaktische anbelangt, hatte Frank Pieper-von Valtier keine allzu hohen Erwartungen an sein Team. Wer will es ihm auch verdenken? Schließlich liegen ein neuerlicher Umbruch und eine monatelange Corona-Pause hinter Concordia Hamburg. Letzteres gilt auch für den SV Wilhelmsburg. Der Süd-Bezirksligist, mit den höherklassig erfahrenen Alexander Pohlmann, Vasco Zawada oder auch Jose Adulai Baldé in den eigenen Reihen, diente den ambitionierten Concorden als erster Testgegner. „Ziel dieses Spiels war es, dass man erst einmal wieder in normale Abläufe reinkommt, die für alle nicht mehr normal sind“, formulierte Cordi-Coach Pieper-von Valtier eine zurückhaltende Absicht.

Youngster Amir Miry war der einzige Doppeltorschütze auf dem Rasenplatz in Winsen. Foto: noveski.com

Dass die lange Spielpause Spuren hinterlassen hat, war den Protagonisten auf dem grünen Geläuf in Winsen, wo die Partie stattfand, deutlich anzumerken. Nicht nur die Wilhelmsburger hatten mit der fast schon ungewohnten und neuen Belastung zu kämpfen. „Ein langer Schritt“, und plötzlich zog es Neuzugang Seyhmus Atug in den Oberschenkel. „Das ist leider der Wermutstropfen und etwas ärgerlich“, so Pieper-von Valtier. „Wir wissen noch nicht genau, was er hat. Er ist heute beim Arzt“, bleibt zu hoffen, dass es den Innenverteidiger nicht allzu schlimm erwischt hat. Nicht umsonst will Pieper-von Valtier den Fokus nun darauf legen, „dass wir athletisch wieder in die Bahn kommen“.

"Weltenbummler" mit spannender Vita als Testspieler

"Weltenbummler" Bayram Nebihi lief vorerst nur als Testspieler für Cordi auf. Eine Verpflichtung soll nun diskutiert werden. Foto: noveski.com

Nichtsdestotrotz betonte er auch: „Es war nach der langen Pause ungewohnt und gleichzeitig schön, mal wieder ein Spiel zu spielen.“ Und auch, wenn noch ein wenig Sand im Getriebe war, so stand am Ende ein standesgemäßer 8:0-Erfolg gegen den Bezirksligisten zu Buche. Michel Netzbandt brachte Cordi nach feinem Steckpass von Onur Saglam und toller Einzelaktion auf die Siegerstraße, ehe ein gewisser Bayram Nebihi das 2:0 folgen ließ. 


Der 32-Jährige kann auf eine äußerst spannende Vita zurückblicken: Nachdem Nebihi in der Jugend für den FC Ingolstadt und den SSV Jahn Regensburg kickte, stand er in den Spielzeiten 2007/08 und 2013/14 beim FC Augsburg unter Vertrag. 

Es folgten unter anderem Stationen bei Wacker Burghausen, den Stuttgarter Kickers, Bursaspor in der Türkei sowie in Finnland, Thailand, in der Heimat im Kosovo, in Albanien und zuletzt in Malaysia. Sein aktueller Marktwert wird laut „Transfermarkt“ auf 125.000 Euro taxiert. „Er trainiert momentan bei uns mit und macht sich fit“, verriet Pieper-von Valtier im Nachgang, dass Nebihi vorerst nur als Testspieler eingesetzt wurde. Über eine Verpflichtung soll nun intern beraten werden.

"Die Jungs sollten gewisse Prinzipien unseres Spiels erkennbar machen"

Auch "Rap-Star" Noor Al-Tamemy trug sich in die Riege der Cordi-Torschützen ein. Foto: noveski.com

Zurück zum Spiel: Noch vor der Pause ließ Jan Novotny, der für Atug in die Begegnung kam, nach einer Ecke von Can Luka Topcu das 3:0 folgen. Im zweiten Abschnitt schraubten Amir Miry (2), Ian-Prescott Claus, Noor Al-Tamemy und Berkant Aydin das Ergebnis in die Höhe. „Man hat gemerkt, die Jungs hatten alle Lust, wieder zu spielen. Das war das, was wir durch das Spiel erzeugen wollten – dadurch, dass wir in einer Phase sind, wo wir erstmal wieder in normale Abläufe reinkommen müssen und spieltaktisch noch gar nicht viel gemacht haben“, resümierte Pieper-von Valtier. 


„Es ging für die Spieler auch darum, gewisse Prinzipien unseres Spiels, die wir gerne sehen wollen und die auch zum Charakter unserer Mannschaft passen, erkennbar zu machen. Das ist den Jungs in vielen Situationen gelungen.“ Letzten Endes sei es „einfach mal wieder gut gewesen, eine gewisse Wettkampfsituation zu haben“. Kein Wunder nach so langer Zwangspause…

Autor: Dennis Kormanjos

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