Landesliga Hansa

Condor vergeigt Führung: „Du wirst bestraft, wenn du denkst, dass es nach 20 Minuten zu Ende ist“

„Raubvögel“ spielen gegen Bergstedt am Ende nur 3:3

17. November 2019, 20:32 Uhr

Bergstedts Lukas Hübner (Nummer drei) nimmt den Ball an der Seitenlinie an und will das Spiel schnell machen.Foto: Knötzsch

Nikolaos Christodoulos hatte seine Hoffnung auf das Happyend im Spiel des SV Bergstedt beim SC Condor (Hier gibt’s die Highlights im Live-Ticker) noch nicht aufgegeben. „Kommt, Jungs. Ein Angriff noch. Da geht noch was“, rief der Offensivspieler der Gäste seinen Teamkollegen zu, um sie für die letzten Sekunden der Begegnung noch einmal zu „pushen“. Doch daraus wurde nichts. Nein, beinahe wäre der Schuss sogar noch nach hinten losgegangen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Statt eines finalen SVB-Angriffs gehörte die letzte Szene des Spiels Condor und Edmund Saß. Der wurde in der Box bedient, stand am ersten Pfosten, machte im Abschluss alles richtig – und fand seinen Meister dennoch in Keeper Salman Naveed Ashraf, der mit einer Parade den Gästen das 3:3-Remis festhielt.

Ein Ergebnis, mit dem man auf beiden Seiten nicht so viel anzufangen wusste. „Es ist nicht schwer einzuschätzen: Das sind klar und deutlich verlorene Punkte, wenn du es einem Gegner nach einer eigenen 2:0-Fühung so leicht machst, auszugleichen und dann auch noch in Führung zu gehen“, ärgerte sich Ralph Kainzberger nach dem Abpfiff und fügte hinzu: „Und wenn du dir dann noch diese letzte Szene des Spiels anguckst, dann musst du eigentlich sogar gewinnen.“ Dazu aber reichte es eben nicht und so musste der Condor-Coach ernüchtert feststellen: „Nach oben geht für uns ja eh nichts, also wollten wir das Spiel heute in der Rückrunde besser bestreiten als das in der Hinserie.“ Gut, zumindest, was die Anzahl der geschossenen Treffer anging, klappte dies. Aber eben auch, was die eingefangenen Treffer angeht: Im Hinspiel hatten sich die beiden Kontrahenten mit 2:2 voneinander getrennt. „So sind Derbys eben...“, schloss Kainzberger im Anschluss an die Partie sein Fazit vielsagend.    

Kainzberger: „Das dritte Tor war gut herausgespielt, da waren wir nicht schnell genug hinterm Ball“

Ernüchtert an der Seitenlinie: Condor-Coach Ralph Kainzberger (vo.). Foto: Knötzsch

Vorher war der Coach der „Raubvögel“ zumindest, was die ersten beiden Gegentreffer anging, schmallippig geworden. „Da möchte ich eigentlich lieber nichts zu sagen“, entfuhr es Kainzberger, dessen Elf durch Kayahan Demirtag und Saß zunächst selbst 2:0 in Führung ging, dann aber gleich doppelt von Nils Burmann kalt erwischt wurde. Immerhin: Für Treffer Nummer drei, die Bergstedter Führung durch Abdoullie Trawally, gab's sogar Lob vom Widersacher. „Das dritte Tor war gut herausgespielt, da waren wir nicht schnell genug hinter dem Ball“, befand Kainzberger, der konstatierte, dass seine Elf aus den ersten beiden Gegentoren „lernen muss, es besser zu machen.“ Seine Equipe habe in ihrem Spiel „Höhen und Tiefen gehabt. In der letzten Woche (beim 3:0-Sieg gegen Altengamme, Anm. d. Red.) haben wir alles richtig gemacht. Dieses Mal sah das anfangs auch so aus“, sagte der Condor-Übungsleiter. Aber eben nur am Anfang. Letztlich gelang es Saß immerhin noch, nach 78 Minuten den Rückstand zu egalisieren und den Ball zum 3:3 in den Maschen unterzubringen. Auch, weil Bergstedt trotz – oder gerade wegen? – der Führung im Rücken nach Wiederbeginn nachließ.    

Woltemath bemängelt Zweikampverhalten nach dem Seitenwechsel

Einen Schritt zu langsam: Bergstedts Doppel-Torschütze Nils Burmann (li.) muss Dren Hoti hinterher eilen. Foto: Knötzsch

Und genau diese Tatsache schmeckte Tom Woltemath ganz und gar nicht. Der Coach der Bergstedter sah draußen an der Seitenlinie das Unheil schon lange Zeit vor dem 3:3 nahen. „Das ist genauso schlecht wie die ersten 15 Minuten in der ersten Halbzeit“, hallte es den Kickern der Gäste von Seiten ihres Trainers lautstark entgegen. Kritikpunkt Nummer eins: Die Bergstedter waren in dieser Phase des Spiels kaum noch präsent, hatte wenig Ballkontakte, ließen den „Raubvögeln“ viel zu viel Platz. Körpereinsatz in direkten Duellen war Mangelware. „Wir müssen mal wieder in die Zweikämpfe kommen, um nochmal einen Fuß in die Tür zu kriegen. Wir schauen nur zu“, herrschte Woltemath seine Schützlinge an, die die Quittung noch bekommen sollten – auch, wenn ihnen der Knockout in der Schlussminute erspart blieb. „Es hat sich bisher nich nie einer freiwillig ergeben. Das ist immer so im Fußball. Auch in der Landesliga. Du wirst immer wieder bestraft, wenn du denkst, dass es nach 20 Minuten zu Ende ist – ist es nämlich nicht...“, lautete Ralph Kainzbergers finales Fazit mit Blick auf den verheißungsvollen Auftakt seiner Elf und die wenig erfreuliche Folgezeit.

Jan Knötzsch

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